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zurück zum Inhalt dieser Ausgabe Selliah Rajkumar nach internationaler Kampagne freiSelliah Rajkumar, ein Mitglied der srilankischen Socialist Equality Party, wurde am 20. Juli aus dem "Umerziehungslager" in Bindunuwewa bei Bandarawela in Sri Lanka freigelassen. Tausende tamilischer Jugendlicher werden in solchen Lagern ohne Anklage oder Gerichtsverfahren festgehalten, gefoltert und mißhandelt. Aufgrund der energischen internationalen Kampagne, die das Internationale Komitee der Vierten Internationale (IKVI) und seine Sektionen weltweit seit über einem Jahr führten, sahen sich die srilankischen Behörden nun zur Freilassung von Rajkumar gezwungen. Rajkumar war in Arunapura von der Polizei festgenommen und seit dem 14. Juli vergangenen Jahres in der Polizeiwache Aralaganwila in der Ostprovinz Sri Lanka festgehalten worden. Weder die Polizei noch andere Behörden konnten stichhaltige Gründe für seine Festnahme nennen. Obwohl die SEP den Fall vor Gericht brachte und beim Obersten Gerichtshof Sri Lankas einen Haftverschonungsantrag stellte, blieb er länger als ein Jahr inhaftiert. Nach monatelanger Gefangenschaft in einer Zelle der Polizeiwache transferierte man ihn in eines der sogenannten Rehabilitationslager, die speziell für unter dem Antiterrorismusgesetz Inhaftierte geschaffen wurden. Die Insassen dieser Lager werden einer Gehirnwäsche unterzogen und sind Einschüchterungen ausgesetzt, um ihren Willen zu brechen. Sie werden außerdem gezwungen, alle möglichen Arbeiten ohne Bezahlung zu verrichten. Rajkumar hatte dagegen protestiert und sich ungeachtet aller Drohungen geweigert, diese Sklavenarbeit zu verrichten. Die Entscheidung für die Internierung ist direkt im Verteidigungsministerium der Volksallianzregierung getroffen worden. In einem Brief vom 26. Dezember 1996 hat dies der "Kommissar für Rehabilitation" auf eine Anfrage der SEP hin selbst zugegeben. Die Volksallianzregierung war sich über die Bedeutung der politischen Kampagne des IKVI und seiner srilankischen Sektion durchaus bewußt und verbot den Mitgliedern der SEP, Rajkumar im Lager zu besuchen oder ihn zu treffen. Diese Unterdrückungsmaßnahmen vermochten die politische Moral von Rajkumar jedoch nicht zu brechen. Trotz des Verbots gelang es der SEP, Rajkumar über die politische Kampagne des IKVI auf dem laufenden zu halten. Die Sektionen des IKVI organisierten Demonstrationen vor den Botschaften und Konsulaten Sri Lankas in Bonn, London, Sydney, New York. Die SEP in Sri Lanka selbst führte mehrere Demonstrationen und Protestveranstaltungen in Colombo durch, die Regierung und ihre Botschafter erhielten zahlreiche Protestbriefe aus aller Welt. Bei seiner Freilassung aus dem Lager empfingen Rajkumar zwei Genossen der SEP. Bei einem Empfang im Büro des SEP-Ortsverbandes in Bindunuwewa dankte Rajkumar der SEP und dem IKVI für die Kampagne und den Kampf um seine Freiheit. Am nächsten Abend besuchte Rajkumar das Hauptbüro der SEP in Colombo und wurde von den führenden Genossen der SEP und anderen Mitgliedern willkommen geheißen. In seiner Grußrede dankte Rajkumar der SEP und dem IKVI erneut. Er sagte: "Auf meinem Grab würde jetzt schon das Gras wachsen, wenn die Genossen der SEP nicht für mich eingetreten wären und für meine Freiheit gekämpft hätten." Bei seiner Rückkehr in sein Heimatdorf Udappuwa am folgenden Tag wurde Rajkumar von 200 Dorfbewohnern begrüßt, die sich versammelt hatten, nachdem SEP-Mitglieder die Neuigkeit von der Freilassung von Rajkumar überbracht hatten. Rajkumar erklärte den Anwesenden, daß sein Glaube und sein Engagement der SEP gelte als der einzigen Partei, die wirklich für die demokratischen Rechte der unterdrückten Massen der tamilischen Minderheit eintritt. Er versprach seine Anstrengungen für den Aufbau der SEP zu verdoppeln. Dann rief er die Anwesenden dazu auf, seinem Beispiel zu folgen. "Der Kampf für die Rechte der Menschheit ist noch nicht zu Ende, auch wenn ich nun wieder zu Hause bin. Ich habe noch immer nicht die Möglichkeit in dem Land, in dem ich geboren bin, frei zu reisen. Der rassistische Krieg und die Ausnahmegesetze halten die Massen weiterhin unter der kapitalistischen Herrschaft geknebelt. Das ist auch Euer Schicksal. Durch den Aufbau einer revolutionären Führung müßt ihr dieses Problem lösen." © neue Arbeiterpresse, Nr. 863, 14. August 1997
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