Hundert Jahre seit dem Herero-Aufstand

Deutscher Imperialismus in Südwestafrika

Von Bernd Reinhardt
24. Januar 2004

Herero aus Namibia fordern seit 1995 Wiedergutmachung an einem nachweislichen Völkermord, der vor hundert Jahren vom Deutschen Kaiserreich begangen wurde. Die rot-grüne Bundesregierung weigert sich die Klage anzuerkennen, wie auch die Deutsche Bank und die Reederei Deutsche Afrika-Linie/Safmarine (Rechtsnachfolgerin der Woermann-Linie), die unmittelbar von den Verbrechen der damals offiziellen deutschen Politik profitiert hatten. Der internationale Gerichtshof in Den Haag wies die Klage ebenfalls ab.

Der moderne deutsche Kapitalismus trat verspätet auf die Weltbühne. Als sich Deutschland nach der Reichseinigung 1871 zur Großmacht entwickelte, hatten sich England, Frankreich, Holland und andere Kolonialmächte bereits große Teile Afrikas und Asiens als Kolonien angeeignet. Mit umso brutaleren Methoden versuchte gegen Ende des 19. Jahrhunderts die deutsche Bourgeoisie, noch einen Zipfel in Afrika zu ergattern und sich so den Zugang zu wertvollen Rohstoffen, billigen Arbeitssklaven und neuen Märkten zu sichern.

Die Vorhut des Kolonialismus bildeten die christlichen Missionare. Bereits 1842 eröffnete die deutsche Rheinische Missionsgesellschaft eine Station in Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Zu jener Zeit lebten dort mehrere Nomaden- bzw. Halbnomadenvölker: im Süden die Nama, im Zentrum die Herero, im Norden die Ovambo. Weitere Missionsstationen folgten, und schließlich kamen den christlichen Missionaren wenige Jahrzehnte später deutsche Kolonialtruppen nach.

Bis zum 18. Jahrhundert halfen Missionare in Afrika, den Sklavenhandel in Schwung zu halten, indem sie die Bewohner tauften und durch die Bekehrung zum Christentum auf ihr Sklavendasein vorbereiteten. Mit dem Aufstieg des Kapitalismus im 19. Jahrhundert erlebte auch das Missionswesen in Afrika einen neuen Aufschwung. Missionsstationen entwickelten sich zu einer Drehscheibe des Handels. Sie gründeten große Handelsgesellschaften, bauten eigene Handelsnetze auf, bewirtschafteten riesige Pflanzungen und Farmen, auf denen eine Unzahl freigekaufter Sklaven zu niedrigen Löhnen arbeiteten, und legten so den Grundstein für den Anbau von Monokulturen, der später so verheerende Hungerkatastrophen nach sich ziehen sollte. Durch ihre genauen Kenntnisse des Landes und seiner Einwohner waren sie prädestiniert, als Vermittler aufzutreten und auf diese Weise kolonialen Eroberungen den Weg zu bahnen.

1870 gründete die Rheinische Missionsgesellschaft in Deutschland eine Missions-Handels-Aktiengesellschaft, deren Spezialität die Einfuhr von Waffen ins südliche Afrika war. Der Handel brach zusammen, als acht Jahre später die Kolonialmacht England die südliche Walfish-Bay besetzte.

1884 beginnt dann die eigentliche Geschichte Deutsch-Südwestafrikas. Vier Jahre zuvor hatte Bismarck die Forderung der Missionare nach militärischem Schutz noch abgelehnt. Im April 1884 entschied er jedoch, Gebiete, die der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz mit Hilfe von Missionaren ab 1883 erworben hatte, unter den offiziellen Schutz des Deutschen Reiches zu stellen. Im Herbst machte Bismarck die Kolonien zum Wahlkampfthema.

Um diese Zeit war der Kongo in das Interessenfeld der imperialistischen Mächte gerückt. Südwestafrika wurde von Deutschland als günstige strategische Ausgangsposition betrachtet, um später weiter in das Innere Afrikas vordringen zu können. Bismarck initiierte im November 1884 die Berliner Konferenz, auf der das weitere Vorgehen zwischen zwölf europäischen Kolonialmächten, dem Osmanischen Reich und den USA abgestimmt wurde. Deutschland beanspruchte für sich Togo, Kamerun und Südwestafrika.

Neben der Forderung des expandierenden Finanzkapitals nach eigenen Kolonien reagierte Bismarck auch auf innenpolitischen Druck. "Für Bismarcks Entscheidung, Kolonialpolitik zu betreiben, waren letztlich innenpolitische Gründe ausschlaggebend", heißt es bei Heiko Möhle. "Die Aussicht auf einen ‚Platz an der Sonne’ mit neuen Rohstoffquellen und Absatzmärkten für die Industrie sollte die unruhige Arbeiterschaft besänftigen." (1)

Mit der Förderung der Auswanderung wurde ein zusätzliches Ventil für die wachsende soziale Unruhe im Reich geschaffen. Manch einem erschien es als Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen. Bestimmte kleinbürgerliche Schichten zeigten sich angetan von der Vorstellung einer bodenständig-alternativen Siedlergemeinschaft, außerhalb der sie beunruhigenden modernen Welt. Es gab aber auch die Überlegung zur Errichtung von "Verbrecherkolonien".

