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Krebs und Leukämie in Industrieregionen

Eine Anhörung der australischen Trotzkisten

Leukämieerkrankungen mit Todesfolge treten in der australischen Industrieregion von Wollongong im Bundesstaat New South Wales mit überdurchschnittlicher Häufigkeit auf, besonders bei jungen Menschen. Ursache der Krebs- und Leukämieerkrankungen sind offensichtlich giftige Emissionen und Bodenablagerungen, die von der Regierung sowie den dortigen Stahlwerks-, Kupferhütten- und Kokereiunternehmern systematisch vertuscht und heruntergespielt werden.

Die Socialist Equalitiy Party (SEP), die australische trotzkistische Partei, hat am 19./20. Juli in dem Industrievorort Port Kembla eine öffentliche Anhörung (Workers Inquiry) dazu veranstaltet. Die Anhörung wies nach, daß der jüngste Regierungsbericht zu dieser Frage mit dem eindeutigen Ziel fabriziert worden ist, den Unternehmen Kosten für Umweltschutzmaßnahmen zu sparen und sie vor Entschädigungsforderungen der Opfer und ihrer Angehörigen zu bewahren.

Die SEP hatte ihre Untersuchungen begonnen, nachdem die zwanzigjährige Melissa Cristiano, die im letzten Jahr selbst an Leukämie gestorben ist, kurz vor ihrem Tod darauf aufmerksam machte, daß auffällig viele junge Menschen in der Region an dieser relativ seltenen Krank-heit sterben.

In dieser Ausgabe dokumentieren wir einen Teil der Berichte und Zeugenaussagen von der Anhörung.

© neue Arbeiterpresse, Nr. 864, 28. August 1997 

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