Veranstaltung an der TU Berlin

Der Fall Baberowski: Gegen rechte und militaristische Ideologie an der Uni

Von unseren Reportern
4. Juli 2017

Am Mittwoch findet an der Technischen Universität Berlin eine gemeinsame Veranstaltung des dortigen Asta, des Asta der Universität Bremen und der International Youth and Students for Social Equality (IYSSE) zum Fall Jörg Baberowski statt. Vertreter der drei Veranstalter diskutieren über die Bedeutung des Falls für den Kampf gegen rechte und militaristische Ideologie an der Universität.

Im gemeinsamen Aufruf zur Veranstaltung machen sie gleich zu Beginn klar, dass es nicht um eine persönliche Auseinandersetzung, sondern um grundlegende politische Fragen geht. „Mit der Rückkehr des deutschen Militarismus und der wachsenden sozialen Ungleichheit findet in Teilen des akademischen Establishments ein scharfer Rechtsruck statt“, heißt es darin.

Eine zentrale Figur dieser Entwicklung sei Professor Jörg Baberowski von der Humboldt-Universität, der gegen Flüchtlinge hetze, für brutale Kriege trommele und die Nazi-Verbrechen verharmlose. „Dabei wird der rechtsradikale Talkshow-Professor seit Jahren von großen Medien, anderen Professoren und akademischen Institutionen unterstützt“, schreiben die Studierenden.

Tatsächlich formuliert Baberowski in vielfacher Hinsicht ein sehr bewusstes Programm von massiver Staatsaufrüstung, extremem Nationalismus und brutalen Kriegseinsätzen. Selbst als er im Februar 2014 im Spiegel den Nazi-Apologeten Ernst Nolte verteidigte und erklärte, dass Hitler „nicht grausam“ gewesen sei, gab es keinen einzigen Professor und keine einzige große Zeitung, die sich dagegen aussprach.

„Es waren die Studierenden der IYSSE und des Asta Bremen, die den Kampf gegen diese Verteidigung rechtsradikaler und militaristischer Positionen aufgenommen haben“, heißt es im Aufruf weiter. „Während sie unter Studierenden enorme Resonanz erfuhren, reagierte die Universitätsleitung der Humboldt-Universität aggressiv. Sie stellte sich hinter Baberowski und erklärte studentische Kritik für ‚inakzeptabel‘.“

Selbst als Baberowski mit seinem Verbotsantrag gegen den Bremer Asta vor dem Oberlandesgericht Köln scheiterte und die Richter feststellten, dass der Asta Baberowski korrekt zitiert und die Bezeichnung als „rechtsradikal“, „rassistisch“ und „gewaltverherrlichend“ daher legitim seien, erhielt die Universitätsleitung ihre Drohung gegen kritische Studierende aufrecht. Sie setzte sogar den Sicherheitsdienst ein, um Abgeordnete des Studierendenparlaments daran zu hindern, ihre Kommilitonen zu informieren.

„Wir rufen alle Studierenden auf, die Rücknahme dieser Stellungnahme der HU-Leitung zu fordern und den Kampf gegen rechte Ideologie zu unterstützen“, schreiben die Veranstalter. Auf der Veranstaltung solle daher nicht nur über die Hintergründe des Falls informiert, sondern auch über Schlussfolgerungen und Perspektiven für den Kampf gegen rechte und militaristische Ideologie an der Hochschule diskutieren werden.

Der Fall Baberowski
Gegen rechte und militaristische Ideologie an der Uni

Mittwoch, 5. Juli 2017, 18:30 Uhr
TU Berlin, Hauptgebäude, H2013

https://www.facebook.com/events/146088605949958