Ein Flickenteppich aber kein vollständiges Bild

The Wind That Shakes the Barley, Regie: Ken Loach, Drehbuch: Paul Laverty

Von Paul Bond
9. Januar 2007

Die britischen Medien sind nicht gerade für ihre Objektivität oder Zurückhaltung bekannt, was die Teilung von Irland angeht, Großbritanniens ältester Kolonie. Dennoch waren die Beschimpfungen, mit denen Ken Loach für seinen letzten Film bedacht wurde, bemerkenswert. Obgleich The Wind That Shakes the Barley [Der Wind, der die Gerste spaltet], auf dem Filmfestival von Cannes die begehrte Goldene Palme gewonnen hatte, prangerte die rechtsgerichtete britische Presse den Film an, schlimmer als das Werk von Nazi-Propagandisten zu sein.

Tim Luckhurst in der Londoner Times entschuldigte Leni Riefenstahls Unterstützung für das Hitler-Regime mit der Begründung, dass sie den von ihr gepriesenen Nationalsozialismus nicht völlig verstanden hätte. Laut Luckhurst hat jedoch Loach "eine derartige Nachsicht nicht verdient. Er weiß genau, was er tut."

Eine weitere Murdoch-Zeitung, die Sun, nannte den Film "pro-IRA". Die Daily Mail nannte ihn "eine Travestie". Simon Heffer prangerte den Film im Telegraph als "giftig" an und gab zu, ihn nicht gesehen zu haben. Er erklärte, dass er darauf verzichten könne, "genau so wie ich nicht Mein Kampf lesen muss, um zu wissen, was für eine Laus Hitler war".

Die britische Filmindustrie nahm eine ähnlich abweisende Haltung zu dem Film ein. Während französische Verleiher 300 Kopien einkauften, kauften britische Verleiher lediglich 30.

Loachs Vergehen scheint ein doppeltes zu sein.

Auf einer Ebene reagieren darauf die unnachgiebigsten Teile der britischen herrschenden Klasse hinsichtlich der blutigen Geschichte des britischen Imperialismus in Irland. Ein früherer Film von Loach, der sich mit verdeckten britischen Operationen in Irland beschäftigte, Hidden Agenda (Das Geheimprotokoll), traf auf ähnlich feindselige Reaktionen von konservativen Parlamentariern, die ihn beschuldigten, für die IRA zu sein.

Zum anderen bringt Loach den Film ausdrücklich mit dem Irak in Verbindung und zieht Parallelen zum dortigen Widerstand gegen die imperialistische Besatzung. Die Reaktion auf den Film spiegelt eine Feindseligkeit gegen jedwede Opposition zu diesem unverschleierten imperialistischen Raubzug.

Man muss Loach zugute halten, dass er sich Fragen der Geschichte und politischen Erfahrungen der Arbeiterklasse widmet. Er ist grundsätzlich ein ernsthafter Filmemacher. Dass er so zur ersichtlichen Zielscheibe für die rechten Medien wird, bezeugt sowohl seine Hartnäckigkeit als auch, dass er beinahe als einziger diesen Weg gegangen ist. Das wirft zwei damit zusammenhängende Fragen auf: Inwieweit sind Loachs Filme Erfolge in künstlerischer Hinsicht, and inwieweit können die von ihm vertretenen historisch-politischen Haltungen Geltung beanspruchen?

The Wind That Shakes the Barley ist erst der zweite "historische" Film von Loach (nach Land and Freedom), wenn man seine Behandlung der nikaraguanischen Revolution in Carla's Song nicht mitzählt. Er handelt von der Periode unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Nach dem Osteraufstand 1916 kam es zum Anwachsen des Widerstands gegen die britische Besatzung von Irland. Sinn Féin hatte sich selbst als Parlament von Irland (Dáil Éireann) ausgerufen. Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) griff zu den Waffen und der Unabhängigkeitskrieg begann.

