Mehr als 2000 unterzeichnen Petition zur Beendigung der Google-Zensur

Von Zac Corrigan
24. August 2017

Am 14. August hat die World Socialist Web Site eine Petition gegen die Manipulation von Suchergebnissen durch Google gestartet. Der Technologiekonzern hat es darauf abgesehen, den Zugang zu sozialistischen, progressiven und Antikriegs-Websites zu blockieren, wobei die WSWS das hauptsächliche Ziel ist. In einer Woche haben mehr als 2000 Menschen aus mindestens 70 Ländern die Petition unterzeichnet. Sie fordern die Google-Leitung auf, ihren „Angriff auf die Rede- und Meinungsfreiheit und das Grundrecht auf unzensierte Informationen“ zu beenden.

Die Zahl der Unterschriften ist über das Wochenende in die Höhe geschnellt, nachdem der WikiLeaks-Gründer Julian Assange auf Twitter einen Link zur WSWS und deren Entlarvung der Machenschaften von Google veröffentlicht hat.

Die WSWS hat Googles Zensurprogramm, das am 25. April unter dem Vorwand des Kampfs gegen „Fake-News“ eröffnet wurde, in einer langen Reihe von Artikeln grundlegend entlarvt. Seit April hat Google 13 führende oppositionelle Websites in seinen Suchergebnissen entweder verborgen oder völlig entfernt, was zu einem massiven Rückgang ihrer Leserzahl führte. Die WSWS war am stärksten betroffen und hat mehr als zwei Drittel ihres Suchtraffics über Google-Anfragen verloren. Die 45 wichtigsten Suchbegriffe, die früher die Leser auf die WSWS führten, wurden von Google blockiert.

Trotz dieses Angriffs ist die Leserschaft der WSWS weiterhin hoch, weil sehr viele Leser direkt auf die Website gehen und nicht über eine Suchfunktion. Obendrein haben viele Leser als Reaktion auf die Zensur, erhebliche Anstrengungen unternommen, um die WSWS-Artikel bekannt zu machen.

Viele Unterzeichner der Petition schreiben Mitteilungen, in denen sie ihre Feindschaft gegen die Zensur durch Konzerne und Staat zum Ausdruck bringen. Sie würdigen die wichtige Rolle der WSWS und zeigen, dass sie sich der enormen Gefahren durch Googles Machenschaften bewusst sind.

Kate aus Australien schreibt: „Ich lehne Googles Zensur der WSWS aufs Schärfste ab. Die Analyse, die die WSWS liefert, ist maßgebend, und es ist die einzige Website, die der Arbeiterklasse die Wahrheit sagt. Das ist bitter nötig in einer Welt, in der die Gefahr eines Atomkriegs die Zukunft der Menschheit bedroht. Die Zensur der WSWS ist ein bewusster Angriff auf die Rede- und die Meinungsfreiheit, und ich fordere, dass Google diesen Angriff auf das grundlegendste demokratische Recht, das Recht auf unzensierte Information, einstellt.“

Google macht mehr Lobbyarbeit im Weißen Haus als jede andere Firma. Zwischen den beiden Institutionen gibt es so etwas wie eine Drehtür, wie die Website The Intercept in einem Bericht vom letzten Jahr aufgedeckt hat. Lobbyisten von Google waren während der Präsidentschaft von Obama zu regelmäßigen Treffen im Weißen Haus.

Viele Unterzeichner drücken ihre besondere Sorge angesichts dieser inzestuösen Beziehung aus. Geoffrey aus Quebec schreibt: „Google steckt unter einer Decke mit der Machtelite der USA und hält sein Quasi-Monopol durch die staatliche Regulierung aufrecht, indem es die Drecksarbeit für den ,Staat im Staat‘ erledigt; d.h. Google unterdrückt alternative Medien und lenkt die Anwender um“, zu den Mainstream-Medien.

