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Schlechte Karten für behinderte Jugendliche

Die Kürzungen der Gelder für die Bundesanstalt für Arbeit führen zu einer starken Verschlechterung der beruflichen Förderung behinderter oder sozial schlechter gestellter Jugendlicher.

Da das Geld vom Bundesamt für Arbeit hinten und vorne nicht mehr reicht, stoppen die Arbeitsämter Ausbildungshilfen und Kurse, die bisher Tausenden ungelernter Jugendlicher den Start ins Berufsleben erleichterten, die sonst arbeitslos geblieben wären. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, können zum Beispiel in Hessen 2.610 von 7.200 Ausbildungshilfen für benachteiligte Jugendliche nicht mehr stattfinden.

Von diesen Kürzungen sind der Internationale Bund für Sozialarbeit (IBS), das Christliche Jugenddorf und zahlreiche andere Einrichtungen betroffen, die der Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit angeschlossen sind, und die bisher durchschnittlich 120.000 Jugendlichen zu einem besseren Start ins Arbeitsleben verhalfen.

So kann der IBS von den im Herbst beginnenden Lehrgängen 5.000 Plätze nicht mehr finanzieren und hat deshalb bereits 500 Lehrkräften und Pädagogen gekündigt. Diese Einrichtung hat bisher bundesweit jährlich 40.000 junge Menschen beruflich qualifiziert.

Das Bundesamt für Arbeit (BA) in Nürnberg erhält für 1997 aus Bonn statt der beantragten 9,4 Milliarden Mark nur 4,1 Milliarden. Den Landesarbeitsämtern, die die explodierenden Kosten für die wachsende Zahl arbeitsloser Menschen nicht mehr bewältigen können, fällt ihrerseits nichts besseres ein, als an den Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung, der sogenannten "aktiven Arbeitsmarktpolitik", radikal zu kürzen und zu streichen.

Auf der Strecke bleiben die Schwächsten der Gesellschaft, die arbeitslosen, behinderten und sozial benachteiligten Jugendlichen.

© neue Arbeiterpresse, Nr. 857, 01. Mai 1997

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