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Neue Ausgabe
der gleichheit

  WSWS : WSWS/DE : Archiv der gleichheit : Januar 1998

Das neue Schulgesetz

Die umstrittene Gesetzesvorlage 160 legt die Kontrolle über das Bildungssystem vollständig in die Hände der Provinzregierung von Ontario. Bisher haben die örtlichen Schulbehörden Arbeitsbedingungen der Lehrer, Unterrichtszeit und Klassengrößen mit den Lehrergewerkschaften ausgehandelt.

Das neue Schulgesetz wird der rechten Provinzregierung die Verwirklichung lang gehegter Pläne ermöglichen, die Bildungsausgaben drastisch zu kürzen und den Unterricht verstärkt an den Bedürfnissen des Marktes auszurichten. Erziehungsminister Johnson hat angekündigt, daß die Regierung gestützt auf das neue Gesetzes ab 1998 jährlich 700 Millionen Dollar einsparen werde. Das wird den Wegfall von 10 000 Lehrerstellen durch Entlassungen und natürliche Fluktuation zur Folge haben. In ihren ersten beiden Amtsjahren haben die Konservativen das Schulbudget der Provinz, das 14 Milliarden Dollar beträgt, bereits um eine Milliarde reduziert.

Das neue Schulgesetz bevollmächtigt die Provinzregierung, zahlreiche Bildungsfragen durch Erlaß neu zu regeln. So ist darin ausdrücklich festgelegt, daß die Vorbereitungszeit für die Lehrer der Oberstufe von täglich 70 auf 40 Minuten verkürzt wird. Außerdem dürfen diese Lehrer nicht mehr wie bisher zehn Tage zur beruflichen Weiterbildung freigestellt werden, sondern höchstens noch fünf Tage. Allein durch solche Maßnahmen werden 5 000 Lehrerstellen abgebaut.

Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, daß in einigen Fächern – wie Sport, Kunst und Musik – Hilfskräfte eingesetzt werden, die kein Lehrerdiplom haben und geringer bezahlt werden. Schulleiter und ihre Stellvertreter werden als »Manager« eingestuft und dadurch ihrer gewerkschaftlichen Rechte beraubt. Mitglieder der Schulbehörde werden als Vorstandsmitglieder bezeichnet, um zu unterstreichen, daß die Bildung nach »Marktprinzipien« ausgerichtet wird.

weiter in dieser Ausgabe

Lehrerstreik in Kanada

© gleichheit, Nr. 1/98, 20. Dezember 1997 

 

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