Ein weiterer Kommentar von Denis aus Neuseeland verweist auf die Gefahr der privaten, monopolisierten Kontrolle über die Kommunikationsmittel: „Google ist ein Privatunternehmen, obwohl es bestimmte Eigenschaften eines öffentlichen Versorgungsbetriebs aufweist. Das Ausmaß seiner Marktbeherrschung verleiht ihm enorme Macht. Jetzt wird seine Macht dazu eingesetzt, um die Meinungsfreiheit der Menschen einzuschränken. Die World Socialist Web Site ist eine wichtige Quelle für die Analyse politischer, sozialer und wirtschaftlicher Ereignisse, und die Profitinteressen und die politische Vorherrschaft der Eliten können sie nicht einschränken. Es ist ein Ort, an dem man eine Perspektive findet, die bereit ist, den Beweisen zu folgen, wohin sie auch führen, und den Interessen der einfachen Leute Aufmerksamkeit zu schenken.“

John aus Australien weist darauf hin, dass Google gegen internationales Recht verstößt. Er schreibt: „Worte sind nur Schall und Rauch, aber die Vereinten Nationen erklären: ,Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten‘ [Aus Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte]. Die Zeit ist gekommen, um nicht nur die World Socialist Web Site zu verteidigen, sondern alle Antikriegs-Websites, die angegriffen werden.“

Mehrere Unterzeichner verweisen auf den aufklärungsfeindlichen Charakter der Unterdrückung von Informationen durch Google. Vesselyn aus Michigan schreibt: „Dies ist ein Versuch, die Gesellschaft zu manipulieren, indem man manipuliert, über welche Perspektiven die Menschen informiert werden, und welche Meinungen man zur Verbreitung zulässt. Die Menschen sind keine Schafe. Die menschliche Gesellschaft erfordert, dass die Menschen voneinander lernen und dabei die Werkzeuge nutzen, die ihnen zur Verfügung stehen. Die intellektuelle Arbeit bestimmter Leute zu zensieren, ist eine Verletzung der Prinzipien der Aufklärung.“

Mehrere Unterzeichner äußern eine klare marxistische, klassenbasierte Einschätzung des Zensurproblems und der Rolle der WSWS. Zum Beispiel schreibt Pedro aus São Paulo: „Die World Socialist Web Site ist eine der wenigen Internetquellen für klassenbewusste Kommentare und Analysen. Damit die kapitalistische Krise überwunden werden kann, ist es unbedingt erforderlich, dass die Arbeiterklasse ungehinderten Zugang zu dieser Art von mutigem, politischem und theoretischem Einblick in das Weltgeschehen erhält. Theorie und marxistische Analyse sind unverzichtbare Werkzeuge für gesellschaftliche Veränderung! Stoppt Googles Zensur der WSWS und anderer progressiver Websites!“

Und Cesar aus Peru: „Die internationale Arbeiterklasse hat das Recht, Zugang zu Websites zu haben, die zu ihrer politischen Entwicklung beitragen. Ich bin nicht überrascht, dass ein kapitalistisches Weltunternehmen, das Informationen kontrolliert, die WSWS ins Visier genommen hat. Denn die WSWS ist die einzige Website, die der Arbeiterklasse überall auf der Welt eine klare internationale, sozialistische Perspektive bietet. Führt diesen Kampf weiter!“

Adrian aus Australien verweist darauf, dass es wichtig ist, die Kampagne der WSWS gegen die Zensur bekannt zu machen: „Die WSWS stand immer an vorderster Front zur Verteidigung der objektiven und historischen Wahrheit. Dass Google sie unter der Rubrik ,unwahre Nachrichten‘ zensiert, ist der Gipfel der Heuchelei. Jeder Google-Nutzer auf der Welt muss das erfahren.“

Die WSWS informiert Arbeiter und Jugendliche weltweit darüber, dass Google versucht, politische Meinungen zu unterdrücken und die Entwicklung einer klassenbewussten Bewegung gegen Ungleichheit und Krieg aufzuhalten. Wir fordern all unsere Leser auf, an diesem Kampf teilzunehmen! Unterschreibt die Petition jetzt und teilt sie mit euren Freunden und Mitarbeitern. Spendet für die WSWS. Teilt Artikel der WSWS und Videos auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien. Helft mit, die Zensur der WSWS und anderer Websites zu entlarven und zu stoppen!

Kämpft gegen Googles Zensur!

Google blockiert die World Socialist Web Site in Suchergebnissen.

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