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"Bush nach Den Haag"

20.000 demonstrieren in Leipzig

Von unserm Korrespondenten
21. März 2003

Es ist erst drei Tage her, da protestierten 30 000 Teilnehmer der traditionellen Leipziger Montagsdemonstration gegen den Krieg. Heute waren es erneut 20 000 die in einem langen Demonstrationszug von der Nikolaikirche zum US-Konsulat zogen.

Neben den üblichen Plakaten, wie "Kein Blut für Öl", "Bush nach Den Haag", "Stoppt den imperialistischen Krieg" gab es Losungen, wie "Mörder 1939-2003, Hitler Bush, Deutsche Waffen, Deutsches Geld morden auf dieser Welt" oder "Wer befreit das amerikanische Volk?".

Wie bei den Montagsdemonstrationen spielte auch heute eine Musikgruppe und einige Redner prangerten den Krieg als völkerrechtswidrig an.

Die Flugblätter der WSWS stießen auf großes Interesse und WSWS-Reporter sprachen mit einigen Teinehmern.

Timo und Rüdiger (beide Physikstudenten) sagten: "Warum eigentlich gerade Hussein? Es ist heuchlerisch, nur Hussein weghaben zu wollen und nicht die noch viel schlimmeren Diktatoren, die es gibt. Man kann natürlich sagen, Hussein muss weg, aber doch nicht mit amerikanischen Bomben. Jeder weiß, dass Bush und Cheney vor allem für ihre eigenen Ölfirmen agieren. Es geht um Macht und Öl. Das macht mich wütend."

Beide nehmen schon seit Anfang Januar an den Montagsdemonstrationen teil und wollen weiter machen, bis der Krieg zu Ende ist. "Die Haltung der deutschen Regierung erscheint mir als viel zu weich. Warum werden den Amerikanern die Überflugrechte gewährt? Entweder Schröder ist gegen den Krieg, und dann bis zur letzten Konsequenz, oder er ist es nicht. Ich glaube, die Regierung verfolgt vorwiegend ihre eigenen Interessen."

Ähnlich äußerten sich zwei Altenpfleger, Jürgen und Tatjana. Sie erklärten, dass "die Antikriegshaltung z. B. der französischen Regierung sehr stark eigenen Interessen entspringt. Frankreich hat eigene Milliardeninteressen im irakischen Ölgeschäft. Auch Schröders Regierungserklärung steht in äußerst merkwürdigem Gegensatz zu seiner Antikriegshaltung. Sie wird dadurch recht unglaubwürdig."

Siehe auch:
Die Bush-Regierung verstößt gegen das Völkerrecht
(19. März 2003)

 

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