Die Weltkrise des Kapitalismus und die Perspektive des Sozialismus

Bericht auf SEP SchulungTeil 1

Von Nick Beams
9. Februar 2008

Wir veröffentlichen hier den ersten Teil des einleitenden Berichts von Nick Beams auf der internationalen Schule des Internationalen Komitees der Vierten Internationale und der International Students for Social Equality in Sydney, Australien, vom 21. bis 25. Januar. Beams ist Mitglied der internationalen Redaktion der World Socialist Web Site und Nationaler Sekretär der Socialist Equality Party Australiens.

Auf unserer Schulung vor zehn Jahren, die wir am Vorabend des Starts der World Socialist Web Site abgehalten haben, verwendeten wir einige Zeit darauf, die so genannte Asienkrise zu untersuchen, die im Juli des Vorjahres ausgebrochen war.

In meinem Bericht über diese Krise sagte ich, es sei etwas schwierig, sich mit einem beweglichen Ziel auseinanderzusetzen. Heute habe ich das Gefühl eines déjà vu, denn wir befinden uns unzweifelhaft inmitten einer verschärften Krise des amerikanischen und weltweiten Kapitalismus.

Als die Asienkrise ausbrach, erklärten wir, dass es sich nicht so sehr um eine Asienkrise handele als vielmehr um eine Krise des Weltkapitalismus, die sich in Asien manifestiert hat. Heute sind wir nicht einfach mit einer Krise des US-Kapitalismus konfrontiert, sondern mit einer Weltkrise die in den Vereinigten Staaten ausgebrochen ist.

Jeden Tag gibt es neue Nachrichten über Verluste großer Finanzhäuser - Merill Lynch hat gerade einen Abschreibungsverlust von 16,7 Milliarden Dollar erlitten und davor gewarnt, dass er noch größer werden kann. Citigroup hat kürzlich den größten Verlust ihrer 196-jährigen Geschichte bekannt gegeben. Es geht um 9,83 Milliarden Dollar im letzten Quartal, nachdem Subprime Hypotheken im Wert von 18 Milliarden Dollar abgeschrieben werden mussten.

Große Finanzinstitute balgen sich um riesige Finanzspritzen, wo immer sie welche ergattern können. Allein Meryll Lynch und die Citigroup versuchen 21 Milliarden Dollar bei Fonds in Singapur und Saudi Arabien aufzutreiben.

Jeder Tag bringt neue Ankündigungen. Der Economis t vom 18. Januar berichtete unter der Überschrift Stürzt alles ab? über die sich im Versicherungsmarkt für Anleihen entwickelnde Krise.

"Amerikas große Anleihenversicherer, die private und öffentliche Anleihen im Wert von etwa 2,4 Billionen Dollar versichert haben, gehen in der Regel unbemerkt ihren Geschäften nach. Aber jetzt sehen sie ausgesprochen wacklig aus und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Wenn eine oder mehrere von ihnen abstürzen, wird das einen gewaltigen knock-out -Effekt auf Banken und andere Finanzinstitute haben, die sich auf deren Garantien verlassen. Dies wiederum wird die Kreditknappheit verschlimmern und den Politikern, die jetzt schon mit einem scharfen Rückgang in der amerikanischen Wirtschaft zurechtkommen müssen, noch größere Kopfschmerzen verursachen.

Die Drohung eines derartigen finanziellen Dominoeffekts zeichnet sich seit langem ab. Moody´s, eine Kreditbewertungsagentur, hat signalisiert, dass sie die AAA-Ratings der beiden großen Anleihenversicherer MBLA und Ambac möglicherweise in naher Zukunft herabstufen werde."

Am Mittwoch, dem 16. Januar, kündigte Ambac, einer der großen Versicherer, eine Abschreibung in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar und die Entlassung ihres Vorstandsvorsitzenden an. Der Economist zitierte Jamie Dimon, den Chef von JP Morgan Chase, der sagte, dass die Ausfälle infolge der Krise der Anleihenversicherer für die Finanzmärkte "ziemlich schlimm" werden könnten. "Wenn einer der großen Versicherer ...ins Schleudern käme, könnte dies noch untertrieben sein."