Obwohl Teile der deutschen Presse 1884 einen "Kolonialrausch" zu erzeugen versuchten, gab es nach wie vor auch Skepsis gegenüber einer Kolonialpolitik. Teile des Bürgertums befürchteten, die Kolonien würden viel Geld kosten, aber keins einbringen. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung lehnte Kolonien prinzipiell ab und trat im Reichstag offen dagegen auf. Fünf Jahre nach der Berliner Konferenz erklärte August Bebel:

"Im Grunde genommen ist das Wesen aller Kolonialpolitik die Ausbeutung einer fremden Bevölkerung in höchster Potenz. Wo immer wir die Geschichte der Kolonialpolitik in den letzten drei Jahrhunderten aufschlagen, überall begegnen wir Gewalttätigkeiten und der Unterdrückung der betreffenden Völkerschaften, die nicht selten schließlich mit deren vollständiger Ausrottung endet. (...) Und um die Ausbeutung der afrikanischen Bevölkerung im vollen Umfang und möglichst ungestört betreiben zu können, sollen aus den Taschen des Reiches, aus den Taschen der Steuerzahler Millionen verwendet werden. (...) Dass wir als Gegner jeder Unterdrückung nicht die Hand dazu bieten, werden Sie begreifen." (2)

Lüderitz hatte unter anderem das Hinterland der englischen Walfish-Bay erworben und bekam den staatlichen Auftrag, den weiteren Verlauf des westlichen Küstenstreifens nach Norden bis zur portugiesischen Kolonie Angola von den Afrikanern zu kaufen. England sollte daran gehindert werden, seinen Einfluss im südlichen Afrika weiter auszubauen.

Als die Käufe scheiterten, hissten einige Kriegsschiffe an der Westküste die deutsche Flagge. Diese Präsenz hatte Erfolg. Ein Teil der Herero-Häuptlinge unterschrieb so genannte "Schutzverträge". Sie erhofften sich davon Beistand in den Kämpfen gegen die Nama, die seit 1880 wieder ausgebrochen waren. Die Schutzverträge verboten den Herero, Verträge mit anderen Kolonialmächten abzuschließen, und verpflichteten sie, das Leben und Eigentum der deutschen Siedler zu schützen und ihnen unbeschränkten Handel auf ihrem Gebiet zu gewähren.

Die Schutzverträge waren der erste Schritt zur Kolonisation. Sie gaben Deutschland die Möglichkeit, sich Einflusssphären zu sichern und auf "legale Weise" militärische Operationen in Afrika durchzuführen.

Bismarck sandte lediglich den Ersten Reichskommissar Heinrich Göring, den Vater der späteren Nazi-Größe Hermann Göring, und zwei weitere offizielle Vertreter nach Südwestafrika, um das Land in deutschen Besitz zu nehmen. Von dieser "Schutzmacht" ließen sich die Afrikaner nicht sonderlich beeindrucken. 1888 kündigten die Herero die Verträge auf. Die deutschen Reichsbeamten flüchteten auf englisches Gebiet und forderten von dort ein militärisches Eingreifen.

Den Engländern schien dies das Ende der deutschen Kolonialherrschaft zu sein. Ein Mr. Kingon erbot sich, Südwestafrika für zwei Millionen Mark zu kaufen. Um symbolisch Präsenz zu zeigen, sandte Bismarck darauf unter dem Befehl von Hauptmann Curt von Francois einen ersten kleinen Militärtrupp in das Gebiet.

Die "Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika" (DKfSWA), die 1885 den Besitz des pleite gegangenen Lüderitz aufgekauft hatte, kritisierte den geringen Enthusiasmus der Regierung. Hinter der privaten Handelsgesellschaft standen die reichsten Männer Deutschlands und diverse Banken, wie Dresdener und Deutscher Bank. Zwar waren die erhofften Diamant- und Goldfunde ausgeblieben, doch Untersuchungen hatten ergeben, dass reiche Rohstoffvorkommen vorhanden sein mussten. Das große Geschäft würde sich langfristig lohnen. Als die Gesellschaft im September 1889 drohte, den größten Teil ihrer Gebiete an eine englische Kapitalistengruppe zu verkaufen, reagierte Bismarck schnell. Er erinnerte an die patriotischen Pflichten, verbot den so genannten Groll-Vertrag und verstärkte die Schutztruppe auf 50 Mann.

