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Konzernpleiten in Südkorea

Die südkoreanische Regierung sieht sich gezwungen, den Banken ihres Landes neue Beschränkungen bei der Kreditvergabe aufzuerlegen, nachdem eine Reihe großer Konzerne zusammengebrochen sind und Besorgnis über die Höhe der Schulden laut wurde.

Seit Januar sind fünf größere Konglomerate oder Chaebols bankrott gegangen oder waren zu größeren Umstrukturierungen gezwungen. Zwei große Bau- und Stahlkonglomerate, Hanbo und Sammi, mußten Konkurs einreichen. Zwei weitere – Jinro und der Textilgigant Dainong – sind nur durch ihre Gläubiger vor dem Bankrott bewahrt worden.

Mitte Juli wude die 20 Mrd, Dollar (36 Mrd. DM) starke Kia-Gruppe, Koreas zweitgrößter Autohersteller, für ein Moratorium über 10,7 Mrd Dollar (19,3 Mrd. DM) Schulden in mehrere Teile zerschlagen.

Diese Zusammenbrüche sind nur die Spitze des Eisberges. Laut offiziellen Angaben haben 170 größere koreanische Unternehmen eine Verschuldungsrate von 500 Prozent. Die Höhe der Schulden – sie wurde letzten Dezember auf 18 Mrd. Dollar (32,4 Mrd. DM) geschätzt – gefährdet die Stabilität des Finanzsystems.

Schon jetzt haben größere Kreditinstitute den fünf bankrotten Chaebols weitere 24,6 Mrd. Dollar (ca. 44 Mrd. DM) an Krediten gewährt – das entspricht etwa zehn Prozent der Geldmittel Südkoreas.

Am 17.Juli erbat die Korea First Bank, die zweitgrößte Geschäftsbank des Landes, einen Kredit in Höhe von 1,1 Mrd. Dollar (2 Mrd. DM) von der Zentralbank. Die Korea First Bank, die Kia hohe Kredite gewährt hatte, war Gläubiger bei riskanten Krediten über 3,2 Mrd. Dollar (5,8 Mrd. DM) und mußte die höchsten Verluste der Bankgeschichte Südkoreas verbuchen. Die Regierung versucht verzweifelt, die Löcher zu stopfen. Der hohe Regierungsbeamte Yoon Chong Won erklärte: "Wir versuchen zu vermeiden, daß sich eine Panik bei den Banken entwickelt."

Auch in Korea zählen japanische Finanzhäuser zu den größten Investoren. Ein Bankenkrach in Korea würde sich sofort auf Japan ausweiten und die Rivalitäten zwischen dieser Wirtschaftsmacht, China und den USA um die Vorherrschaft in der Region eine neue Aggressivität verleihen.

© neue Arbeiterpresse, Nr. 864, 28. August 1997 

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