Die meisten Wirtschaftsexperten sagen jetzt eine Rezession voraus, und die Diskussion beginnt sich darum zu drehen, wie schnell sie eintreten und wie lange sie dauern wird.

Am 10. Januar hielt Ben Bernanke, der Chef des Federal Reserve Board, der US-Notenbank eine wichtige Rede zum Zustand der US-Wirtschaft, in der er eine starke weitere Zinssenkung in Aussicht stellte, wenn das Offenmarktkomitee Ende des Monats zusammenträfe. Aber anstatt, dass diese Nachricht eine Entlastung für die Finanzmärkte bewirkte, fiel der Dow Jones Index kurz nach der Rede um 25 Punkte.

Was nicht verwunderlich war: Bernanke sprach von einer "volatilen Situation, die Vorhersagen über die wirtschaftliche Entwicklung noch schwieriger mache als gewöhnlich." Er wies auf den Rückgang im Hausbau und beim Verkauf neuer Häuser um etwa 50 Prozent gegenüber ihrem jeweiligen Höhepunkt hin und stellte eine "beträchtliche Unsicherheit der Investoren bezüglich des tatsächlichen Werts zahlreicher Finanzanlagen, nicht nur der Subprime Hypotheken" fest. Er warnte davor, dass "einlaufende Informationen vermuten lassen, dass sich die Grundbedingungen für die Realwirtschaft für 2008 verschlechtert haben, und sich Risiken für das Wirtschaftswachstum deutlicher abzeichnen". Er meinte, dass trotz Verbesserung auf einigen Gebieten "die Finanzsituation höchst unsicher" bleibe.

Wie unsicher sie tatsächlich ist, lässt sich aus Kommentaren ablesen, die in den Finanzzeitungen der letzten Monate erschienen sind.

Der Economist notierte am 19. Dezember, dass die Krise mehr als ein Liquiditätsengpass sei, sondern dass es "jetzt danach aussieht, als ob es auch zu einer Bankenkrise kommt." Der Moment, an dem sich "der Mageninhalt umdrehte", trat im November letzten Jahren ein, als sich herausstellte, dass die Verluste auf dem Immobilienmarkt groß waren und die Banken sie würden übernehmen müssen, ohne Kapital beiseite gelegt zu haben, um sie auszugleichen. "Insolvenzen, Rezession, Gerichtsprozesse, Protektionismus: so traurig das ist, aber all das ist 2008 möglich", warnte das Blatt.

In einer Kolumne vom 12. Dezember schrieb Martin Wolf, der Wirtschaftskommentator der Financial Times : "Zu allererst einmal ist das, was sich auf den Finanzmärkten heute abspielt, ein gewaltiger Schlag gegen das angelsächsische Modell des an Finanztransaktionen orientierten Kapitalismus. Eine Mischung aus Gefälligkeitskapitalismus und grober Inkompetenz hat auf den zentralen Finanzmärkten von New York und London Platz gegriffen.

David Ignatius schrieb in der Washington Post vom 16. Dezember: "Der weltweite Kreditengpass, der im letzten Sommer begann, ist immer noch nicht vorbei. Die Zentralbanker fürchten, dass das gebeutelte Finanzsystem die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise hineinziehen könnte."

Der Kolumnist der Financial Times, Wolfgang Munchau, wies am 16. Dezember darauf hin, es sich im Kern bei dieser Krise nicht um eine Liquiditätskrise handele, denn eine solche wäre inzwischen längst behoben.

"Es handelt sich um eine voll ausgebildete Krise der Bonität, die sich entwickelt hat, weil zwei riesige mit einander verbundene Blasen gleichzeitig geplatzt sind - eine auf dem Immobilienmarkt und eine im Kreditgeschäft -, die Banken und Investoren an den Rand des Bankrotts getrieben haben, von denen einige am Abgrund stehen. Dennoch gibt es nichts, was die Zentralbanken in diesem Stadium anbieten, um in der Solvenzkrise Erleichterung zu verschaffen.