Sehr zur Erleichterung der ins Land geströmten deutschen Siedler waren die Herero bald bereit, die alten Schutzverträge wieder anzuerkennen. Dabei war es das respektlose, rassistische Auftreten vieler Siedler gegenüber den Afrikanern und ihren Frauen gewesen, die Missachtung ihrer Sitten und Bräuche, welche die Spannungen aufgeheizt und nicht unwesentlich zur Aufkündigung der Schutzverträge beigetragen hatte.

Auch die Geistlichkeit atmete auf: "Ich glaube, wenn die Damaras mal ordentlich unter die Knute kommen, werden es ganz nette Kerle, dann werden sie bessere Lehren annehmen von ihren Missionaren. Mit Liebe und Barmherzigkeit haben wir sie lange genug behandelt, aber sie tanzen uns jetzt auf dem Kopfe herum". (3)

Seit längerem versuchte Hendrik Witbooi, das Oberhaupt des führenden Nama-Stammes, erfolglos mit den Herero über ein militärisches Bündnis gegen die Deutschen zu verhandeln. 1892 beendeten Herero und Nama den zwischen ihnen seit Generationen andauernden Krieg. Beunruhigt verstärkte die Kolonialverwaltung das Militär um 216 Mann. Der Befehl der alarmierten Truppe lautete unmissverständlich, "den Stamm der Witboois zu vernichten". (4)

Am Morgen des 12. April 1893 überfielen Soldaten den Hauptsitz der Witboois. Zirka 200 Gewehre feuerten auf die noch schlafende Siedlung Hornkranz. Dem Massaker fielen hauptsächlich Frauen, Kinder und Greise zum Opfer. In der deutschen Presse wurde dieser feige Überfall als großer strategischer Sieg über Hendrik Witbooi gefeiert. Gegenberichte der britischen Presse brachten die Wahrheit ans Licht.

August Bebel, der Führer der SPD, forderte im Reichstag Aufklärung. Die Antwort des Direktors der Kolonialabteilung gehört bis heute zum Standartrepertoire offizieller Berichterstattung, wenn es darum geht, im Zuge imperialistischer Interventionen Grausamkeiten gegen wehrlose Zivilisten zu rechtfertigen. Er erklärte, dass "die Hottentotten sich durch ihre Frauen haben decken wollen und darum so viele von ihnen gefallen seien". (5)

Weil er die Witboois nicht besiegte, weitere Militäreinsätze viel Geld zu verschlingen drohten und der öffentlichen Kritik an dem Massaker die Spitze genommen werden sollte, wurde Hauptmann Francois abberufen und durch den diplomatischeren Major Leutwein ersetzt, der mit der bewährten Methode "teile und herrsche" die Kolonisierung vorantreiben sollte. Nachdem es auch ihm nicht gelang, die Witboois militärisch zu schlagen, endeten die Kämpfe am 15. September 1894 mit einem "Schutz- und Freundschaftsvertrag".

Im nächsten Jahr gelang es Leutwein, die Witboois faktisch in den Dienst der deutschen Kolonialmacht zu stellen. Gleichzeitig arbeitete er gezielt daran, die Konflikte innerhalb der Herero um die Nachfolge ihres verstorbenen Oberhäuptlings Kamaharero für eine mögliche Spaltung auszunutzen.

Südwestafrika erhebt sich

Anders als die Nama im Süden verkauften die Herero kein Land. Sie erlaubten den Siedlern lediglich dort zu wohnen, was diese verunsicherte. Durch die sich ständig vergrößernden Viehherden waren die Herero kaum wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Der Handel beschränkte sich um diese Zeit noch hauptsächlich auf Kartoffelschnaps und Waffen. Doch größere Investoren wollten stabile Verhältnisse. Solange die Herero sich noch als Eigentümer ihres Landes betrachteten, zögerten sie. Der mit diplomatischen Mitteln vollzogene, systematische Land- und Viehraub rückte ins Zentrum von Leutweins Politik.

1890 war Samuel Maharero nicht unumstritten Oberhaupt der Herero geworden. Mit Hilfe der Deutschen bemühte er sich, seine unsichere Position zu festigen. 1894 brachte ihn Leutwein dazu, einer festen Südgrenze des Hererogebietes zuzustimmen. Durch die Verschiebung der Grenze wurde sicheres Siedlerland, "deutsches Kronland", frei. Maharero erhielt eine Jahresrente. Die im Osten lebenden Herero wurden jedoch von ihren besten Weidenflächen abgeschnitten.

Ein Zusatzvertrag im folgenden Sommer berechtigte die Deutschen zur Pfändung des Viehs, welches die Südgrenze nach dem neuen deutschen Gebiet hin überschritt. Diesmal wurde Maharero mit dem Versprechen bestochen, einen Teil des Erlöses der Viehpfändungen zu bekommen.

