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WSWS : WSWS/DE : Aktuelle Analysen : Europa : Deutschland : Länder
Die Ergebnisse der hessischen Landtagwahl
Von Ute Reissner
10. Februar 1998
An der Landtagswahl in Hessen am 7. Februar beteiligten sich mit 66,4 Prozent etwa eben so viele Wahlberechtigte, wie bei der vorangegangenen Wahl von 1995. Erneut waren die Nichtwähler mit 1,44 Millionen zahlreicher, als die jeweilige Wählerschaft von CDU (1,2 Millionen) oder SPD (1,1 Millionen). In Bezirken, wo überdurchschnittlich viele Arbeiter oder Arme leben, war die Beteiligung nochmals deutlich niedriger und betrug häufig nur knapp über 50 Prozent.
Die Grünen verloren ein Drittel ihrer Wähler und rutschten von 11,2 Prozent (1995) auf 7,1 Prozent ab. Von ihren bisher 13 Abgeordneten im Wiesbadener Landtag blieben nur fünf übrig. Besonders hoch waren die Verluste unter jungen Wählern, unter denen die Grünen in der Vergangenheit überdurchschnittlich viel Unterstützung gewonnen hatten. In der Altersgruppe der unter 30jährigen sackten sie von 21 auf 10 Prozent ab, und bei den 30- bis 44jährigen verloren sie 7 Prozent.
Die CDU erreichte 43,1 Prozent der Stimmen, ein Anstieg um 3,9 Prozent, und baute damit ihren Vorsprung als stärkste Partei in Hessen aus. Bemerkenswert ist dieses Ergebnis besonders deshalb, weil die CDU bei den Bundestagswahlen im Herbst mit 35,1 Prozent der Zweitstimmen auf Bundesebene das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren hatte.
Die SPD gewann leicht hinzu und steigerte sich von 38,0 auf 39,6 Prozent. Die FDP schaffte mit 5 Prozent knapp den Einzug in den Landtag. Sie hatte 2,4 Prozent Stimmenverluste zu verzeichnen. Leichte Zugewinne konnten die rechtsaußen stehenden Republikaner verbuchen, die sich von 2 auf 2,7 Prozent steigerten.
Laut der "Forschungsgruppe Wahlen" legte die CDU bei den Arbeitern um sieben, bei den Arbeitslosen um sechs und bei den unter 30jährigen um zehn Prozentpunkte zu. Ausschlaggebend waren hierbei ihre Gewinne bei den an- und ungelernten Arbeitern, bei denen sich auch die Republikaner am meisten steigern konnten. Sowohl von SPD, FDP als auch den Grünen sind Wähler zur CDU abgewandert, am meisten von der FDP. An die Republikaner hat die CDU kaum eine Stimme verloren.
Die SPD verlor bei den Arbeitern ebenso wie bei den Arbeitslosen jeweils fünf Prozentpunkte. Überdurchschnittlich stark gewann sie bei den Angestellten hinzu, und zwar um ebenfalls fünf Prozent. Die Grünen verloren bei dieser Gruppe in etwa derselben Höhe. In den Großstädten gewann die SPD mit einem Plus von 2,9 Prozent stärker hinzu als im Landesdurchschnitt, während die Grünen dort überdurchschnittliche Verluste hinnehmen mußten.
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