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zurück zum Inhalt dieser Ausgabe "Es war höchste Zeit, daß solch eine Partei gegründet wurde!"Am Samstag der vergangenen Woche wurde mit zwei Informationsständen die Partei für Soziale Gleichheit im Kreis Esslingen bei Stuttgart vorgestellt. Auch in Nürtingen und Kirchheim/Teck stieß die PSG auf reges Interesse, als Mitglieder Flugblätter zur Gründung der Partei verteilten und die neue Arbeiterpresse zum Kauf anboten. Viele Leute stimmten zu, daß es in Bonn keine wirkliche Opposition mehr gebe. SPD und die Gewerkschaften unterstützen uneingeschränkt die Kürzungspolitik von Kohl, oder aber organisieren sie selbst: Die SPD im Bundesrat, den Bundesländern und den Kommunen, die Gewerkschaften in unzähligen Betriebsvereinbarungen und Tarifrunden, in denen sie realer Lohnkürzung und Sozialabbau zustimmen. Viele Arbeiter äußerten sich ähnlich wie folgender Mercedes-Arbeiter aus Nürtingen: "Die IG Metall will doch gar nicht, daß die Arbeiter kämpfen. Denen wäre es doch am liebsten, wenn alles noch wie vor ein par Jahren in Ruhe und Ordnung wäre. Es sieht doch heute jeder, daß die Gewerkschaften längst ein wichtiges Rad im Räderwerk des Sozialabbaus sind." Armin, der mit dem Fahrrad am Nürtinger Büchertisch vorbeikam, war überrascht über die Gründung der PSG: " In der Politik ist alles so verknöchert, es fehlt an wirklich neuen Ideen. Außerdem gibt es keine politischen Diskussionen mehr. Das Gerede vom Sparen scheint alle Parteien und Politiker auf ein und dieselbe Linie gebracht zu haben - nämlich Abbau, Kürzen, Sparen - und dabei liest man doch regelmäßig von neuen Rekordgewinnen der Konzerne. Ich finde es richtig, daß sich mit der PSG eine Organisation nun auf Arbeiter und den sogenannten kleinen Mann stützt. Eure Ideen sind so völlig anders als das, was man sonst so hört, aber genau diese Art Kreativität braucht die Politik heute." In Kirchheim las gleich am frühen Morgen der 70jährige Jurist Georg Cvorkov aufmerksam unser Plakat. Spontan bemerkte er: " Es wurde höchste Zeit, daß solch eine Partei gegründet wurde. Die großen Parteien unterstützen allesamt den Abbau des Erreichten." Im Verlauf der Diskussion sagte er: "Die Menschen lehnen heute Kommunismus ab, weil sie durch das, was jahrzehntelang in Osteuropa passiert ist, Angst davor bekommen haben. Davon muß sich Eure neue Partei abgrenzen. Die Menschen setzen tatsächlich den Stalinismus mit dem Sozialismus gleich." Ein anderer Passant, Bernhard Schonske erklärte: "Die Politik wird nicht mehr von Politikern bestimmt, sondern vom Kapital. Entscheidungen werden in den Wirtschaftszentren gemacht. Was wir brauchen, ist so etwas wie eine politische Revolution. Ich denke auch, daß die Arbeiter heute gegeneinander ausgespielt werden und daß die Vereinigung auf internationaler Ebene erforderlich ist." An den zwei Infotischen wurden weit über 500 Flugblätter verteilt und etwa 100 Exemplare der Neue Arbeiterpresse sowie Literatur verkauft. Einige äußerten ihre Absicht, zur Versammlung der PSG am 24. Mai nach Stuttgart zu kommen. © neue Arbeiterpresse, Nr. 858, 15. Mai 1997 Copyright 1998 - 2008 World Socialist Web Site Alle Rechte vorbehalten! |