IYSSE-Mitglied gewinnt Sitz im Studierendensenat der Universität von New York

Von unseren Korrespondenten
24. Mai 2017

Isaac Oseas, Mitglied der International Youth and Students for Social Equality (IYSSE), hat die Wahl zum Studierendensenator für die Graduate School of Arts and Sciences der New York University (NYU) gewonnen. Mit 121 von 271 Stimmen, d.h. mit fast 45 Prozent, setzte er sich gegen fünf Kandidaten durch. Der zweitstärkste Kandidat erhielt nur gut halb so viele Stimmen.

Isaac Oseas

Oseas vertritt etwa 4000 Masterstudierende und Doktoranden der Graduate School of Arts and Sciences (GSAS) im Rat der Studierendensenatoren (SSC), dem höchsten Amt der studentischen Selbstverwaltung, und er vertritt sie auch im Universitätsausschuss zum Studentenleben (UCSL), der den SSC in außeruniversitären Angelegenheiten berät.

Im Vorfeld von Oseas' Wahl hatte der Ausschuss für Studierendenaktivitäten, der Anträge für neue Vereinigungen bewilligt, die Bewerbung der IYSSE um den Status als Studierendenvereinigung zweimal abgelehnt, obwohl die IYSSE deutlich mehr als die benötigten Unterschriften eingereicht hatte. Einer der zahlreichen Gründe für diese Entscheidung war die Behauptung, die IYSSE genieße nicht genug Unterstützung und habe keinen Rückhalt auf dem Campus.

Oseas' Wahlprogramm wurde an alle Studierenden verteilt, die an der Wahl teilnahmen. Es enthält u.a. die Forderung der IYSSE nach einer Reform des Bewerbungsverfahrens für den Vereinigungsstatus, sowie die Verpflichtung der Universität, angemessene Mittel für alle Gruppen bereitzustellen, damit sie Veranstaltungen auf dem Campus organisieren können.

In dem Programm heißt es: „Krieg ist auf der ganzen Welt das wichtigste Thema … Eine neue Antikriegsbewegung muss aufgebaut werden, und sie muss den Kampf gegen Krieg mit dem Kampf gegen den Kapitalismus verbinden.“ Im Programm wird auf die beträchtliche finanzielle Unterstützung der NYU durch das US-Verteidigungsministerium und die Geheimdienste hingewiesen. Auch wird die „vollständige Enthüllung aller Beziehungen der NYU zum Militär“ gefordert, sowie die Organisation eines campusweiten Teach-ins gegen imperialistischen Krieg.

Das Statement geht auch auf die immense soziale Ungleichheit in New York City und in ganz Amerika ein. „Eine winzige Aristokratie häuft unvorstellbare Vermögen an, während die Arbeiter mit sinkenden Löhnen, Kürzungen im Gesundheitswesen und steigenden Studiengebühren konfrontiert sind.“ Studierende an der NYU zahlen jährlich bis zu 70.000 Dollar für Studiengebühren und Unterkunft, und Absolventen oft sogar noch mehr.

Am Schluss heißt es in der Erklärung: „Demokraten und Republikaner repräsentieren die Interessen der Konzerne und Banken. Die IYSSE und die Socialist Equality Party bauen eine unabhängige politische Bewegung der Arbeiterklasse auf, die für den Sozialismus kämpft – das bedeutet, für eine Gesellschaft, deren Grundlage nicht das private Profitstreben ist, sondern die sozialen Bedürfnisse.“

Nachdem die Zeitschrift The Intercept einen Bericht über die Zusammenarbeit zwischen der NYU und dem Verteidigungsministerium veröffentlicht hatte, brachte Oseas eine weitere Erklärung heraus, in der er betonte, Universitäten müssten „Zentren des Lernens sein, nicht der Regierungspropaganda und der Forschung im Kriegsdienst.“ Er rief die NYU dazu auf, alle Beziehungen zum Militär abzubrechen und ein „von Studierenden geführtes Komitee zu bilden, das den Einfluss des Militärs und der Geheimdienste auf akademische Entscheidungen“ untersuchen müsse.

Viele Studierende reagierten sehr positiv auf den Wahlkampf der IYSSE und auf die Aufforderung, eine Bewegung gegen Krieg aufzubauen. Die meisten waren schockiert, als sie von den Beziehungen der NYU zum Militär erfuhren.

Oseas erklärte: „Mein Wahlsieg hat eine wirkliche Bedeutung an der NYU und über den Campus hinaus. Jugendliche beginnen, sich für Politik zu interessieren, und sie suchen einen Weg, gegen Krieg und Ungleichheit zu kämpfen. Viele Studierende haben für mich gestimmt, weil sie sich wegen dieser Themen große Sorgen machen und weil die engen Beziehungen der Universität zur Wall Street und zum Pentagon sie abstoßen.“

Er fügte hinzu: „Jetzt müssen wir wirklich auf dem aufbauen, was die IYSSE an der NYU schon erreicht hat. Ich werde im Studierendensenat für die Umsetzung meines Programms kämpfen. Ich rufe interessierte Studierende dazu auf, der IYSSE beizutreten und sich an der enormen Aufgabe zu beteiligen, die vor uns liegt.“

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