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Amerikanische Rechte erwägt nukleare Einäscherung Mekkas
Von Patrick Martin
20. März 2002
aus dem Englischen (15. März 2002)
Die Bush-Regierung versucht der Öffentlichkeit weiszumachen, dass ihre Atomwaffenpolitik darauf abziele, den Frieden zu erhalten und den Terrorismus abzuschrecken. Aber in den ultrarechten Kreisen, die eine entscheidende Rolle bei der Formulierung der Politik der amerikanischen Regierung spielen, wird der Einsatz von Atomwaffen nicht als eine undenkbare letzte Möglichkeit gesehen, sondern als eine wünschenswerte Option.
In diesem Milieu geht Blutrünstigkeit Hand in Hand mit Chauvinismus und Rassismus.
Im Rahmen einer Diskussion auf der Web Site der National Review, einer der führenden rechten Publikationen, haben leitende Redakteure vorgeschlagen, auf einen Terrorangriff in den USA, bei dem nukleare oder atomar verseuchte Waffen zum Einsatz kommen, mit Atombombenabwürfen auf ausgewählte arabische Hauptstädte zu reagieren.
Der Herausgeber der National Review, Rich Lowry, schrieb am 7. März, bei vielen Menschen, mit denen er gesprochen habe, gebe es "eine starke Stimmung dafür, Mekka nuklear einzuäschern. Die Gemäßigteren sind eher für folgende Linie: Bagdad und Teheran wären die wahrscheinlichsten Ziele für einen Erstschlag. Wenn unsere Bomben exakt genug sind, ein punktgenaues Schadensgebiet sicherzustellen, dann wären auch Gaza City und Ramallah auf der Liste. Damaskus, Kairo, Algier, Tripolis und Riad sollten gewarnt werden, dass das kleinste Zeichen einer Unterstützung für die Angriffe in ihren Städten die sofortige Vernichtung bedeuten würde."
Als ein anderer Schreiber in der National Review meinte, Mekka zu zerstören, könne zu dauerhafter Empörung von einer Milliarde Moslems führen, erwiderte Lowry: "Das ist eine schwierige Sache, und ich weiß nicht genau, was ich darüber denken soll. Mekka erscheint natürlich extrem, aber andererseits würden nur wenige Menschen sterben, und es wäre ein Signal."
Die National Review geriet vergangenen Herbst kurz in die Schlagzeilen, als eine ihrer regelmäßigen Autorinnen, Ann Coulter, erklärte, sie sei für eine Neuauflage der mittelalterlichen Kreuzzüge. Als Reaktion auf den arabischen Terrorismus schrieb sie in National Review Online : "Wir sollten ihre Länder erobern, ihre Führer töten und sie zum Christentum bekehren." Als das Magazin eine öffentliche Entschuldigung brachte - weil der Vorfall peinlich für die Nahost Diplomatie der Bush-Regierung war - wiedersprach Coulter und wurde als Autorin fallengelassen.
Wenn man diese Debatte über die Frage verfolgt, wie viele Menschen im Nahen Osten einzuäschern seien, sollte man nicht vergessen, dass Lowry und seine Kollegen die engsten persönlichen und politischen Verbindungen zur republikanischen Partei, der Bush-Regierung und der Spitze des Pentagon haben. Auf der Conservative Political Action Conference im vergangenen Monat war die National Review einer der Hauptsponsoren, und als Redner traten die Nationale Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice und Gesundheitsminister Tommy Thompson auf.
Die lockere Diskussion über Massenmord ist in diesen Kreisen und auf den höchsten Ebenen des amerikanischen Staates ein vollkommen akzeptabler Bestandteil des politischen Diskurses. Aber die amerikanische Presse ist derart feige und eingeschüchtert, dass nicht ein einziger Reporter Bush auf seiner Pressekonferenz am 13. März zu fragen wagte, was er über die Mordtiraden seiner engen politischen Verbündeten denke.
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