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zurück zum Inhalt dieser Ausgabe PSG-Stand am 1. Mai umlagertGroße Aufmerksamkeit erregte bei der 1. Mai-Kundgebung in Berlin der Stand der Partei für Soziale Gleichheit. Er hob sich nicht nur wohltuend von den betont unpolitischen Ständen und Imbißbuden der Gewerkschaften, Jusos und SPD-Verbänden ab, sondern auch von denen der zahlreichen kleinbürgerlich radikalen Gruppen in Berlin, denen man schon rein äußerlich ihren Pessimismus in die Entwicklung der Arbeiterklasse und ihre Anpassung an die Gewerkschaftsbürokratie ansah. Während einige DGB-Funktionäre nach dem Lesen des Plakats der PSG hastig weitergingen und sich lieber nicht auf Diskussionen einließen, blieben viele Arbeiter gerade deshalb stehen, weil das Plakat und das Flugblatt, das Mitglieder und Unterstützer der PSG verteilten, nicht nur die Regierung und alle Bonner Parteien, sondern auch die Gewerkschaftsbürokratie anklagte: "Die Gewerkschaften sind Teil der Bereicherungsorgie. Ihre Führer sitzen in den Entscheidungsgremien von Politik und Wirtschaft. Auch sie fordern Lohnsenkung durch Flexibilisierung und Arbeitszeitkonten. In den Betrieben organisieren sie die Gruppenarbeit und Jagd auf Kranke." Dies konnten viele aus ihren eigenen Erfahrungen bestätigen. "Endlich ein politischer Stand", äußerte ein Arbeiter erfreut zu einem PSG-Mitglied. "Ich habe die Gewerkschaftsstände abgeklappert, aber sie verkaufen nur Bier und Würstchen. Sie haben offenbar nichts zu sagen, weil sie selbst den Sozialabbau mitmachen." Zahlreiche Besucher des Stands fragten nach, welche Position die PSG zu einzelnen Problemen einnimmt - zur Privatisierungspolitik im Gesundheitswesen, zur Europäischen Währungsunion, zu anderen linken Parteien u.a. Es gab auch kontroverse Diskussionen - zum Beispiel darüber, ob man die Gewerkschaften nicht reformieren könne, ob die PDS nicht eine Alternative zu den Bonner Parteien darstelle und ob eine neue Partei der Arbeiterbewegung nicht letzlich wieder degenerieren würde wie die sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien. © neue Arbeiterpresse, Nr. 858, 15. Mai 1997 Copyright 1998 - 2008 World Socialist Web Site Alle Rechte vorbehalten! |