Die Briten antworteten schnell und brutal. Sie spalteten den Nordosten des Landes ab und entsandten die "Black and Tans" [Schwarzen und Braunen], eine paramilitärische Formation der Royal Irish Constabulary [Königlichen Irischen Schutzpolizei], die in Winston Churchills Worten als "Gendarmeriecorps" dienen sollte. Gemeinsam mit dem "Auxiliaries" [Hilfstruppen], einer Armee von ehemaligen Beamten, führten die "Black and Tans" einen fürchterlichen Repressionsfeldzug.

1921 versprach der britische Premierminister Lloyd George einen "sofortigen und fürchterlichen Krieg", sollte der Dáil sein Abkommen nicht akzeptieren. Mit einer Mischung aus Drohungen, Bestechungen und Lügen schaffte es Lloyd George, die Zustimmung zu dem 1921 geschlossenen Anglo-Irischen Abkommen zu erhalten. Es schrieb die Teilung Irlands fest und zwang alle Mitglieder der Provisorischen Irischen Regierung, den Treueid auf die britische Krone zu schwören. So gelang es den Briten, die nationalistischen Kräfte von Sinn Féin zu spalten und Irland in den Bürgerkrieg zu treiben.

Loachs Film lässt zwei fiktive Brüder im ländlichen Westen Irlands die Konflikte innerhalb des Landes als Ganzem in dieser Zeit verkörpern. Damien O’Donovan (Cillian Murphy) ist dabei, für seine Medizinausbildung nach England zu gehen, doch entscheidet er sich zu bleiben, nachdem er Zeuge der britischen Repression geworden ist.

Sein Bruder Teddy (Padraic Delaney) ist bereits aktives Mitglied der IRA. Damien stößt zu ihm und übernimmt die Leitung des Ortskommandos. Als vier britische Offiziere getötet werden, droht der örtliche Grundbesitzer (Roger Allam) einem jungen Rekruten mit Repressionen gegen seine Familie. Der IRA-Rekrut gibt den Soldaten einen Wink und die IRA-Einheit wird verhaftet. Teddy wird gefoltert.

Im Gefängnis trifft Damien den Zugfahrer Dan (exzellent gespielt von Liam Cunningham). Dan ist Mitglied der revolutionär-syndikalistischen Irish Transport and General Workers Union [Irische Transportarbeitergewerkschaft] von James Larkin und ein Veteran der sozialistischen Bewegung in Dublin. Dan schließt sich der Einheit an, als einige mit Hilfe eines jungen britischen Soldaten irischer Abstammung aus dem Gefängnis ausbrechen. Sie entführen den Grundbesitzer. Als sie hören, dass die anderen im Gefängnis hingerichtet wurden, nimmt Damien den Grundbesitzer und den jungen IRA-Rekruten, der sie verraten hat, mit ins Moor und tötet sie.

Damien beteiligt sich stärker an dem Guerillakampf und leitet eine Operation, die zwei Lastkraftwagen der Auxiliaries in einen Hinterhalt lockt. Jedoch kommt es zu Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft des Staates, für den sie kämpfen. Teddy argumentiert, dass sie gute Beziehungen zu den örtlichen Geschäftsleuten pflegen müssen, um ihre Waffen zu finanzieren. Damien und Dan treten für eine Arbeiterrepublik ein.

Die ursprüngliche Freude über die Unterzeichnung des Friedensvertrags weicht dem Zorn, als die Bedingungen des Abkommens offenbart werden. Teddy bleibt felsenfest davon überzeugt, dass sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr erreichen können, doch Damien und Dan geloben, weiter zu kämpfen. Dan wird bei einem Überfall auf eine Polizeidienststelle getötet, Damien wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Er wird von einem Erschießungskommando hingerichtet, das von seinem Bruder geführt wird.

Loach, der auf beinahe 40 Jahre Erfahrung als Filmemacher zurückblickt, hat eine bevorzugte Arbeitsmethode. Er dreht die Szenen meist in chronologischer Reihenfolge, um den Schauspielern zu ermöglichen, die Geschichte in ihrem Verlauf mitzuerleben. Er mag es auch, den Schauspielern das Drehbuch nur szenenweise und kurz vor dem Drehen zur Verfügung zu stellen, mit der Absicht, das Erlebnis so unverbraucht zu machen, wie es nur geht. Dies trägt jedoch dazu bei, den episodischen Charakter seiner Filme zu verstärken.

