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zurück zum Inhalt dieser Ausgabe Streik der Nike-Arbeiter in Indonesien und VietnamAm 25. April beteiligten sich zwischen 5.000 und 10.000 Arbeiter einer Nike-Vertragsfirma am Rande der indonesischen Hauptstadt Jakarta an einer zweistündigen Protestaktion, um höheren Lohn zu fordern. Zwei Arbeiterinnen wurden verletzt und mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Arbeiter verbrannten Autos und stürmten die Büros der PT Hardaya Aneka Shoes Industri, die als Vertragsfirma für Nike Sportschuhe herstellt. Der Betrieb mit 14.000 Beschäftigten wurde über das Wochenende geschlossen. Dies war die zweite Protestaktion in weniger als einer Woche. Am vorherigen Dienstag legten 10.000 Arbeiter ihre Arbeit nieder und forderten, daß die Löhne sofort auf den offiziellen monatlichen Mindestlohn von 172,500 Rupiah (ca. DM 120) angehoben werden. Die Geschäftsleitung erklärte sich anfangs zu einer Lohnerhöhung bereit, rechnete jedoch eine Anwesenheitsvergütung in den Grundlohn mit ein. Tatsächlich erhielten die Arbeiter jedoch keine höheren Löhne, was zu der erneuten Protestaktion führte. Am Ende stimmte die Geschäftsleitung einer minimalen Lohnerhöhung zu. Im Januar hatte die Regierung den Minimumlohn in allen 27 Provinzen um durchschnittlich 10,07 Prozent mit Wirkung vom 1. April angehoben. Der Minimumlohn, der in den verschiedenen Landesteilen unterschiedlich ist, entspricht in Jakarta ungefähr DM 4,50 pro Tag. Regierungsvertreter geben zu, daß auch der neue Mindestlohn nur 90 Prozent der Grundbedürfnisse einer Einzelperson abdeckt. Der Sprecher von Nike, Jim Small, reagierte auf die Erhöhung des Mindestlohns mit der Warnung an das Suharto-Regime, Indonesien könne einen Punkt erreichen, an dem es sich mit seinen Preisen selbst aus dem Markt bugsiere. Wie alle transnationalen Konzerne hält Nike ständig weltweit nach Standorten Ausschau, wo noch billigere Arbeitskräfte anzutreffen sind. Nachdem der Konzern rücksichtslos die indonesischen Arbeiter unter verheerenden Bedingungen ausgebeutet hat, wendet er sich nun China, Vietnam und anderen Ländern zu, wo die Löhne noch niedriger sind. Die Markenschuhe, die in Vertragsfirmen von Arbeitern hergestellt werden, die nicht mehr als 40 oder 50 Pfennige pro Stunde gezahlt bekommen, werden auf dem Markt in Europa, den USA und Australien für mehrere hundert DM verkauft. Nike rechnet für das Jahr 1997 mit Einnahmen von ca. 7 Milliarden DM. Am gleichen Tag, als die Protestaktion in Indonesien stattfand, legten auch 3.000 Arbeiter in einer anderen Nike-Vertragsfirma am Rande von Ho Chi Minh-Stadt in Vietnam die Arbeit nieder und forderten höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und größere Sicherheit am Arbeitsplatz. Die Arbeiter erhalten ca. 70 DM pro Monat. Diese Protestaktion in dem Betrieb der südkoreanischen Firma Sam Yang war einer der größten Streiks der jüngsten Zeit. Im vergangenen Jahr sah sich die Geschäftsleitung gezwungen, auf Proteste der Arbeiter hin einen Aufseher zu maßregeln, weil er Arbeiter geschlagen hatte. © neue Arbeiterpresse, Nr. 861, 26. Juni 1997
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