Einige Finanzblätter zitieren Bill Gross, den Chef der Anlagenmanagement Gruppe Pimco. "Wir werden Zeuge", schrieb er, "eines veritablen Zusammenbruchs unseres modernen Banksystems, eines komplexen, schwer zu durchschauenden Systems von Anleihen und Fremdfinanzierung." Pimco mit seiner Verwaltung von Fonds in Höhe von ungefähr einer Billion Dollar ist beileibe keine kleine Firma.

Die ersten Anzeichen der Krise begannen sich 2006 bemerkbar zu machen, als die Immobilienpreise in den USA zu fallen begannen. Die rasche Zunahme der Finanzoperationen, die auf Hypotheken basierten, bedeutete, dass dieser Absturz von einiger Bedeutung für das Finanzsystem und die allgemeine US-Wirtschaft war.

Die offizielle Position der Fed war, dass man die Probleme in den Griff bekommen könne. Am 14. Februar 2007 bemerkte der Vorsitzende Ben Bernanke, dass "seit neuestem einige zaghafte Anzeichen der Stabilisierung auf dem Immobilienmarkt auszumachen sind." Am 28. März meinte er sogar, "die Auswirkungen der Probleme auf dem Subprime Markt auf die allgemeine Wirtschaft und die Fínanzmärkte scheinen sich in Grenzen zu halten."

Am 17. März stellte er fest: "Wir glauben die Auswirkungen der Probleme im Subprime Sektor auf den gesamten Immobilienmarkt werden vermutlich begrenzt bleiben und wir erwarten kein ernsthaftes Überschwappen auf die übrige Wirtschaft oder das Finanzsystem." Und am 5. Juni, kurz bevor der Kreditengpass eintrat: "Grundlegende Faktoren - einschließlich eines soliden Anstiegs der Einkommen und relativ geringer Hypothekenzinsen - sollten letztlich die Nachfrage nach Häusern stützen und zu diesem Zeitpunkt ist es unwahrscheinlich, dass die Probleme im Subprime Sektor ernsthaft auf die allgemeine Wirtschaft oder das Finanzsystem übergreifen."

Wie sehr diese Erklärungen die Situation unterschätzten, sollte rasch klar werden. Mitte Juni begann die Subprime Krise sichtbar zu werden, als die Investmentbank Bear Stearns ankündigte, dass zwei Hedgefonds, die sie aufgelegt hatte, in Probleme geraten seien, weil sie in Subprime Hypotheken investiert hatten.

In den darauffolgenden zwei Monaten entwickelte sich die Krise rasch, da die Besorgnis immer größer wurde, dass führende Banken und Finanzinstitute in riskante Finanzoperationen verwickelt seien. Am 17. August griff die Federal Reserve erstmals in stärkerem Umfang ein, indem sie eine Senkung des Diskontsatzes ankündigte, den sie anderen Banken berechnet. Daraufhin kam es an der Wall Street einen Tag lang zu Berg- und Talfahrten, während derer es zu zwei größeren Interventionen von Seiten der Finanzbehörden kam, um einen Totalabsturz zu verhindern. Es war klar, dass der Markt am nächsten Tag um 1000 Punkte gefallen wäre, wenn die Fed sich nicht bewegt hätte.

Die US Zentralbank bewegte sich erneut am 18. September und senkte ihren Leitzins um 50 Basispunkte. Dies brachte einige Erleichterung für die Märkte, aber im November war klar, dass die Krise alles andere als vorüber war. Das Hauptproblem war, dass die grundlegenden Kreditoperationen des weltweiten kapitalistischen Systems durch den Vertrauensverlust angeschlagen waren. Großbanken und Finanzinstitute weigerten sich ebenfalls, Geld zu verleihen, weil sie Geld für den Fall zurückhalten wollten, dass einige der außerhalb ihrer eigenen Bilanzen abgewickelte Operationen ins Trudeln gerieten, oder weil sie die Belastung durch zweifelhafte Schulden der Banken oder anderen Institutionen nicht abschätzen konnten, denen sie womöglich Geld liehen.

