Lebhafte Diskussion im Anschluss an die Wahlveranstaltung der PSG

Von unseren Korrespondenten
17. September 2016

Im Anschluss an die Wahlabschluss-Versammlung der Partei für Soziale Gleichheit in der Ufa-Fabrik in Berlin-Tempelhof nutzten die Gäste die Zeit, um im Forum vor dem Saal über die Redebeiträge, die Perspektiven der Vierten Internationale und das Programm der PSG zu diskutieren. Viele deckten sich am Büchertisch mit Literatur ein, um die Fragen vertiefen zu können.

Unter den Gästen der Abschlussveranstaltung befanden sich auch Fabian und Ronja, zwei junge Berliner. Sie waren durch Wahlplakate in Berlin-Lichtenberg auf die PSG aufmerksam geworden und nahmen daraufhin zum ersten Mal an einer PSG-Versammlung teil. „Das war sehr informativ, gar keine typische Parteiveranstaltung“, sagte Fabian. „Die schwere Thematik kann natürlich nicht innerhalb weniger Stunden vermittelt werden, aber es ist gut, dass die PSG die Kriegsfrage in den Mittelpunkt rückt.“

Ronja, die in Berlin studiert, stimmte dieser Einschätzung zu und sagte: „Man wird gegenüber dem Kriegsgeschehen und dem Leid der Menschen anderswo auf der Welt so abgestumpft. Die Medien stellen es als ganz normal hin, dass anderswo die Leute sterben. Ich finde es schrecklich, wie sie teilweise über das Leid der Menschen berichten.“

Fabian ergänzte, es sei zwar schwer vorstellbar, dass es auch hier wieder Krieg geben könnte, aber: „Jahr für Jahr sieht man immer neue Kriege. Wenn man sich ein wenig damit auseinandersetzt, dann wird schon klar, dass es in den Kriegen der letzten fünfzehn Jahre immer um wirtschaftliche Interessen ging. Und offenbar ist das auch mit der Ukraine so. Dort gibt es die größten Schwarzerdvorkommen der Welt. Wenn wir jetzt vom Deal um Bayer und Monsanto erfahren, und dass der größte Profit der Zukunft in der Weltbevölkerungs-Ernährung liegt, dann kann man sich schon zusammenreimen, dass es in der Ukraine um wirtschaftliche und geopolitische Aspekte geht.“

Auf die entsprechende Außenpolitik werde jetzt auch die deutsche Öffentlichkeit eingestimmt. „Auch wenn Gedenkfeiern für die Kriegsopfer abgehalten werden, sind die Reden nicht unbedingt friedlicher geworden“, sagte Fabian. „Da wird kurz um die Toten der Vergangenheit getrauert, und gleichzeitig stellt man es als selbstverständlich hin, dass Deutschland wieder stärker werden müsse.“

Ronja ergänzte: „Man kann richtig Angst kriegen. Als ich davon hörte, dass sich jede Familie auf den Zivilschutz vorbereiten solle, hatte ich schon den Eindruck, jetzt wird richtig ernst gemacht. Später wurde es dann wieder etwas heruntergespielt, aber der Eindruck bleibt.“

Zur Linkspartei kommentierte Fabian, sie sei doch schon mal zusammen mit der SPD in Berlin an der Regierung gewesen, und warf die Frage auf: „Wie kommen denn die politischen Entscheidungen überhaupt zustande? Bei einem rot-roten Landesbündnis, wenn die Linkspartei in der Minderheit ist, dann fragt man sich schon, inwiefern sie sich den Entscheidungen der SPD überhaupt entgegenstellen könnte, wenn sie es denn wollte.“