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"Jeden Monat erfahren wir von neuen Krebsfällen"

Aussagen der Mutter eines Opfers vor der Anhörung

Julie Kay wohnt in Warrawong. Ihre Tochter Emma starb im Teenageralter an einem Gehirntumor.

Der größte Teil meiner Familie hat im Stahlwerk gearbeitet. Viele von ihnen sind an Krebs erkrankt oder haben Lungenprobleme bekommen. Emma dachte immer, daß ihre Krankheit mit unserer Umwelt zusammenhing.

Zwei von Emmas Klassenkameradinnen sind bereits an Krebs gestorben. Eine starb sechs Monate nach Emma, die andere einen Monat vor ihr. Eine dritte kämpft noch gegen ihre Leukämie.

Ich begann, Verdacht zu schöpfen, als ich erfuhr, daß viele Kinder hier in der Gegend an Gehirntumoren und anderen Krebsarten erkranken. Wir haben uns dann in Organisationen zusammengeschlossen wie Camp Quality und CANTEEN. Wir trafen uns mit einigen der kranken Kinder aus dieser Gegend – viele von ihnen waren aus Berkeley.

Jetzt erhalten wir jeden Monat Rundbriefe. Jeden Monat gibt es viele neue Opfer und neue Todesfälle.

Wir wissen, daß es die Umwelt ist, und wir versuchen, gegen die Regierung zu kämpfen. Frau Dr. Westley-Wise [Leiterin der Gesundheitsbehörde] sagt doch in der Öffentlichkeit nur das , was sie sagen darf.

Einige Leute sagen, wenn wir diese Gegend nicht mögen, dann sollten wir eben wegziehen. Aber es waren wirtschaftliche Gründe, die uns hierher gebracht haben. Viele Leute haben einfach nicht das Geld für einen Umzug, obwohl sie genau wissen, daß diese Umgebung krank macht.

Die Industrie tut nichts, um sauberer zu werden, es ist ihnen einfach zu teuer. Die Behandlung für die Leukämie-Opfer ist sehr teuer. Die Bedingungen in dem Krankenhaus, wo ich arbeite, sind sehr primitiv. Es gibt viel zu wenig Personal, und man läuft sich die Hacken ab. Die Beschäftigten in den Kliniken sind nicht schuld, was sie tun können, ist sehr begrenzt.

Mein Schwiegervater, der im Bergwerk gearbeitet hat, ist an Lungenkrebs und einem Gehirntumor gestorben. Auch das hing bestimmt mit der Industrie zusammen.

Wir müssen der Sache auf den Grund gehen und feststellen, was in unserer Umwelt dies alles verursacht."

© neue Arbeiterpresse, Nr. 864, 28. August 1997 

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