Diese Befürchtungen spiegelten sich in der LIBOR Rate wider (London Interbank Offered Rate), d.h. in dem Zinssatz, zu der Banken ungesicherte Kredite an andere Banken verleihen. In normalen Zeiten ist der LIBOR nur geringfügig höher als der Zinssatz für US-Schatzbriefe, die als sicherste Investitionen gelten. Aber als die Subprime Krise ausbrach und die Abschreibungen der Großbanken anwuchsen, schoss der LIBOR Zins rasant in die Höhe.

Die Spitzenwerte des LIBOR Zinssatzes zeigen den Vertrauensverlust der Großbanken zueinander an. Dieser Vertrauensverlust wird umso größer, wenn andere Finanzinstitute betroffen sind. Sie finden heraus, dass das billige Geld, das ihnen zur Verfügung stand und mit dem sie ihre Transaktionen abwickelten, nicht mehr zu haben ist.

Genau dies hat zum Niedergang der Northern Rock Bank in England geführt. Sie ist nicht bankrott gegangen, weil sie in US-Subprime Hypotheken investiert hatte - ihr Engagement auf diesem Gebiet ist unerheblich. Sie fiel vielmehr dem Zusammenbruch der Kredite zum Opfer, der durch die Subprime Krise ausgelöst wurde. Northern Rock verdiente ihr Geld damit, dass sie große Geldmengen auf den Märkten für kurzfristige Kredite auslieh und dieses Geld dann benutzte, um langfristige Anleihen zu finanzieren, für die sie geringfügig günstigere Zinsen gewährte als andere Finanzinstitute. Da sie mit sehr engen Margen operierte, musste sie sehr große Mengen ausleihen. Diese Methode funktionierte gut ... solange eben kurzfristige Kredite kontinuierlich zu haben waren. Als dies nicht mehr der Fall war, brach die Bank zusammen.

Der gleiche Prozess hat den Zusammenbruch der australischen Immobilien Gruppe Centro verursacht. Im letzten Jahrzehnt hatte sie den Investoren jährliche Gewinne von 20 Prozent und mehr beschert. Sie verfolgte dabei eine Strategie, die darauf basierte in einem aufstrebenden Markt Einkaufszentren aufzukaufen und dann Teile davon an Investment Fonds zu verkaufen. Im Mai letzten Jahres machte sie ihr größtes Geschäft, eine Transaktion in den USA in Höhe von 6,3 Milliarden Dollar. Sie entschied sich einen Teil des Geschäfts mit kurzfristigen Krediten zu finanzieren. Am 17. Dezember kündigte Centro an, dass sie kurzfristige Kredite in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar nicht refinanzieren könne. "Wir haben niemals erwartet, noch konnten wir vernünftigerweise erwarten, dass die Quellen, die uns und vielen anderen Gesellschaften in der Vergangenheit immer zur Verfügung standen, austrocknen würden", erklärte der Geschäftsführer von Centro.

Wie so oft in der Vergangenheit erwischte die Finanzkrise die Weltwirtschaft genau in einem größeren Aufschwung.

Im vergangenen Mai hieß es im World Economic Outlook (WEO) des Internationalen Währungsfonds (IWF), dass die Wachstumsrate für die Periode 2003 bis 2006 über 4,9 Prozent betrug und sagte voraus, dass sie die nächsten beiden Jahre weiter steigen würde. Die einzige Periode, in der es ein ähnlich rasantes Wachstum gab, war die von 1970 bis 1973, als das Wachstum im Schnitt 5,4 Prozent betrug und wenn sich die aktuelle Wachstumsrate fortgesetzt hätte, hätte dies die stärkste Expansion der Weltwirtschaft seit den siebziger Jahren bedeutet.

