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Landesbibliothek stoppt Bücherankauf

Die größte Bibliothek Baden-Württembergs, die Stuttgarter Landesbibliothek stoppt mit sofortiger Wirkung den Ankauf neuer Bücher.

Zudem wird gerade geprüft, welche der 4500 regelmäßigen Zeitschriften abbestellt werden sollen.

Dazu sagte die Direktorin Schneider der Stuttgarter Zeitung: "Wir müssen die Notbremse ziehen und haben ein Kaufstopp verhängt, anders sind die Einsparungen von 1,35 Millionen Mark nicht zu verkraften."

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Baden-Württemberg hatte den Kunstetat für das laufende Jahr von 600 Millionen Mark um 13,9 Millionen für Theater, Museen und Bibliotheken gekürzt.

Weitere Kürzungen in den kommenden Jahren sind nicht ausgeschlossen.

Betroffen von den Maßnahmen sind auch die Universitätsbibliotheken. Die Bibliothek der Universität Stuttgart-Hohenheim, die 2,5 Millionen DM für Neuerwerbungen geplant hatte, bekam nur 1,2 Millionen.

Diese Einschnitte zeigen, daß auch das Wissen wieder zu einem Privileg der Reichen wird, die sich teure Bücher kaufen können. So zeigten sich viele Benutzer, aber auch Angestellte der Landesbibliothek empört.

Michaela Klapka, die sich gerade Bücher leihen wollte, erklärte der neuen Arbeiterpresse: "So eine Entscheidung ist doch völlig blöd! Sinn und Zweck einer Bücherei ist es doch gerade, das Wissen auf dem aktuellen Stand zu halten. Wenn nun keine neuen Bücher mehr gekauft werden, dann ist eben dieser Sinn verloren."

© neue Arbeiterpresse, Nr. 858, 15. Mai 1997

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