Globalisierung: Die sozialistische Perspektive

Teil 1

Von Nick Beams
22. Juni 2000

Nick Beams, Mitglied der internationalen Redaktion des World Socialist Web Site und nationaler Sekretär der australischen Socialist Equality Party, hielt kürzlich eine öffentliche Vorlesungsreihe an sechs australischen Universitäten in Sydney, Melbourne, Newcastle und Canberra. Sie stand unter dem Titel "Globalisierung: Die sozialistische Perspektive". Das WSWS veröffentlicht die Vorlesung fortlaufend in drei Teilen.

Erster Teil | Zweiter Teil | Dritter Teil

Der Anbruch des 21. Jahrhunderts bietet verständlicherweise Anlass zu einem Rückblick auf die vergangenen hundert Jahre und lässt Fragen nach der zukünftigen Entwicklung der Zivilisation aufkommen. Solche Fragen werden nicht allein durch den Wechsel des Kalenders hervorgerufen, sondern durch das Gefühl, dass die Gesellschaft eine ungeheure Veränderung erfährt, die das Leben kommender Generationen prägen wird.

In der vergangenen Periode waren wir Zeugen einer erstaunlichen Entwicklung der Wissenschaften und Produktionstechniken - die Entwicklung und Verbreitung von Computern, Gentechnik und Kommunikationssystemen, von denen man vor wenigen Jahren nur träumen konnte, sind nur einige Beispiele hierfür. Aber dieses verblüffende Wachstum der Wissenschaft, Technik und Produktivkräfte der Menschheit kontrastiert schroff mit dem anderen vorherrschenden Merkmal dieser Periode - dem überwältigenden Gefühl von sozialer Ohnmacht und gesellschaftlicher Rückentwicklung.

Verbunden mit der Globalisierung sämtlicher Aspekte des Wirtschaftslebens hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten das Tempo der gewaltigen Veränderungen in den Produktionsprozessen immer weiter beschleunigt und alle alten politischen und ökonomischen Gewissheiten beseitigt. Massen von Menschen in der ganzen Welt finden sich wie in einem Strudel gefangen. Sie fühlen sich von Kräften hin- und hergeworfen, die sie nicht kontrollieren und die anscheinend niemand beherrscht.

Jeder Tag bringt eine neue Katastrophe: Hungersnöte, Bürgerkriege und ethnische Konflikte, Fabrikschließungen, Stellenabbau oder Sozialkürzungen.

Und über der ganzen Welt hängt die Drohung einer großen Wirtschaftskrise. Die Stürme in der Finanzwelt, die im letzten Jahrzehnt die kapitalistische Weltwirtschaft heimgesucht haben, sind in dieser Hinsicht Warnsignale.

Im Altertum befragten die Menschen die Sterne, um eine Orientierung für ihr Leben zu finden, oder sie suchten in der Natur nach Zeichen, ob die Gunst der Götter mit ihnen sei. Moderne Menschen lehnen ein solches Vorgehen ab. Aber täglich verfolgen Millionen Menschen auf der ganzen Welt den Dow Jones, NASDAQ oder einen anderen Aktienmarktindex, um in Erfahrung zu bringen was die Zukunft für sie auf Lager hat, ganz so, als ob die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von einer Ziffer bestimmt würde.

Obwohl sich dieses Gefühl der Ungewissheit enorm ausgebreitet hat, ist es nicht neu. Tatsächlich ist die gegenwärtige Situation das Ergebnis von Prozessen, die der Entwicklung des globalen kapitalistischen Systems seit seiner Entstehung innewohnen. Vor mehr als 150 Jahren schrieb Karl Marx im Manifest der Kommunistischen Partei: "Die Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinstrumente, also die Produktionsverhältnisse, also sämtliche gesellschaftlichen Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren. [...] Die fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet die Bourgeois-Epoche vor allen früheren aus. Alle festen, eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neugebildeten veralten, ehe sie verknöchern können. Alles Ständische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht, und die Menschen sind endlich gezwungen, ihre Lebensstellung, ihre gegenseitigen Beziehungen mit nüchternen Augen anzusehen."