Das Bild, das der Bericht der Weltbank über die Aussichten der Weltwirtschaft (Global Economic Prospects Report) im Dezember 2006 zeichnete, unterschied sich kaum davon. Der Bericht wies auf "eine starke globale Leistung" hin, die ein "sehr rasches Wachstum in Entwicklungsländern" widerspiegele, "das mehr als zweimal so rasch zunehme wie in den entwickelten Ländern". Dies sei nicht einfach das Ergebnis des Einflusses der chinesischen Wirtschaft, die um 10,4 Prozent wachse, sondern erstrecke sich auf eine ganze Reihe von Entwicklungsländer. Insgesamt 38 Prozent des Zuwachses der Weltwirtschaft stamme aus diesen Regionen, was weit über ihrem Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 22 Prozent liege.

Der Weltbankbericht bemerkt, dass bei einer Aufteilung der vergangenen 25 Jahre in zwei Perioden - von 1980-2000 und von 2000-2005 - das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt der Entwicklungsländer von 3,2 Prozent in der ersten auf 5 Prozent in der zweiten Periode gesteigert worden sei. Obwohl diese Steigerung nicht in allen Ländern erreicht worden sei, sei sie doch auch nicht allein das Ergebnis des Wachstums in China und Indien.

Der WEO-Bericht des IWF enthielt eine ganze Reihe ähnlicher Geschichten ökonomischer Erfolge. Die wirtschaftlichen Aktivitäten in Westeuropa hätten 2006 mit einem Wachstum um 2,6 Prozent in der Eurozone eine "Eigendynamik erreicht", wodurch sich die Wachstumsrate seit 2005 nahezu verdoppelt und die höchste Rate seit 2000 erklommen habe. "Deutschland sei die wichtigste Lokomotive gewesen, angetrieben durch eine robuste Exportsteigerung und starke Investitionen, durch die die Firmen ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihren Allgemeinzustand in den letzten Jahren erheblich verbessert haben." Insgesamt sei die Arbeitslosigkeit in der Eurozone auf 7,6 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit 15 Jahren.

Sogar aus Japan gab es gute Nachrichten. Dort hatte die Wirtschaft buchstäblich mehr als ein Jahrzehnt lang stagniert, seit 1990 der aufgeblähte Aktien- und Grundstücksmarkt zusammengebrochen war. Trotz eines unerwarteten Einbruchs beim Verbrauch in der Mitte des Jahres sei 2006 "die Eigendynamik der Wirtschaft robust geblieben, da sich die privaten Investitionen erhöhten - unterstützt von hohen Profiten, verbesserten Firmenbilanzen und gelockerter Kreditvergabe durch die Banken - sowie die Exporte stiegen." Das reale Wirtschaftswachstum Japans werde wohl über 2 Prozent liegen.

Obwohl man davon ausging, dass die Wachstumsrate in Lateinamerika 2007 von 5,5 Prozent 2006 auf 4,9 Prozent sinken werde, werden die Jahre 2004 bis 2006 als "die stärkste dreijährige Wachstumsperiode in Lateinamerika seit den späten 70er Jahren" angesehen.

In der sogenannten "asiatischen Schwellenwirtschaft" setzt sich "die wirtschaftliche Aktivität lebhaft fort", unterstützt durch das "sehr starke Wachstum sowohl in China als auch in Indien". In China stieg das Bruttoinlandsprodukt 2006 um 10.7 Prozent, während in Indien die Wachstumsrate 9,2 Prozent betrug, was auf steigenden Konsum, Investitionen und Exporte zurückzuführen war.

Das Wachstum in Osteuropa stieg 2006 auf 6 Prozent und für Russland erwartete man, dass die Wachstumsrate 2007 von 7,7 Prozent in 2006 geringfügig auf 7,0 Prozent und 2008 auf 6,4 Prozent sinken werde.

Der WEO Bericht beschreibt vor dem Hintergrund eines starken globalen Wachstums und steigendem Kapitalzufluss, höherer Ölproduktion in einer Reihe von Ländern sowie zunehmender Nachfrage nach Waren außerhalb des Energiesektors die wirtschaftlichen Aussichten für Afrika als "sehr positiv". "Es ist zu erwarten, dass das BIP in diesem Jahr [2007] von 5,5 Prozent 2006 auf 6,2 Prozent steigen wird, bevor es sich 2008 auf 5.8 Prozent abschwächen wird."

