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Ford spart 200 Mio Mark auf Kosten der Arbeiter

Eine Betriebsvereinbarung bei den deutschen Ford-Werken beinhaltet für die Beschäftigten massiven Lohnverzicht und unbezahlte Mehrarbeit. 200 Millionen Mark pro Jahr will das Unternehmen auf Kosten der Belegschaften in Köln, Saarlouis, Düren, Wülfrath und Berlin, d.h. auf dem Rücken von zusammen rund 35.000 Beschäftigten einsparen.

Bis 1998 müssen die Fordarbeiter auf die tariflichen Lohnerhöhungen verzichten. Sie werden mit den übertariflichen Zulagen verrechnet. Übertarifliche Schichtzulagen werden systematisch reduziert: Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 1998 werden die übertariflichen Schichtzulagen für Spät- und Nachtarbeit auf die tariflichen Sätze reduziert. Feiertagsschichten wie Heiligabend und Silvester, die auf Wochentage fallen, werden in Zukunft als Freischichten berechnet.

Jeder Arbeiter wird künftig bis zu 70 Stunden Überstunden im Jahr - auch Samstagsarbeit - leisten müssen, ohne daß die Überstundenzulagen gezahlt werden! Gekürzt wird außerdem der Ausgleich des Unternehmens für Beschäftigte, die vorzeitig in Rente gehen. Bisher hatte Ford den Ausgleich auf 75 Prozent des bisherigen Lohns erstattet. Dafür schlägt der Konzern nun die Einführung von "Seniorenkonten" vor, die so aussehen sollen, daß die Beschäftigten sich in ihren besten Lebensjahren durch Überstunden (ohne Zuschläge!) selbst Arbeitszeit für später "ansparen" müssen, ohne daß sie irgendwelche Garantien für die spätere Entwicklung des Unternehmens in der Hand haben.

Restlos begeistert von diesem neuesten Exemplar eines "Pakts für Arbeit" ist einzig und allein der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wilfried Kuckelkorn. Er behauptete, dadurch sei die Existenzgrundlage der Beschäftigten für mehr als ein Jahrzehnt gesichert worden - eine mehr als gewagte Behauptung, wenn man bedenkt, daß Ford überhaupt keine ausdrückliche Beschäftigungsgarantie für die Arbeitnehmer abgegeben hat.

© neue Arbeiterpresse, Nr. 858, 15. Mai 1997

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