In diesem Fall wirken die Szenen, die die weiteren Folgen der Besatzung zeigen (wie die, in der Damien zu einem kranken Kind gerufen wird), ein wenig oberflächlich. Die nachdrücklichsten Episoden sind die, in den die Brutalität der Besatzung gezeigt wird (die entmenschlichende Aufreihung der Männer, die vom Hurlingspiel kommen, Teddys Folterung in der örtlichen Garnison), doch sie unterstreichen nur das Ausmaß von Loachs Scheitern, ein weitergehendes Bild zu zeichnen. Allzu häufig bleibt das Gefühl zurück, dass eine Episode einem unmittelbar nützlichen Zweck gedient hat, ohne etwas Tieferes beizutragen.

Die Brüder zu benutzen, um die Spaltungen der Bürgerkriegszeit zu symbolisieren, ist an sich schon ein wenig abgedroschen. Murphy und insbesondere Delaney liefern solide Darstellungen, doch die Symbolik der geteilten Familie im ländlichen Südwesten wirft ein politisches und künstlerisches Problem auf.

Loach hat davon gesprochen, dass er zeigen wollte, wie die Besatzung und der Bürgerkrieg das ganze Land betroffen haben. In der Durchführung neigt der Film aber dazu, die Besatzung als Zerstörung eines ländlichen irischen Idylls zu porträtieren. Auch wenn Loach nahe legen mag, wie umfassend die Brutalität der Okkupation war, so schwächt er damit die im Drehbuch angedeutete Vorstellung ab, dass ein Kampf für eine Arbeiterrepublik stattfand. Die Arbeiterklasse von Dublin und Belfast ist nur entfernt anwesend. Trotz Hinweisen auf Ereignisse in Dublin bleibt es ein Film über Spaltungen in einer ländlichen Familie.

Loach und sein Drehbuchautor Paul Laverty berufen sich in den politischen Debatten im Film auf James Connolly, doch hat Loach zugegeben, dass Conollys Ideen im ländlichen Südwesten wenig Einfluss hatten. Um dieses Problem zu bezwingen, pflanzt Loach die Dynamik des Klassenkonflikts in mehr oder weniger als "Arbeiter" und "Grundbesitzer" definierte Figuren ein.

Loach hat eine Tendenz, in seinen besonders didaktischen Stoffen statt zu echten Charakteren zu Abziehbildern zu greifen. Die politischen Diskussionen des Films werden recht künstlich durch Dan vermittelt. Es wird nie benannt, ob Dan Mitglied der zur Zeit des Abkommens neu gegründeten Kommunistischen Partei Irlands (CPI) ist, doch er besitzt den militanten Hintergrund einer Person, die in Larkins ITGWU und beim Osteraufstand 1916 engagiert war.

Das wirft viele Fragen auf, doch es erklärt wenig. Larkin gründete die ITGWU zu Beginn des Jahrhunderts, während Connolly Textilarbeiter in Ulster gewerkschaftlich organisierte. Beide wurden von den bürgerlichen Nationalisten von Sinn Féin angegriffen, die den Konflikt als einen zwischen Nationen, nicht zwischen Klassen ansahen.

Entschlossen, die durch die ITGWU drohende Gefahr zu zerschmettern, sperrten die Dubliner Arbeitgeber 1913 alle ihre Mitglieder aus. Dieser lange und blutige Streit wurde am Ende von der britischen Gewerkschaftsführung preisgegeben, und Larkin wanderte nach Amerika aus. Als sozialistischer Gegner imperialistischer Kriege pries er die Russische Revolution und wurde von der Kommunistischen Internationalen eingeladen, Irland zu repräsentieren - ein Angebot, das er ausschlug. (Die Russische Revolution, die ein massives Echo in Irland fand, wird in Loachs Film nicht erwähnt.)

