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"Man muß sich halt irgendwie durchschlagen"

Sylvia Pompo (18) und Sabrina Friedlinghaus (17) haben bereits vor zwei Jahren ohne Abschluß die Gesamtschule verlassen. Sabrina hat anschließend eine Förderungsmaßnahme der Kreishandwerkerschaft mitgemacht. "Das würde ich aber keinem empfehlen. Das ist reine Beschäftigungstherapie. Da lernt man nichts. Man geht drei Tage zur Schule und zwei Tage zur Arbeit. Und bei der Arbeit macht man alles mögliche, nur nicht ein Handwerk richtig erlernen. Jetzt bin ich bereits im zweiten Berufsvorbereitungsjahr, diesmal bei der Ruhrkohle AG."

Auch ihre Freundin Sylvia ist jetzt bei der Ruhrkohle AG. Beide wollen dort ihren Hauptschulabschluß nachmachen. "Denn ich habe bislang ja noch gar nichts, um mich zu bewerben", sagt Sabrina. "Mit unseren Zeugnissen und dann noch zwei Lehrgängen wird es ganz schön schwierig, uns nimmt doch keiner", fügt Sylvia hinzu. Daher möchte sie anschließend weiter zur Schule, zur Handelsschule, gehen. Sabrina möchte Schreinerin werden. "Hoffentlich klappt es dann. Ich habe mich auch vorher schon bemüht, aber nichts gefunden. Ich wollte nach meiner Erfahrung mit dem Jahr bei der Kreishandwerkerschaft auch lieber in eine überbetriebliche Ausbildung und erst danach in einen Betrieb. Wenn man seine Ausbildung im Betrieb macht, muß man eh nur fegen und aufräumen."

Kevin Dzuba (18) lernt derzeit als Maurer in einer vom Arbeitsamt bezahlten Lehrstelle. "Eigentlich wollte ich Maler werden. Ich hatte auch schon in einem Malerbetrieb gearbeitet. Weil ich aber erst nach dem Beginn des Ausbildungsjahres angefangen hatte, habe ich erst als Hilfsarbeiter dort gearbeitet und wollte anschließend, zum neuen Ausbildungsjahr, meine Lehre beginnen.

Doch meine Firma hat Konkurs angemeldet. Jetzt lerne ich halt Maurer, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, Maurer zu werden. Das sehe ich nur so als Übergang. Ich möchte anschließend Maler lernen. Mal sehen, ob es klappt, man muß sich halt irgendwie durchschlagen."

© neue Arbeiterpresse, Nr. 862, 10. Juli 1997 

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