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bemerkt in einem im Juni letzten Jahres veröffentlichten Bericht, dass die Weltproduktion 2006 um 5,5 Prozent gestiegen sei, was bedeute, dass das Wachstum in vier aufeinander folgenden Jahren über vier Prozent gelegen habe. Die wirtschaftliche Stärke stützte sich damit auf eine breitere Basis, da tatsächlich alle entwickelten Industrieländer 2006 über dem langfristigen Trend lagen und alle aufsteigenden Märkte vorwärts kamen.

"Der Aufschwung der letzten vier Jahre unterschied sich in einigen Aspekten von dem der Jahre 1994-1997, als die Weltwirtschaft ebenfalls in vier aufeinander folgenden Jahren ein Wachstum im oder über dem Trend verzeichnen konnte. Vor allem haben Entwicklungsländer, besonders in Asien, mit 1,25 Prozentpunkten mehr zum globalen Wachstum beigetragen als vor einem Jahrzehnt. Dies widerspiegelt sehr das starke Wachstum der chinesischen Wirtschaft."

Ein Artikel im IWF Survey Magazine vom Oktober 2007 macht klar, wie bemerkenswert das chinesische und das indische Wachstum war. China trägt jetzt am meisten zum weltwirtschaftlichen Wachstum bei, wie die folgende Statistik zeigt.

[Unter Market Exchange Rates versteht man die Kurse, die im Außenhandel dominieren, während die PPP Exchange Rate definiert wird als der Kurs, den die Währung eines Landes benötigt, um die gleiche Kaufkraft in einem andern Land zum Erwerb von Gütern und Dienstleistungen zu haben. Der Gebrauch der PPP Exchange Rates verleiht den aufsteigenden Marktwirtschaften ein größeres Gewicht in den globalen Wachstumstabellen.]

Das Ausmaß des chinesischen Wirtschaftswachstums ist in der folgenden erstaunlichen Statistik zusammengefasst: China hatte 2007 7000 Stahlwerke, damit hat es die Anzahl seit 2002 verdoppelt.

Ebenso euphorisch waren Finanzinstitute. Im April 2006 bemerkte die Deutsche Bank Research, dass die Weltwirtschaft sich der längsten Wachstumsperiode seit den 1970er Jahren erfreue, dieses Mal jedoch ohne steigende Inflationsraten. Es habe mit der New Economy 1.0 1999/2000 Probleme gegeben [den Zusammenbruch des Aktienmarkts und das Platzen der dot-com-Blase, sowie die Entwicklung einer Rezession in den USA], aber die New Ecomomy 2.0 scheine in Ordnung zu gehen.

Auch heute noch gehen die Voraussagen dahin, dass die Weltwirtschaft insgesamt weiter wachsen werde, und die Weltbank schätzt, dass das globale Wachstum 2008 3,3 Prozent betragen werde, da "das robuste Wachstum in den Entwicklungsländern teilweise die schwächeren Ergebnisse in den Ländern mit hohen Einkommen kompensieren" werde. Dennoch sei dies nicht ganz sicher, und sie fügte hinzu, dass "ernsthafte Abschwungsrisiken einen Schatten auf diese weiche Landung werfen."

Die Kernfrage jedoch ist nicht, ob die Wirtschaft der USA und die Weltwirtschaft als ganze in eine Rezession abgleiten, sondern welche Prozesse zu dieser Krise geführt haben und welche Implikationen sie haben.

Hier ist es notwendig, die einerseits - andererseits Methode zurückzuweisen, die die den letzten Weltbankbericht kennzeichnet, der zweifellos woanders nachgeplappert werden wird.

wird fortgesetzt

Siehe auch:
David North: Einleitender Bericht zur Internationalen Redaktionskonferenz der WSWS
(8. März 2006)

Kämpft gegen Googles Zensur!

Google blockiert die World Socialist Web Site in Suchergebnissen.

Kämpft dagegen an:

Teilt diesen Artikel mit Freunden und Kollegen