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Weitere Lohneinbußen im Bergbau

Der von der IG Bergbau und Energie (IGBE) vereinbarte Tarifabschluß für den Steinkohlebergbau bedeutet für die dort verbliebenen rund 80.000 Bergleute empfindliche finanzielle Einschnitte.

Löhne und Gehälter steigen ab 1998 um ein halbes Prozent und dann die nächsten 18 Monate gar nicht mehr, bedeuten also eine drastische Reallohnsenkung. Die eigentlichen Kürzungen stehen allerdings erst noch bevor. Über deren Höhe wird noch Stillschweigen bewahrt.

So werden im nächsten Jahr einmal mehr zur "Beschäftigungssicherung" zusätzliche Freischichten geplant. Diese neuen Freischichten bezahlen die Bergleute aus ihrem Weihnachtsgeld.

Pro Freischicht werden 0,5 Prozent des Jahresbruttoeinkommens inklusive Weihnachtsgeld vom Weihnachtsgeld abgezogen. Das wären beispielsweise bei einem Einkommen von brutto 40.000 DM im Jahr 200 DM pro Freischicht! Die Anzahl der neuen Freischichten ist noch nicht bekanntgegeben worden.

Offensichtlich wartet die IGBE damit, bis die Bergarbeiter sich über den Tarifabschluß beruhigt haben. Denn bereits jetzt fahren die Bergleute jedes Jahr 21 Freischichten - mit entsprechenden Lohneinbußen. Da hilft auch die Erhöhung der Jahresvergütung um 600 DM nichts mehr.

Die IGBE zeigte sich mit dem Abschluß zufrieden: "Wir haben alle Möglichkeiten genutzt."

© neue Arbeiterpresse, Nr 859, 29. Mai 1997

 

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