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Unternehmen kündigen weiteren Arbeitsplatzabbau an

Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem Rekordstand der deutschen Nachkriegsgeschichte, und doch geht der Abbau von Arbeitsplätzen ungebremst weiter. Nur drei Beispiele bekannter Firmen:

Die Beiersdorf AG plant in den kommenden drei Jahren die Vernichtung von 700 Arbeitsplätzen in Hamburg, Harrislee und Offenburg. Die Teerbau AG in Essen will in diesem Jahr 600 Stellen abbauen, die AEG in Nürnberg, Kassel und Rothenburg im selben Zeitraum sogar 1500.

Vor diesem gesamtgesellschaftlichen Hintergrund setzen die Betriebsräte in immer mehr Unternehmen Lohn- oder Gehaltsverzichtsabkommen durch.

Bei dem Maschinen- und Anlagenbauer Dorst, der Werke in Kochel, Kötzting und den USA betreibt, wurde Ende letzten Jahres mit der Begründung, nur so ließen sich die Arbeitsplätze sichern, in einer Betriebsvereinbarung der Verzicht auf den größten Teil des Weihnachtsgeldes festgelegt. Doch Anfang April stand schon wieder der Abbau von 50 (von insgesamt 450) Stellen auf der Tagesordnung. Nun fordert die Unternehmensleitung die Flexibilisierung der Arbeitszeiten sowie Kürzungen beim Urlaubsgeld.

Bei der führenden Offsetdruckerei Mohndruck in Gütersloh, die zum Bertelsmann-Konzern gehört, wurde vor kurzem eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, wonach die außertariflichen Angestellten auf sechs, die im Außendienst Tätigen auf acht und die Angehörigen der Geschäftsleitung auf zehn Prozent ihres Einkommens verzichten. Darüber hinaus wird wöchentlich zwei Stunden zusätzliche unbezahlte Arbeit geleistet. Die Betroffenen müssen der Vereinbarung in Einzelverträgen zustimmen; andernfalls droht die Geschäftsleitung mit der Auslagerung einzelner Betriebsteile oder der Verlagerung der Produktion in andere, kostengünstigere Betriebe der Konzerngruppe.

Bei der Wafa Kunststofftechnik in Augsburg, die gegenwärtig 420 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, haben die Beschäftigten auf Initiative des Betriebsrats in den letzten fünf Jahren auf jegliche Lohn- und Gehaltserhöhung verzichtet, und im letzten Jahr auch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Trotzdem hat das Unternehmen jetzt Konkurs angemeldet.

© neue Arbeiterpresse, Nr. 858, 15. Mai 1997

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