Während der Aussperrung 1913 bildete die ITGWU, die permanent von der Polizei attackiert wurde, eine Arbeiterverteidigungstruppe. Die Irish Citizens Army [Irische Bürgerarmee], eine klassen basierte Kampftruppe, bildete den Kern des Osteraufstands von 1916. Connolly, der gegen den imperialistischen Krieg eintrat, sah dies als revolutionäre Gelegenheit für die irische Arbeiterklasse. Er zitierte Wilhelm Liebknecht: "Die Arbeiterklasse der Welt hat nur einen Feind - die Kapitalistenklasse der Welt, wobei die des eigenen Landes an erster Stelle steht." [Rückübersetzung ins Deutsche - Anm.d.Ü.]

Doch die Figur von Dan, der im ländlichen Milieu hilflos scheint, trägt nichts dazu bei, die politischen Fragen zu klären, die durch diese Geschichte aufgeworfen werden. Er wird vielmehr zur Repräsentationsfigur für Loachs eigene Sichtweise auf den Widerstand gegen den britischen Imperialismus in Irland.

Wie in vielen von Loachs Werken gibt es eine zentrale Szene politischer Erörterung. Dies ist vielleicht der abgenutzteste aller Kunstgriffe des Regisseurs: die Debatten scheinen niemals so recht die Beziehungen zwischen den politischen und sozialen Tendenzen in all ihrem Reichtum und ihrer Komplexität einzufangen. Vielleicht hält Loachs Methode der Arbeit mit Schauspielern diese davon ab, in solchen Szenen ihr Bestes zu geben. Liam Cunningham und Cillian Murphy mühen sich hier ab, nach mehr zu klingen als nach reinen Pamphletisten.

Damien und Dan sprechen sich gegen das Abkommen aus, weil es einfach die bestehenden Eigentumsbeziehungen beibehalten wird. Dies wird, so muss man sagen, ziemlich gut herausgearbeitet in einem Überfall der abkommensfreundlichen Milizen, der einem Überfall der "Black and Tans" früher im Film gleicht. "Raus mit den ‘Black and Tans’, rein mit den ‘Green and Tans’", wie es eine Figur ausdrückt.

Loach und Laverty sprechen sich offen dagegen aus, die nationale Bewegung auf die Schaffung eines kapitalistischen Staates zu beschränken. Und es gab zu der Zeit Argumente gegen das Abkommen von Seiten derer, die für eine Arbeiterrepublik waren, wie der CPI. Als die Übergangsregierung das Four Courts Gerichtsgebäude in Dublin angriff, kämpften CPI-Mitglieder zusammen mit den abkommensfeindlichen Kräften. In dieser Hinsicht bietet der Film ein willkommenes Korrektiv gegen die Werbung für den abkommensfreundlichen Michael Collins.

Dennoch reduziert Loachs Haltung Sozialisten auf die Rolle von Ratgebern nationaler Aufstände. Ohne ernstlich den Zustand der Arbeiterbewegung in Irland zu der Zeit zu untersuchen, kann es ihm nicht gelingen zu verdeutlichen, wie eine unabhängige Perspektive der Arbeiterklasse hätte aussehen können.

In Ermangelung dessen reduziert sich das Argument auf Appelle an eine nationale Bewegung, radikalere Taktiken zu verfolgen. Während der Debatte sagt ein Freiwilliger, Congo, dass sie niemals "Freiheit" erlangen würden, wenn sie die Kampagne stoppten. (Martin Luceys Darstellung ist verblüffend, er kreiert einiges von der Spontaneität, die Loach vorzuschweben scheint, die er jedoch allzu oft zu erzielen verfehlt.) Dennoch, so wird verdeutlicht, geht es in dieser Kampagne nicht um eine Arbeiterrepublik, sondern darum, die territoriale Integrität von Irland zu sichern, auf kapitalistischer Grundlage.

Dies war im republikanischen Lager die Hauptdebatte während des als nationaler Kampf ausgefochtenen Bürgerkriegs, und darin widerspiegelte sich die Schwäche der irischen sozialistischen Bewegung. Éamonn de Valera, der erste Präsident des Dáil, hatte Sinn Féin 1917 gesagt: "Das einzige Banner, unter dem unsere Freiheit gewonnen werden kann, ist das republikanische Banner. [...] Einige mögen darin Fehler finden und andere Formen der Regierung vorziehen. [...] Dies ist nicht die Zeit für Diskussionen über die beste Art von Regierung. Dies ist die Zeit, die Freiheit zu erhalten."