Kurz darauf schlossen Leutwein und Maharero einen Vertrag über eine feste Nordgrenze ab. Auf die neu gewonnenen deutschen Gebiete im Norden und Süden erfolgte ein Ansturm von Siedlern, der an den neuen Grenzen nicht halt machte. Die Ostherero sahen sich immer weiter in die Enge getrieben. Ein erster Aufstand im März 1896, dem sich der Nama-Stamm der Khauas anschloss, wurde schnell niedergeschlagen. Die Anführer kamen vor ein deutsches Kriegsgericht und wurden mit ausdrücklicher Billigung Samuel Mahareros zum Tode verurteilt. Bis 1903 flackerten Kämpfe auf, die lokal begrenzt blieben.

Der Bau einer Eisenbahnlinie 1897 verstärkte die aggressive Inbesitznahme von Land. Das nahm mit der Zeit die Ausmaße an, dass Siedler die Afrikaner regelrecht verjagten. Die Missionare fürchteten schließlich um die Existenzgrundlage ihrer Stationen und forderten für die Afrikaner ein Minimum an Land, das weder verkauft noch gekauft werden durfte - Reservate.

Der Verlauf der weiteren Entwicklung wurde durch mehrere Katastrophen beschleunigt. Eine Rinderpest brach aus. Ihr fielen 90 Prozent der Herero-Herden zum Opfer. Die Siedler hatten Impfstoff, gaben ihn aber nur im Tausch gegen Land. 1898 starben 10.000 Herero an den Folgen einer Typhusepidemie. 1899 folgte eine Heuschreckenplage und 1900 suchte eine Dürre das Land heim. Die Herero verarmten und verschuldeten sich bei den Händlern, bezahlten mit ihrem restlichen Vieh. Sie verloren Land, das ihr Oberhäuptling inzwischen billig verschleuderte. Als Anreiz für die Siedler vergab 1901 das Gouvernement Darlehen zum Landkauf. Ab 1903 sollte eine größere Besiedlung erfolgen, für die die deutsche Regierung 300.000 Mark zur Verfügung stellte und einen Siedlungskommissar ernannte.

Aufgrund einer deutschen Provokation erhob sich 1903 der Nama-Stamm der Bondelzwarts gegen die deutschen Besatzer. Der anschließende Friedensvertrag verlangte von ihnen die "Bezahlung der Kriegskosten durch Abtretung von Land". Die zunehmende Willkür von Siedlern, Händlern und Militär gegenüber den Afrikanern brachte das Fass schließlich zum Überlaufen. Auch Samuel Maharero kündigte seine Zusammenarbeit mit den Deutschen auf. Am 12. Januar 1904 erhoben sich alle Herero-Stämme gegen die deutsche Kolonialherrschaft.

Begleitet wurde der nun entflammende Krieg von hysterischen Angriffen der deutschen Presse und Politik gegen die Schwarzen. In Südwestafrika finde ein "Rassenkampf" statt, hieß es, ein Kampf zwischen "Kultur" und "Unkultur".

Ein Beispiel für diesen Rassismus ist der 1906 erschienene deutsche Jugendroman "Peter Moors Fahrt nach Südwest" von Gustav Frenssen, in dem es heißt: "Diese Schwarzen haben vor Gott und Menschen den Tod verdient, nicht weil sie die zweihundert Farmer ermordet haben und gegen uns aufgestanden sind, sondern weil sie keine Häuser gebaut, und keine Brunnen gegraben haben. (...) Gott hat uns hier siegen lassen, weil wir die Edleren und Vorwärtsstrebenden sind. (...) Den Tüchtigeren und Frischeren gehört die Welt. Das ist Gottes Gerechtigkeit." (6)

Der Autor Jürgen Zimmerer hebt hervor, Frenssen sei kein "dichtend-dilettierender Schutztruppler", sondern ein international anerkannter Schriftsteller gewesen, "dessen Name in bürgerlichen Kreisen einen guten Klang hatte". 1912 wurde er für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. (7)

Der Roman wurde ein internationaler Bestseller. 1908 erschien er in Großbritannien und den USA. Daneben wurde er ins Dänische, Niederländische, Afrikaans und Schwedische übersetzt, wo man eine Schulbuchausgabe druckte. Für den Deutschunterricht in den USA wurde er ab 1914 verwendet. Ein Jahr später hielt er Einzug in deutsche Schulen.

Die SPD war eine Gegnerin kolonialer Unterdrückung. Als aber im Januar 1904 der deutsche Reichstag über die Bewilligung der Gelder für die Niederschlagung des Herero-Aufstandes abstimmte, zeigte sich die Fraktion schwankend gegenüber der massiven öffentlichen Propaganda, das Deutsche Reich müsse die Siedler, ihre Frauen und unschuldigen Kinder militärisch schützen. (8) Sie enthielt sich der Stimme. Im März protestierte Bebel gegen die barbarische Kriegsführung, gestützt auf so genannte "Hunnenbriefe" von Kriegsteilnehmern. In mehren großen Städten gab es Protestversammlungen von Arbeitern.

