Wadim S. Rogowin
Die Partei der Hingerichteten

»Gab es eine Alternative?« – Band 5

In diesem Band beleuchtet Wadim Rogowin den dritten Schauprozess gegen die alten Bolschewiki in der Sowjetunion, untersucht dessen innen- und außenpolitische Ziele und geht der Frage nach, ob es überhaupt Schuldige in den Prozessen gab. Anhand von Flugblättern und Briefen beweist er, dass es zur Zeit der Säuberungen Widerstand in unterschiedlich starker Form gab. Er tritt Konzeptionen entgegen, wie sie auch von Alexander Solschenizyn vertreten wurden, die die gesamte Bevölkerung der UdSSR als »Kaninchen« sahen, die nicht den Mut aufbrachten, sich Gewalt und Willkür zu widersetzen.

Rogowin legt das Hauptaugenmerk auf den Gegensatz und den Kampf von Stalinismus und Trotzkismus. Diese Auseinandersetzung führte nicht nur zur physischen Vernichtung der Anhänger der Linken Opposition, sondern auch zur Beseitigung mindestens zweier Generationen von Bolschewiki, welche die Oktoberrevolution vorbereitet und verteidigt hatten. Das Besondere dieses Vernichtungsfeldzugs gegen den Bolschewismus bestand darin, dass er von der Stalinclique unter dem Deckmantel der bolschewistischen Phraseologie und Symbolik geführt wurde. In den Jahren 1936–1938 wurde die leninsche Partei endgültig durch die stalinsche ersetzt und der Bolschewismus als politische und ideologische Massenkraft beseitigt – das war die Bedeutung des Großen Terrors.

Die Gesamtausgabe der sechs Bände ist hier erhältlich, übersetzt von Hannelore Georgi und Dr. Harald Schubärth.

Erschienen 1998
581 Seiten
ISBN: 978-3-88634-072-9
E-Book-Formate: PDF, ePUB und MOBI

Über den Autor

Wadim S. Rogowin (1937–1998) war der größte russische marxistische Soziologe und Historiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als Doktor der Philosophie und Professor am Soziologischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau untersuchte er die soziale Differenzierung in der sowjetischen Gesellschaft. Nach der Auflösung der Sowjetunion 1991 begann Rogowin mit der intensiven Arbeit an seinem Werk »Gab es eine Alternative?«. Bis zu seinem Tod am 18. September 1998 entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee der Vierten Internationale.