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437 Tote auf dem Bau

Die Gefahr für Bauarbeiter, an ihrem Arbeitsplatz schwer oder gar tödlich zu verunglücken, wächst trotz des Einsatzes modernster Maschinen von Jahr zu Jahr.

Nach Angaben der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben sich allein im letzten Jahr 346.372 Arbeitsunfälle in der Bauindustrie ereignet. Dabei starben 437 Arbeiter.

Jeder Bauarbeiter ist statistisch gesehen im Durchschnitt 18 Tage pro Jahr krank. Allerdings handelt es sich bei über 40 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage um schwerwiegende Erkrankungen mit einer Erkrankungsdauer von mehr als sechs Wochen.

Durch die harte und gefährliche Arbeit haben sich die meisten Bauarbeiter bereits vor dem Rentenalter kaputtgeschuftet. Über die Hälfte aller bewilligten Renten in der Bauindustrie sind solche auf Frühinvalidität. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter liegt bei knapp über 53 Jahren.

Der Grund für diese erschreckenden Zahlen ist der starke Konkurrenzkampf zwischen den Bauunternehmen, der mit immer größerer Arbeitshetze, unzähligen Überstunden und gefährlichen Arbeitsbedingungen auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen wird.

Die IG BAU akzepiert diesen Umstand und sorgt sich vornehmlich um neue Möglichkeiten der Kostensenkung auf dem Bau, nicht um Leben und Gesundheit der dort Beschäftigten. In einer Stellungnahme zu den Unfallzahlen erklärt sie, "Krankenkassen und Arbeitgeber" seien "nicht zuletzt auch im Interesse der Kostensenkung aufgefordert, ,freiwillig’ etwas zu tun".

"In den hohen krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeiten am Bau" sieht die IG BAU "einen von den Verantwortlichen sträflich vernachlässigten Ansatz zur Kostensenkung in den Betrieben". Eine Senkung des Krankenstandes am Bau "um nur einen einzigen Prozentpunkt – also herunter auf den Durchschnitt der Wirtschaft – würde etwa 500 Millionen DM jährlich an betrieblichen Lohnfortzahlungskosten einsparen helfen".

© neue Arbeiterpresse, Nr. 856, 17. April 1997 

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