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Leserbrief eines Lokführers

17. Oktober 2007

Der folgende Leserbrief erreichte uns als Reaktion auf den Artikel "Unterstützt die Lokführer gegen die deutsche Bahn AG!" (http://www.wsws.org/de/2007/okt2007/lokf-o10.shtml), der auch als Flugblatt verteilt wurde.

Sehr geehrte Damen und Herren.

Ich habe Euer Flugblatt gelesen und bin absolut überzeugt und einverstanden mit den Fakten und Argumenten.

Als Lokführer der DB AG [Deutsche Bahn AG], ehemals DR [Deutsche Reichsbahn der DDR] dann DB, habe ich mit 34 Lokführerarbeitsjahren einiges hinter mir. Aber was derzeit hier in Deutschland und bei der DB AG sich abspielt, ist keine sogenannte freie, demokratische, westliche Welt mehr, sondern ein extrem kapitalistisches, ausbeuterisches Imperium, das schon fast die Grenze der Sklavenhaltergesellschaft erreicht hat.

Seit über zwei Jahren haben wir einen Schichtrhythmus, der an die absolute Schmerzgrenze geht. Neun Stunden Fahrzeit, 13,5 Stunden in einer Schicht sind an der Tagesordnung, vier Nachtschichten hintereinander, ein Tag frei, wieder vier Nachschichten, ein Tag frei, drei lange Tagesdienste bis zu zwölf Stunden, dann mal zwei Tage frei. Freunde, Familie, Hobbys gehen unweigerlich den Bach runter...

Meine Bitte an Euch: Versendet massenhaft in ganz Deutschland soviel Flugblätter wie möglich, vielleicht wartet die gesamte Arbeitnehmerschaft und auch die arbeitslose Bevölkerung auf ein Signal. Ich komme mit vielen Fahrgästen ins Gespräch und höre immer wieder Zitate aus Eurem Flugblatt. Die Zeit ist langsam reif für eine Revolution hier in Deutschland, wie sie nie zuvor in der Geschichte vorhanden war.

Mit kämpferischen Gruß,

H.S.

 

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