Während die Herero in den Kämpfen Frauen, Kinder, Missionare, Engländer und Buren verschonten, wurden auf deutscher Gegenseite bis Mai 1904 in der Regel keine Gefangenen gemacht. Viele Afrikaner fielen Lynchmorden der Siedler zum Opfer. Ein Missionar berichtete:

"Im Reichstag wurde bestritten, dass die Truppen Befehle erhalten hätten, im Kampfe mit den Hereros keine Gefangenen zu machen. Als ich nun Ostern nach Omaruru reiste,... erzählten mir Soldaten des Transports, mit dem wir fuhren, sie hätten Befehl, keine Gefangenen zu machen.

Es wurde weiterhin bestritten, dass in diesem Kriege auf deutscher Seite Rohheiten vorgekommen seien. In Windhuk und Karibib wurde bekanntlich eine ganze Anzahl gefangener Hereros erhängt, wobei sich Sachen abspielten, die einer weißen Rasse nicht zum Ruhm gereichen. In Windhuk gingen auch weiße Frauen (!) zu der Richtstätte, um sich am Tode der Erhängten zu weiden und ihren Rachedurst zu stillen... Über die Misshandlungen und Hinrichtungen gefangener Hereros in Karibib, wobei die Schuld einiger nicht erwiesen worden ist, hat ja Bruder Eiger berichtet, wie einem das Auge ausgestoßen, anderen die Rippen zerbrochen und ganz unmenschlich zugerichtet wurden... Der Akt der Hinrichtung wurde augenscheinlich recht langsam vollzogen... Die so Erhängten wurden dann noch erschossen... In Karibib wurden auch zwei Frauen erhängt." (9)

Die Ablösung Leutweins im Juni durch Generalleutnant von Trotha verlieh dem Krieg neue Qualität. Hatte ersterer noch den Eindruck erweckt, nicht mehr Blut fließen zu lassen als unbedingt notwendig, stellte von Trotha klar, dass er bis zum Äußersten gehen würde, bis zur Vernichtung des gesamten Hererovolkes: "Ich kenne genügend Stämme in Afrika. Sie gleichen sich alle in dem Gedankengut, dass sie nur der Gewalt weichen. Diese Gewalt mit krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit auszuüben, war und ist meine Politik. Ich vernichte die aufständischen Stämme in Strömen von Blut und in Strömen von Geld." (10)

Einschlägige Erfahrungen gesammelt hatte er bei der Niederschlagung des Boxeraufstandes in China (1900) und Kolonialkämpfen in Deutsch-Ostafrika (1894-1897). Von Trotha unterstand direkt dem Großen Generalstab in Berlin unter Generalleutnant von Schlieffen, der wiederum vom Kaiser als oberstem Kriegsherrn seine Weisungen erhielt.

Im Spätsommer begann die entscheidende Schlacht. Die Herero hatten sich seit Mai in Richtung Waterberg zurückgezogen. Am 11.August waren die deutschen Vorbereitungen abgeschlossen. Sechs Truppenabteilungen mit insgesamt 30 Geschützen und 12 Maschinengewehren hatten das Gebiet um den Waterberg herum umstellt. Den Herero gelang es nach zwei Tagen, die feindlichen Linien an ihrer schwächsten Stelle im Südosten zu durchbrechen.

Der weitere Weg führte die Herero direkt in die trockenen Wüstengebiete der Omaheke. Die deutschen Truppen blockierten den Rückweg und vereitelten auch jeden Versuch der Herero, nach Nordosten oder Süden auszuweichen. Die Soldaten trieben sie immer wieder in die heiße Wüste zurück, verjagten sie von den letzten Wasserstellen und zogen schließlich einen 250 km langen Absperrgürtel quer durch den Sand, der jedes Entkommen unmöglich machen sollte. Das Generalstabswerk vermerkt: "Die wasserlose Omaheke sollte vollenden, was die deutschen Waffen begonnen hatten: die Vernichtung des Hererovolkes." (11)

Hunger und Durst trieben vor allem Frauen und Kinder wieder in die deutschen Linien zurück. Am 2. Oktober gab von Trotha einen Erlass an die noch lebenden Herero heraus, in dem es hieß: "Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen. Ich nehme keine Weiber und keine Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auf sie schießen. Das sind meine Worte an das Volk der Herero. Der große General des mächtigen Kaisers von Trotha." (12)

Die Nama hatten sich lange Zeit gegenüber der Entwicklung im Norden passiv verhalten oder wie der Stamm der Witboois auf deutscher Seite gekämpft. Nun mobilisierte der Herero-Aufstand die Siedler im Süden gegen die Nama. Pogrome fanden statt, und die kursierenden Kolonialzeitungen forderten offen eine Entwaffnung aller Afrikaner, die Auflösung ihrer Stammesverbände und die Beseitigung der Häuptlinge. Seit Juli 1904 begann Häuptling Jakop Morenga, Kämpfer um sich zu sammeln. Im Oktober, unmittelbar nach der Niederschlagung der Herero, erhoben sich die Stämme der Nama. An der Spitze des Aufstands stand Hendrik Witbooi.

