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zurück zum Inhalt dieser Ausgabe Schüler demonstrieren vor PDS-BezirksamtRund 150 Schüler der Haeckel-Oberschule (Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe) demonstrierten am 20. Mai vor dem Bezirksamt Hellersdorf in Ostberlin, das von der PDS regiert wird. Sie forderten den versprochenen Bau einer neuen Schule, da ihre eigene Schule zusehends zerfällt und umfangreicher Renovierungen bedarf. So müssen die Schüler in der Turnhalle bei minus 10 Grad ohne Heizung auskommen, weil die Heizungsrohre so marode sind, daß die abmontiert wurden. Die elektrischen Installationen sind lebensgefährlich, die Abwasserrohre völlig brüchig, so daß überall in der Schule Wasserschäden entstanden sind. Die Fenster sind absolut undicht und hängen zum Teil nur noch an einem Haken. Sowohl Dächer als auch Fußböden, Wände und Mauern weisen riesige Löcher auf. So war dann auch eins der Plakate der Schüler mit dem Spruch versehen: "Manche sind klug, manche sind dumm, unsere Schule kippt um!" Doch diese Zustände sind weder für den Senat noch für das Bezirksamt etwas Neues. 1990 hatte der Senat für solche Fälle sogar einmal einen Sonderfonds eingerichtet, der allerdings 1994 plötzlich wieder eingestellt wurde. Ein Gutachten über den Zustand der Schule wurde ebenfalls erstellt, doch wird es niemandem zugänglich gemacht. Das Grundstück, das für die Einrichtung einer neuen Schule für 6 Mio. DM gekauft wurde, liegt seitdem brach. Stattdessen sind Pläne für den Bau eines neuen Gymnasiums entworfen worden: Kostenpunkt 80 Mio. DM! Allerdings soll es nicht im Einzugsbereich der Haeckel-Oberschule gebaut werden, wo auch das 6-Millionen-Mark Grundstück liegt, sondern am anderen Ende Hellersdorfs. Im Zuge der Sparmaßnahmen des Senats, die PDS-Bürgermeister Klett vor Ort umsetzt, bewilligt das Bezirksamt nur 10.000 DM jährlich für die Schule. Die nötigen Reparaturen erfordern allerdings 15-20 Mio. DM. Den 900 Schülern droht daher bald die Schließung ihrer Schule. Für sie würde dies bedeuten, lange Fahrzeiten zu einer anderen Schule in Kauf nehmen zu müssen. Die Haeckel-Schule ist, wie alle anderen Schulen im kinderreichen Bezirk Hellersdorf, voll ausgelastet, und die Berechnungen des Senats gehen davon aus, daß zu den jetzigen 5000 Oberschülern in Hellersdorf in den nächsten Jahren 10.000 dazukommen werden. Sowohl Schüler als auch Elternsprecher fragen sich, weshalb ein neues Gymnasium gebaut wird, obwohl es bereits fünf in Hellersdorf gibt, gleichzeitig die Heartfield-Gesamtschule eine Straße weiter geschlossen wird und ihre eigene Gesamtschule zerfällt. "Wo sollen denn die Schüler hin?" fragte Wolfgang Iser, der Schülersprecher. Nachdem sich Schüler, Lehrer und Eltern vergeblich an alle lokalen Politiker von Bezirk und Senat gewandt hatten, um den Bau eines neuen Schulgebäudes und den Beginn der Renovierungen zu fordern, starteten sie letztes Jahr eine Unterschriftensammlung. Sowohl Ingrid Stahmer (SPD) vom Senat als auch Uwe Klett (PDS), Bürgermeister von Hellersdorf gaben die gleiche Antwort: "Wir können die Forderungen nicht erfüllen. Die Sparmaßnahmen zwingen uns dazu, wir haben kein Geld." Doch allen Sparmaßnahmen zum Trotz läßt sich Uwe Klett ein neues Rathaus bauen. Holger Hartig, Elternsprecher meinte zur neuen Arbeiterpresse: "Die PDS-Politiker reden sich die Köpfe heiß, aber tun nichts für ihren Bezirk. Und was alle Politiker angeht, so bräuchte man nichts bei den Schulen zu kürzen. wenn sie ihre Diäten kürzen würden! Klett läßt sich sein Rathaus bauen, anscheinend ist ihm das Bezirksamt nicht gut genug. Unser nächstes Motto wird daher sein: ,Wir ziehen ins neue Rathaus.'" Am 7. Juni planen die Schüler und Eltern eine Demonstration zum Roten Rathaus und wollen an der Bürgersprechstunde teilnehmen. © neue Arbeiterpresse, Nr 859, 29. Mai 1997 Copyright 1998 - 2008 World Socialist Web Site Alle Rechte vorbehalten! |