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Internationale Kampagne zur Freilassung der tamilischen Sozialisten aus den Händen der LTTE wächst!
Von Ludwig Niethammer
12. September 1998
Seit nunmehr sechs Wochen befinden sich drei Mitglieder der srilankischen
Socialist Equality Party in den Händen der LTTE ("Befreiungstiger
von Tamil Eelam"). Zwei weitere wurden Ende August festgenommen. Alle wurden
im Gebiet Kilinochchi von der LTTE verhaftet und an einen unbekannten Ort
verschleppt. Bis heute weigert sich die Zentrale der LTTE in London, die
Festnahmen zu bestätigen. Auch eine Erklärung über die Gründe
oder eine Garantie für die Unversehrtheit der Betroffenen bleibt sie
schuldig.
Inzwischen haben eine ganze Reihe von Organisationen und Personen auch
in Deutschland Protestbriefe an die LTTE gesandt. Wir geben hier einige
im zum Teil gekürztem Wortlaut wieder:
Das Anti-Diskriminierungs-Büro im Internationalen Begegnungszentrum
in Bielefeld schrieb am 26.08.98
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit diesem Protestbrief beziehen wir uns auf die weltweite Publikation
"LTTE-Kommuniqué droht mit Hinrichtung tamilischer Sozialisten"
des Internationalen Komitees der Vierten Internationalen und des World
Socialist Web Site.
Wenn Sie um ihr internationales Ansehen besorgt sind, dann hätten
Sie die tamilischen Sozialisten nicht verhaften sollen, deren einziges
"Verbrechen" darin besteht, für ein sozialistisches und internationalistisches
Programm zu kämpfen. Wenn Sie also die Situation klären wollen,
dann gibt es dafür eine einfache Lösung - die bedingungslose
Freilassung der SEP-Mitglieder.
26 Vertrauensleute der Tyssen Krupp Stahl AG in Duisburg verfaßten
am 28.08.98 folgende Resolution an die LTTE:
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Recht auf freie Meinungsäußerung ist eines der grundlegendsten
Menschenrechte überhaupt. Es kann nicht sein, das die LTTE sich als
Befreiungsbewegung bezeichnet, oppositionelle Arbeiter, die für ihre
Meinung kämpfen, aber Repressalien aussetzt und einsperrt.
Wir die Unterzeichner protestieren aufs schärfste gegen solche
Vorgehensweisen und fordern die LTTE auf, die gefangenen Arbeiter Thirugnana
Sambandan, Kasinathan Naguleshwaran und Rajendran Sudarshan auf Sri Lanka
sofort freizulassen...
Eine Gruppe von zehn Studenten ebenfalls aus Bielefeld schrieb am 24.08.98
an die LTTE:
Wir, Studentinnen und Studenten der Universität Bielefeld, haben
durch das World Socialist Web Site von Ihrem skandalösen Angriff gegen
die drei SEP-Mitglieder in Kilinochchi erfahren. Mit diesem Brief protestieren
wir auf das schärfste gegen die Verhaftung der tamilischen Sozialisten
und fordern ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.
Ihr Versuch das WSWS mit einem Kommuniqué mit dem Titel "WSWS
gefährdet das Leben von drei Tamilen" unter Druck zu setzen ist verachtungswürdig
und wird von uns nicht hingenommen. Sie wollen damit die Solidaritätskampagne
für die politischen Verbrechen der LTTE verantwortlich machen, und
somit sollen die Opfer zu Tätern gemacht werden. Sie können damit
rechnen, daß wir ein solches zynisches Verhalten nicht hinnehmen
werden und diesen Angriff der LTTE auf demokratische Rechte bekannt machen
werden.
Der Funktionär IG-Metall R.E aus Stuttgart schickte am 7.09.98
folgende Protestnote an die LTTE:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Als Vertrauensmann der IG Metall bei Daimler-Benz in Stuttgart, fordere
ich die sofortige Freilassung von Thirugnana Sambandan, Kasinathan Naguleshwaran
und Rajendran Sudarshan. Wie kann eine Befreiungsorganisation selbst politische
Gefangene nehmen?
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