Diese zweite Erhebung in Südwestafrika gegen den deutschen Kolonialismus wurde ebenfalls blutig niedergeschlagen. Die Kämpfe zogen sich lange Zeit hin. 10.000 gut bewaffnete Soldaten waren noch im Jahr 1906 nicht in der Lage, mit ein paar hundert Nomadenkriegern fertig zu werden. Erst 1907 wurde der Krieg offiziell beendet, nachdem durch Vermittlung der Engländer dem letzten noch im Kampf gegen Deutschland stehenden Häuptling Simon Kopper eine Rente auf Lebenszeit zugesichert wurde, wenn er den Kampf einstellen würde.

Die ersten deutschen Konzentrationslager

Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow bat den Kaiser im November 1904, von Trothas brutalen Erlass aufzuheben oder zu ändern. Er schade dem deutschen Ansehen "unter den zivilisierten Nationen" der Weltöffentlichkeit. Zudem, so von Bülow, würde "die gänzliche Vernichtung oder Vertreibung der aufständischen Eingeborenen die Entwicklungsfähigkeit der Kolonie auf das schwerste beinträchtigen. Sowohl für den Ackerbau und die Viehzucht, als auch für den Bergbau im Schutzgebiete sind die Eingeborenen unentbehrlich. Die Ausrottung der vorhandenen Eingeborenen würde uns vor noch viel schwierigere Fragen stellen als sie England in den Minengebieten Südafrikas zu lösen hat. England wird die auf britisches Gebiet übertretenden Hereros als wertvolles Arbeitsmaterial willkommen heißen, während uns ein seiner produktiven Kräfte teilweise beraubtes Land als Preis so großer Opfer an Blut und Geld verbleiben würde." (13)

Nach anfänglichem Zögern gab der Kaiser die Weisung, sich freiwillig ergebenden Herero das Leben zu schenken. Über die Frage, was mit diesen anzufangen sei, sollte sich von Trotha mit der Rheinischen Missionsgesellschaft beraten. Schon früher hatten die Missionare Reservate vorgeschlagen. Jetzt waren sie dabei Sammelstellen für Kriegsgefangene einzurichten.

Der Reichskanzler, der gerne die christlichen Ideale beschwor, riet von Trotha am 11. Dezember in einem Telegramm, nicht Reservate, sondern "Konzentrationslager für die Unterbringung und Unterhaltung der Reste des Hererovolkes" einzurichten. Solche Massenlager hatte England im Burenkrieg (1899-1902) in Südafrika errichtet. Von Trotha entwickelte seine speziellen Vorstellungen gegenüber den Missionaren: "Dort werden sie... an die Kette gelegt und zur Arbeit verwandt.... Ich beabsichtige, den Gefangenen beider Geschlechter nicht abnehmbare Blechmarken zu applizieren mit den Buchstaben ‘GH' (Gefangene Herero)." (14)

Neben Herero-Kämpfern wurden Frauen, Kinder und Greise interniert. Staatliche Stellen, wie das Militär, versorgten sich aus diesem Pool mit Arbeitskräften und vermieteten auch Zwangsarbeiter an Farmen, Baufirmen, Reedereien oder Eisenbahngesellschaften,wie die Otavi-Gesellschaft. (15) Man holte die Gefangenen morgens zur Arbeit ab und brachte sie abends ins Lager zurück. Größere Unternehmen, wie die Schifffahrtslinie Woermann, (16) einer der Hauptabnehmer von Zwangsarbeitern, richteten eigene halbprivate Lager ein.

Im Mai 1906 betrug die Gesamtzahl der Gefangenen 14.769, und der neue Gouverneur von Südwestafrika, Lindequist, konnte von einer Inspektionsreise durch das Land befriedigt mitteilen: "Der Norden und die Mitte des Landes... sind sicher so gut wie entblößt von Hereros. Wohl habe ich... gelegentlich vereinzelte Fußspuren von Hereros gesehen. Allein hierbei handelte es sich um einzelne wenige, die noch nicht den Mut und das Vertrauen bekommen haben, sich an den Sammelstellen dem Missionare zu stellen und die nun ein kärgliches Leben im Felde führen... Den Willen zum bewaffneten Aufstand und Widerstand haben die Hereros nicht mehr. Die, die noch im Felde sich herumtreiben, sind froh, wenn ihnen nichts geschieht." (17)

Wie die Herero kamen auch gefangene Nama in Konzentrationslager. Sie sollten später nach Togo oder Kamerun deportiert werden. Vor allem aus Kostengründen wurden die Pläne fallengelassen. Man kam an höchster Stelle überein, sie vor Ort billiger verschwinden zu lassen.