Dies ist die Aufgabe, die wir uns für unsere Vorlesung vorgenommen haben: mit nüchternen Augen die Lebensstellung, d.h. die wahren Lebensbedingungen, anzusehen und aus dieser Gegenüberstellung einen Weg in die Zukunft zu weisen.

Einige meinen allerdings, dass eine solche Analyse nicht notwendig sei. Ein Artikel, der am 23. Mai auf der Leserbriefseite der Zeitung Australian Financial Review erschien, trug die Überschrift "Nein wirklich - es ging uns noch niemals so gut" und den Untertitel "Dankt dem freien Markt für unseren beispiellosen Wohlstand". Der Artikel beginnt dann folgendermaßen: "Die Bevölkerungen der entwickelten Ökonomien sind heute die reichsten und freisten Menschen, die die Welt jemals gesehen hat. Wir genießen ein beispielloses Niveau im Bereich der Gesundheit, Lebenserwartung, Mobilität, Sicherheit, Bildung und Annehmlichkeiten. Wir können mit Zuversicht sagen, dass die Probleme des Erlangens und der Sicherung von Wohlstand und Freiheit - die zentralen Probleme der Menschheit im 20. Jahrhundert - nun im Wesentlichen gelöst sind."

Der Artikel fährt fort zu erklären, dass der Kapitalismus seine Überlegenheit über den Sozialismus in genau dem Bereich bewiesen habe, den der Sozialismus für seine Stärke hielt: das Los der einfachen Leute zu verbessern. "Wenn wir nun alle Kapitalisten sind, dann weil wir modernen Menschen - Rechte, Linke und die politische Mitte - alle durch und durch Verfechter des Egalitarismus sind und der Kapitalismus sich als egalitärstes aller Systeme erweist."

Die hier aufgestellten Behauptungen sind natürlich ungeheuer dumm. Aber sie unterscheiden sich nicht wesentlich von den Erklärungen, die zu Beginn der 90-er Jahre überall zu hören waren, als die stalinistischen Regimes in der Sowjetunion und Osteuropa zusammenbrachen und dies als "Tod des Sozialismus" und "Sieg des Marktes" bejubelt wurde.

Von der Rednerbühne im Parlament zu den Vorlesungssälen der Universitäten, in Zeitungsartikeln und wissenschaftlichen Aufsätzen gleichermaßen wurde dasselbe Thema endlos wiederholt: Der große ideologische und politische Kampf des 20. Jahrhunderts sei vorbei. Fortan würde der Markt, basierend auf dem Privateigentum an Produktionsmitteln und finanziellen Ressourcen, und mit seinem schonungslosen Konkurrenzkampf um die Akkumulation von Profit im Interesse des Kapitals, unangefochten regieren.

Eine Tatsache wurde nie berücksichtigt. Nämlich, dass die stalinistischen Regimes, auf deren Ableben sich diese Behauptungen stützten, niemals echten Sozialismus repräsentiert hatten, sondern einen despotischen bürokratischen Apparat, der durch die brutale Unterdrückung der Arbeiterklasse und die Ermordung ihrer revolutionären Führung an die Macht gekommen war. Keine Untersuchung der Fakten durfte sich der Annahme in den Weg stellen, der kapitalistische Markt habe sich als einzig lebensfähige Form der gesellschaftlichen Organisation erwiesen.

