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Berliner Senat privatisiert Krankenhauswäscherei

Gegen den Widerstand der Beschäftigten hat der Gesundheitssenat von Berlin Ende August die Zentralwäscherei des Krankenhauses Neukölln an die Firma Hospitex verkauft.

128 Beschäftigte der Wäscherei, die auch für zahlreiche andere Krankenhäuser Berlins gewaschen hat, werden ab November nach und nach auf andere Arbeitsplätze in unterschiedlichen Krankenhäusern umgesetzt.

Der Berliner Senat begründete die lange vorbereitete Privatisierung mit den Marktbedingungen. Der Wäschepreis sei auf dem freien Markt viel niedriger als in Betrieben des Öffentlichen Diensts.

Die Firma Hospitex setzt künftig in der Wäscherei eigene Beschäftigte ein, die mit etwa 10 Mark Stundenlohn nur halb soviel wie die bisherigen Angestellten verdienen. Selbst dieser Lohn gilt nur für Westberlin. Einen Teil der Wäsche wird die Firma voraussichtlich an ihren Hauptsitz Zerbst in Sachsen-Anhalt transportieren, wo sie noch billiger gewaschen werden kann.

Der Personalratsvorsitzende des Krankenhauses Neukölln, Volker Gernhardt, sprach gegenüber der neuen Arbeiterpresse die Vermutung aus, daß auch Hospitex sich auf Dauer in Berlin nicht halten wird.

Wahrscheinlich werde langfristig die Krankenhauswäsche insgesamt nach Polen transportiert, wo sie zu Niedrigstlöhnen gewaschen werden kann.

© neue Arbeiterpresse, Nr. 865, 11. September 1997 

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