Auf der Haifischinsel, unweit der Lüderitz-Bucht, wurde ein Lager eingerichtet, wo Nama und Herero unter dem ungewohnt rauen und feuchten Seeklima massenweise hinstarben. Insgesamt kamen hier rund 3.000 Menschen um. Die Chronik der Gemeinde Lüderitzbucht stellte fest: "Es kamen an manchen Tagen bis 27 Sterbefälle vor. Karrenweise wurden die Toten (!) zum Friedhofe gebracht."

Schließlich protestierte 1907 der neue Schutztruppenkommandant von Estorff gegen die "Henkersdienste", die er zu leisten hätte. Von 1.795 Gefangenen im September 1906 seien bis April 1907 auf der Insel 1.032 Menschen gestorben, heißt es in seinem Bericht. Von den jetzt Überlebenden 245 Männern wären nur 25 teilweise arbeitsfähig. Die Übrigen könnten sich nur noch an Stöcken fortbewegen. Der Vorschlag, Frauen und Kinder nach dem "gesunden Norden" zu bringen wurde vom Gouvernement zunächst mit dem Hinweis abgewiesen, "daß England in Südafrika 10.000 Weiber und Kinder in Lagern sterben ließ." (18)

Die hohe Sterblichkeit in den Konzentrationslagern führte immer wieder zu Arbeitskräftemangel. So mussten Sprengarbeiten im Hafen von Lüderitzbucht eingestellt werden, weil die rund 500 vorgesehenen Arbeiter in kurzer Zeit starben oder krank wurden. "Wirtschaftlich bedeutet der Tod so vieler Menschen allerdings einen Verlust", räumte Vizegouverneur Tecklenburg schon 1905 ein. Doch das galt wohl als Faustpfand für die Zukunft. Die bewusste Erzeugung von Elend und Grauen, von physischen und psychischen Wracks, von lebenden bis zu realen Toten diente einem hauptsächlichen Ziel: der Schaffung einer zukünftigen "Klasse von Dienstbaren" in Deutsch-Südwestafrika, der einzigen Siedlerkolonie des Deutschen Reichs. (19) " (...) die künftige Generation wird die... heilsame Unterordnung unter die weiße Rasse mit der Muttermilch aufgesogen haben" - so Tecklenburg. (20) Um dies auch jedem weißen, deutschen Siedler einzuimpfen, wurden seit Beginn des Jahres Mischehen mit dem Verlust der Bürgerrechte bestraft.

Der Rassenforscher Eugen Fischer (21) erhielt durch das kaiserliche Kolonialregime die Möglichkeit, nach Beweisen für die Überlegenheit der weißen Rasse zu suchen. Auf einem Informationsabend 2003 in Berlin erklärte Kuaima Riruako, der höchste Repräsentant der Hereros, Fischer habe zwischen 1905 und 1908 in Lüderitzbucht Frauen umbringen lassen, um dann Fruchtwasseruntersuchungen durchzuführen. (22) Es gibt ein historisches Foto, das zeigt, wie deutsche Kolonial-Soldaten Totenschädel in Kisten verpacken. Ein Beitext erläutert, dass diese Hereroschädel an das Pathologische Institut zu Berlin für "wissenschaftliche Messungen" gesandt wurden. "Für das Jahr 1906 wird berichtet, dass an 778 Köpfen Versuche verübt wurden. Weibliche Ovaherero-Kriegsgefangene werden gezwungen, die Köpfe mit Glasscherben abzuschaben, um saubere Schädel für Versuchs- und Dekorationszwecke zu erhalten." (23)

Nach einer Aufstellung der Schutztruppe starben zwischen Oktober 1904 und März 1907 insgesamt 7.682 Gefangene, das sind zwischen 30 und 50% aller Gefangenen. (24)

Im Januar 1908 ließ Gouverneur von Lindequist die letzten Konzentrationslager auflösen und erließ eine "Eingeborenenverordnung". De facto blieben die Überlebenden der KZs Zwangsarbeiter. Besitz von Land und Großvieh wurde ihnen generell verboten, die Niederlassung war nur in festgelegten "Lokationen" erlaubt, die nie mehr als zehn Familien umfassen durften. Die schwarzen Einwohner mussten Messingmarken mit Erkennungsnummern mit sich führen, die auf Verlangen jedem Deutschen vorzuzeigen waren. Einige Farmverbände plädierten 1912 dafür, Eingeborene durch Kennzeichnung mit Tätowierungen die Arbeitsflucht zu erschweren. Das Gouvernement lehnte ab, weil es neue Unruhen und eine negative Reaktion der Weltöffentlichkeit fürchtete. Auch würde "die Durchführung dieser Maßnahme in der Heimat von kolonialfeindlichen Elementen zu einer wüsten Agitation ausgenutzt werden (...)." (25)

Das Ergebnis des deutschen Kolonialkrieges in Südwestafrika insgesamt ergab die offizielle Volkszählung von 1911. Von den ehemals etwa 80.000 Hereros lebten noch 15.130 und von rund 20.000 Nama noch 9.781. Mehr als 80 Prozent aller Herero und 50 Prozent aller Nama waren vernichtet worden.