Empirische Überprüfung

Diese Erklärungen wurden in der nachfolgenden Periode von stürmischen legislativen und politischen Veränderungen begleitet, als das Programm des uneingeschränkt freien, kapitalistischen Marktes den Erdball eroberte - dieser Prozess hatte bereits unter Federführung der Regierungen Thatcher und Reagan in den 80-er Jahren begonnen. Sozialdemokratische Parteien, die über Jahrzehnte behauptet hatten, der Kapitalismus lasse sich im Interesse der breiten Bevölkerung reformieren, warfen ihre Politik der Sozialreform über Bord. Gewerkschaftsführungen beeilten sich eine Partnerschaft mit dem Kapital einzugehen, um die Rentabilität und "internationale Wettbewerbsfähigkeit" auf dem globalen Markt sicherzustellen. Und die Führer der nationalistischen Regimes in den sogenannten unterentwickelten Ländern entsagten ihren Programmen zur nationalen wirtschaftlichen Entwicklung und erklärten ihre Bereitschaft, dem globalen Kapital Investitionsmöglichkeiten zu schaffen und die "Prinzipien des freien Marktes" einzuhalten.

In den vergangenen 25 Jahren, die im rasenden Entwicklungstempo des letzten Jahrzehnts ihren Höhepunkt fanden, ist die Wirtschaftsorganisation der gesamten Welt unter den Einfluss des globalen kapitalistischen Marktes geraten. In keiner anderen Periode der menschlichen Geschichte hat er eine solche Dominanz ausgeübt. Dies versetzt uns in die denkbar günstigste Position, um die Behauptungen seiner Befürworter zu beurteilen und zu untersuchen, wie sie der Prüfung durch historische Erfahrung standhalten.

In jüngster Zeit ist eine Menge an Informationen veröffentlicht worden, die das überwältigende Anwachsen der sozialen Gegensätze im Weltmaßstab zeigen. Beispielsweise entspricht der Reichtum der 475 Milliardäre weltweit dem addierten Einkommen von mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung, also etwa drei Milliarden Menschen. Und diese Aufhäufung von Reichtum beschleunigt sich. Die Anzahl der Milliardäre allein in den Vereinigten Staaten ist von 13 im Jahre 1982 auf 149 im Jahre 1996 gestiegen und seitdem weiter angewachsen.

Nach dem Weltentwicklungsbericht der Vereinten Nationen von 1998 übersteigt das Vermögen der drei reichsten Einzelpersonen in der Welt das addierte Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 48 am wenigsten entwickelten Länder. Die 15 reichsten Personen verfügen über ein Vermögen, das größer ist als das BIP sämtlicher afrikanischer Staaten südlich der Sahara, und das Vermögen der 32 Reichsten übertrifft das BIP von Südasien. Der Reichtum der 84 reichsten Individuen schließlich übersteigt das BIP von China mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern.

Und was ist mit der Mehrheit der Weltbevölkerung?

Von den 4,4 Milliarden Menschen in sogenannten Entwicklungsländern leben beinahe drei Fünftel ohne sanitäre Einrichtungen, ein Drittel hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und ein Viertel keine vernünftige Unterkunft. Ein Fünftel der Bevölkerung in diesen Ländern ist unterernährt und der gleiche Anteil hat keinen Zugang zu anständiger medizinischer Versorgung.

Zwischen 1960 und 1994 hat sich die Kluft im Pro-Kopf-Einkommen zwischen dem reichsten und dem ärmsten Fünftel der Weltbevölkerung mehr als verdoppelt. Die entsprechende Rate vergrößerte sich von 30:1 auf 78:1, und hatte im Jahre 1995 das Verhältnis 82:1 erreicht.

Im Jahr 1997 entfiel auf das reichste Fünftel der Weltbevölkerung 86 Prozent des Welteinkommens, während das ärmste Fünftel ganze 1,3 Prozent davon erhielt. Mehr als 1,3 Milliarden Menschen sind gezwungen von weniger als einem Dollar am Tag zu existieren - eine lebensbedrohliche Situation. Nach Angaben der Vereinten Nationen erfuhren 100 der 147 Länder, die als "Entwicklungsländer" eingestuft werden, in den vergangenen 30 Jahren einen "bedenklichen wirtschaftlichen Abstieg".

