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ISSE/PSG-Veranstaltungen in Berlin und Frankfurt/Main

1968: Die Lehren für heute

9. Mai 2008

Die Partei für Soziale Gleichheit (PSG) und die International Students for Social Equality (ISSE) organisieren an den Universitäten in Berlin und Frankfurt Veranstaltungen zum 40. Jahrestag von 1968.

Die Ereignisse von 1968 werden meist als "Studentenrevolte" bezeichnet. Betrachtet man sie im internationalen und historischen Zusammenhang, ergibt sich aber ein anderes Bild. Die Proteste der Studenten waren Teil einer breiten Bewegung der Arbeiter, die zahlreiche Länder und Kontinente erfasste, sich über ein ganzes Jahrzehnt hinzog und die kapitalistische Gesellschaft in ihren Grundfesten erschütterte.

Am deutlichsten war dies in Frankreich, wo im Mai 1968 zehn Millionen Arbeiter in den Generalstreik traten, die Fabriken besetzten und das Regime von General de Gaulle in die Ecke drängten. In Deutschland kam es 1969 zu den Septemberstreiks, in Italien zum "heißen Herbst". In den USA gab es die Bürgerrechtsbewegung und Aufstände in den Ghettos. In Osteuropa rebellierten Arbeiter in Polen und im Prager Frühling gegen die stalinistische Diktatur. In den 70er Jahren fielen dann die rechten Diktaturen in Griechenland, Spanien und Portugal. Die US-Armee wurde in Vietnam besiegt.

Doch die Arbeiter verloren die Initiative. Es gelang der herrschenden Klasse, die Bewegung aufzufangen und unter Kontrolle zu bringen. Sie tat dies durch soziale Zugeständnisse oder, wie 1973 in Chile, durch brutale Gewalt. Sie stützte sich dabei auf die Sozialdemokratie und die stalinistischen Kommunistischen Parteien, die beide eine revolutionäre Perspektive strikt ablehnten.

Ende der siebziger Jahre begann die Gegenoffensive. Margaret Thatcher (Großbritannien), Ronald Reagan (USA) und Helmut Kohl gelangten an die Macht. Die sozialen Zugeständnisse wurden zurückgenommen, die Angriffe auf die Arbeiterklasse verschärft. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist heute tiefer denn je zuvor, eine Finanzkrise gefährdet die gesamte Weltwirtschaft und der Irakkrieg droht zum Flächenbrand zu werden. Neue Konflikte und Klassenkämpfe werden die unausweichliche Folge sein.

Um sie vorzubereiten, müssen die Lehren aus 1968 gezogen werden: Warum haben die Arbeiter die Initiative verloren? Warum konnten Sozialdemokraten und Stalinisten die Bewegung unter Kontrolle bringen? Welche Rolle spielten dabei die Vorstellungen von Studentenführern wie Rudi Dutschke und der "Neuen Linken"?

Diesen Fragen widmet sich Peter Schwarz in einem öffentlichen Vortrag. Schwarz ist Mitglied der internationalen Redaktion der World Socialist Web Site und Mitglied des Vorstandes der Partei für Soziale Gleichheit (PSG).

Berlin
Freitag, 16. Mai 2008, 18:00 Uhr
Hauptgebäde der TU, Raum H 112
Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
(U-Bhf. Ernst Reuter Platz oder S-Bhf. Tiergarten)

Frankfurt am Main
Samstag, 17. Mai 2008, 19:00 Uhr
Saalbau Bockenheim, Raum 1
Schwälmer Str., am Kurfürstenplatz
(S 3,4,5,6 Westbahnfof oder U 5,6 Leipziger Str.)

 

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