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Quellen und Anmerkungen

1) Heiko Möhle, "Branntwein, Bibeln und Bananen", Hamburg 1999, S. 26

2) ebd. S. 95

3) Horst Drechsler, "Aufstände in Südwestafrika", Berlin 1984, S. 23

4) ebd., S. 27

5) ebd., S. 29

6) Jürgen Zimmerer - Joachim Zeller, "Völkermord in Deutsch-Südwestafrika - Der Kolonialkrieg (1904-1908) in Namibia und seine Folgen.", Berlin 2003, S. 90/92

7) ebd., S. 88

8) Auch bei den Reichstagswahlen 1907 trat die SPD gegen die Kolonialpolitik auf. Dennoch vertraten SPD-Politiker wie Noske, Kautsky, Bernstein und der Gewerkschaftsflügel, die zu dem Schluss gekommen waren, der Imperialismus stelle einen organischen Aufschwung des Kapitalismus dar, innerhalb der SPD verstärkt die Ansicht, man dürfe Kolonien nicht generell ablehnen, sondern müsse eine alternative "sozialistische Kolonialpolitik" entwickeln, die die Regierung zu der zivilisierenden Rolle zwänge, die zu spielen sie vorgab. Der etwas liberalere Kurs unter Kolonialstaatssekretär Dernburg schien diese Perspektive zu bestätigen. Dem trat Rosa Luxemburg scharf entgegen. 1914 beteiligte sich die SPD im Namen von Zivilisation, Fortschritt, Kultur und Demokratie am imperialistischen Feldzug gegen die "Barberei" des russischen Zarismus und unterstützte den Kaiser im Ersten Weltkrieg.

9) Drechsler, S. 73

10) ebd., S. 76

11) ebd. S. 79

12) ebd. S. 80

13) ebd., S. 91

14) ebd. S. 94

15) Die Otavi-Minen- und Eisenbahngesellschaft wurde 1900 gegründet, "um große Kupferabkommen abzubauen, die man in Otavi/Tsumeb am Nordrand des Hererogebietes entdeckt hatte. Hinter der OMEG steckte ein britisch-deutsches Konsortium. (...) Zu den Großaktionären zählten die Diskonto-Gesellschaft, die Deutsche Bank und die Norddeutsche Bank." Die dafür benötigte Einsenbahnlinie führte "mitten durch das Gebiet der Herero. Diese mussten der OMEG den Grund und Boden beiderseits der Bahnlinie in Blöcken von je 20 km Breite und 10 km Tiefe einschließlich der Wasserrechte unentgeltlich überlassen." (Heiko Möhle, "Branntwein, Bibeln und Bananen", S. 65) Für den Bahnbau wurden zahlreiche Zwangsarbeiter aus den Konzentrationslagern eingesetzt.

16) Adolph Woermann (1847 - 1911) war ein Hamburger Unternehmer, der aufs engste mit dem deutschen Kolonialismus in Afrika verbunden war (Handelshaus mit eigener Reederei, der "Woermann-Linie"). Ein Schwerpunkt war der Schnapshandel. Woermann hatte den Vorsitz der 1885 gegründeten "Deutschen Kolonialgesellschaft", war Reichstagsabgeordneter, Mitglied im Kolonialrat, der nach 1890 die Regierung außenpolitisch beriet, saß in unzähligen Wirtschafts-Aufsichtsräten und besaß Aktienanteile u.a. an der Otavi-Minen- und Eisenbahngesellschaft. Woermanns Schiffe transportierten während der deutschen Besetzung Südwestafrikas u.a. militärische Ausrüstung und Soldaten nach Südwestafrika.

17) Drechsler, S. 133

18) ebd. S. 138

19) Zimmerer, S.78)

20) ebd., S. 76

21) 1908, nach Niederschlagung der Aufstände in Deutsch-Südwestafrika, führte der Freiburger Genetiker Eugen Fischer in der Kolonie "wissenschaftliche" Studien durch, um zu beweisen, dass aus Mischehen zwischen Deutschen und Afrikanerinnen "degenerierte" Kinder hervorgehen. Die Ergebnisse veröffentlichte er 1913 unter dem Titel "Die Rehobother Bastards und das Bastardisierungsproblem beim Menschen". Während der Nazi-Herrschaft war Fischer Mitautor der Nürnberger Rassengesetze und leitete bis in den Zweiten Weltkrieg hinein das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie und Rassenforschung in Berlin, das unter anderem Rassengutachten für die Behörden herstellte. Einer seiner Schüler an dem Institut war Josef Mengele, der berüchtigte KZ-Arzt von Auschwitz. (D.J. TAZ 10. Januar 2004)

22) www.dir-info.de, vom 06. November 03

23) www.klausdierks.com

24) Zimmerer, S. 58

25) ebd., S. 40

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