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»Ich kenne viele, die sehr unzufrieden sind«Krankenhausbeschäftigte äußern ihre Meinung1. Mai 1998Nach dem Gespräch mit den Betriebsräten hörten wir uns bei einigen Beschäftigten des Amsterdamer Krankenhauses um.
»Der Lohn ist zwar für niederländische Verhältnisse noch verhältnismäßig gut«, sagte sie, »aber es gleicht sich immer weiter nach unten an. Die Lohnzuwächse werden immer geringer, die Ausgaben, zum Beispiel für Miete, steigen ständig. Im Vergleich zu der langen Ausbildung, die wir haben, ist unser Lohn sogar noch sehr niedrig. Außerdem haben wir Schichtarbeit, was für mich und viele andere schon anstrengend ist.«
Abdul Carim Lamarti meinte: »Was ich von dem Polder-Modell halte? Ehrlich gesagt, ich habe noch nicht darüber nachgedacht. Aber jetzt, wo Du mich fragst, sage ich natürlich: alles Mist! Mir selbst geht es dabei noch nicht so schlecht. Ich verdiene als Materialverantwortlicher rund 2200 Gulden. Im Hospital verdient man mehr als anderswo. Aber es geht immer weiter bergab. Vor allem Kollegen, die jetzt in den privatisierten Bereichen arbeiten, sind überhaupt nicht einverstanden. Ich kenne viele in der Küche, die sind sehr unzufrieden. Vor zwei Jahren ist dieser Bereich privatisiert worden. Alle bekamen einen neuen Vertrag. Für ihre Lohnverluste - alle verdienen jetzt viel weniger - sollten sie eine Abfindung von 12 000 Gulden erhalten. Die Gewerkschaft versprach ihnen das, denn 70 Prozent der Küchenbeschäftigten waren recht gut bezahlte Köche. Jetzt wird das Essen fertig angeliefert, so daß die meisten nicht mehr als Köche, sondern als Küchenhilfen arbeiten - mit entsprechenden Lohneinbußen. Doch später stellte sich heraus, daß die Abfindung brutto gerechnet war und ein großer Teil durch Steuern und Abgaben verloren ging. Sie sind regelrecht reingelegt worden. Bei den Putzfrauen war es nicht anders. Sie verdienen zwar genauso viel wie vorher, aber dafür haben sie viel weniger Urlaub.« Komi Kamessa arbeitet für eine Verleihfirma im Krankenhaus. Er berichtete, daß er keinen festen Arbeitsvertrag habe. »Früher war es einfach, bei einer Firma einen festen Arbeitsvertrag zu bekommen, heute nicht. Ich muß jede Woche anrufen oder hinfahren, um zu fragen, ob sie Arbeit haben.« Wenn er einen ganzen Monat arbeiten kann, verdient er 2100 Gulden. Siehe auch:Wie Regierung, Gewerkschaften und Unternehmer die Umverteilung hinter den Deichen organisieren
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