Loach scheint erpicht darauf zu sein, die Geschichte der fliegenden Kolonnen der südwestlichen IRA als Inspiration für die Handlungen von Teddy und Damien zu verwenden. (In den Figuren der beiden Brüder beruft sich der Film deutlich auf Ernest O’Malley, der in der Dubliner Burg gefoltert wurde und Tom Barry, der den Hinterhalt von Kilmichael anführte.) Indem er diese Tendenz innerhalb der republikanischen Bewegung mit dem ausdrücklich sozialistischen Standpunkt von Connolly zusammenführt, verwischt Loach (ob absichtlich oder nicht) die prinzipiellen Trennlinien zwischen bürgerlichem Nationalismus und sozialistischem Internationalismus.

Letzten Endes tritt The Wind That Shakes the Barley dem Zuschauer als hochgradig widersprüchliches Werk entgegen. Infolge seiner ehemaligen Verbindung mit der revolutionär-sozialistischen Bewegung und seinem andauernden Engagement für Fragen des Lebens und Bewusstseins der Arbeiterklasse behandelt Loach auf der einen Seite weiterhin Themen, deren sich wenige andere Filmemacher annehmen. Unter den ernsthafteren Teilen der internationalen Filmwelt hat er nach wie vor die Reputation einer hochgradig prinzipientreuen Persönlichkeit. Die Angriffe der rechten Medien in Großbritannien sind nicht zufällig oder in irgendeiner Weise unangebracht. Sie haben allen Grund, dem Werk von Loach im allgemeinen und seinem irischen Film im besonderen feindselig gesinnt zu sein.

Nichtsdestotrotz setzen seine politischen und künstlerischen Grenzen jeder seiner Unternehmungen Schranken. Wie andere Loach-Filme scheint The Wind That Shakes the Barley sich nach traditionellen Arbeiterorganisationen zu sehnen, die zusammengebrochen sind, und offenbart einen Mangel an Einsicht in die programmatische Grundlage für diese Misserfolge. Ihr Zusammenbruch, einschließlich des Untergangs der Sowjetunion und des verheerenden Herabsinkens der Arbeiterbewegung weltweit, hat jeden Filmemacher auf der "Linken" in eine neue und komplizierte Lage versetzt.

Loach mag sich besser als andere darauf eingestellt haben, doch ein Film wie dieser legt alles bloß, was nicht durchgearbeitet wurde. In Ermangelung dessen reichen Aufrichtigkeit und Sympathie für die Arbeiterklasse nicht aus, ihn zum künstlerischen Erfolg zu tragen. Erschwerend kommt hinzu, dass Loachs naturalistische, quasi-improvisatorische Methode sich als zunehmend ungeeignet herausstellt, komplizierte historische und weltanschauliche Probleme anzugehen. Man wird von einigen Teilen des Films gepackt, andere lassen einen kalt und unüberzeugt.

Angesichts der offensichtlichen Parallelen zwischen der britischen Besatzung von Irland und der gegenwärtigen Lage im Irak, begleitet von einer im Gange befindlichen Radikalisierung von breiten Teilen der Bevölkerung, hätte The Wind That Shakes the Barley ein größeres politisch-künstlerisches Ereignis sein können und sein sollen, um eine neue Generation von insbesondere jungen Menschen wahrhaftig zu berühren und ausbilden zu helfen. Dass dies nicht der Fall ist, ist nicht in erster Linie eine Folge der Anstrengungen der Filmindustrie, Loachs Werk in der Versenkung verschwinden zu lassen. Die ungeklärten und unaufgelösten Elemente des Films spielen dabei ebenfalls eine Rolle.

Siehe auch:
New films by Ken Loach John Boorman and Hans Petter Moland
(10. März 2004)
Not asking questions any more: The Navigators a film by Ken Loach
( 9. Januar 2002)