Die Verarmung ganzer Bevölkerungen in großen Gebieten der Erde ist nicht die Folge von "Naturkatastrophen", sondern geht direkt auf das Wirken der Finanzmärkte und die "Strukturanpassungsprogramme" des Internationalen Währungsfonds zurück. Diese werden im Auftrag und zugunsten der Banken und großen internationalen Finanzinstitutionen durchgeführt mit dem Ziel, die besten Bedingungen für die Herrschaft des internationalen Kapitals zu schaffen.

Trotz eines massiven Schuldendienstes, der enorme soziale Kosten mit sich brachte, steigt das Niveau der Verschuldung. 1990 lag die addierte Schuldenlast der Entwicklungsländer bei 1,4 Billionen Dollar, 1997 war sie auf 2,17 Billionen gestiegen. In Afrika betrug die Verschuldung 370 Dollar pro Bewohner des Kontinents. In einigen Ländern überstieg die Verschuldung das Vierfache des Bruttoinlandsprodukts. 1998 bezahlten die Länder der Dritten Welt täglich 717 Millionen Dollar an die großen Banken und Finanzinstitutionen zurück.

Und nirgendwo haben die Verwüstungen größere Ausmaße angenommen als in der ehemaligen Sowjetunion - dem Territorium, von dem die Sprecher des Kapitalismus behaupteten, dass der Markt dort wahre "Wunder" vollbringen würde.

Es wird geschätzt, dass sich die russische Wirtschaft seit 1989 um die Hälfte reduziert hat. Unter ökonomischen Gesichtspunkten ist sie heute nicht größer als die der Niederlande. Der Produktionsrückgang ist größer als im Jahr 1942, als ein großer Teil der Sowjetunion von den Nazis besetzt war.

Die Geburtenrate hat sich seit 1985 halbiert und wird von der Sterberate um den Faktor 1,6 übertroffen, so dass bei Beibehaltung der derzeitigen Entwicklung die russische Bevölkerung im nächsten Jahrzehnt um ein Fünftel zurückgehen wird. Die Lebenserwartung eines männlichen 16-jährigen Russen war zu Beginn des letzten Jahrhunderts höher als heute. Das bedeutet: Trotz zwei Kriegen, einem Bürgerkrieg, Hungersnot, den todbringenden "Säuberungen" und dem Gulag, hatte ein 16-jähriger Junge im Jahre 1900 eine um zwei Prozent höhere Chance sein 60. Lebensjahr zu erleben als im Jahre 2000.

Selbst wenn ein böser Geist beschlossen hätte der Menschheit übel mitzuspielen, hätte er sicher keine solche Situation heraufbeschwören können, wie sie sich heute vor uns entfaltet. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts nimmt der "Triumph des Marktes" die Gestalt einer beständig größer werdenden Katastrophe an.

In allen Winkeln der Welt sind die sozialen Bedingungen von sich verschärfender Armut und wachsender sozialer Ungleichheit gekennzeichnet, was zu ständigen humanitären Katastrophen führt.

Und mitten in diesem sozialen Desaster hat die "neue Weltordnung" ihr wahres Gesicht gezeigt - in ihrem neuerlichen Streben nach Weltherrschaft brechen die imperialistischen Großmächte brutale Kriege vom Zaun.

Der Zusammenhang zwischen der Herrschaft des "freien Marktes" und dem Einsatz militärischer Macht wurde von Thomas Friedman, einem Auslandredakteur der New York Times, prägnant zusammengefasst. Der Artikel erschien vor einem Jahr, als der Angriff der NATO gegen Jugoslawien stattfand, und stellt fest:

"Die unsichtbare Hand des Marktes wird niemals ohne seine Faust funktionieren - McDonald's kann ohne McDonnell Douglas, den Erbauer der F-15, nicht gedeihen. Und die Faust, die die Welt für die Technologien des Silicon Valley sichert, sind die Armee, die Luftwaffe und die Marine der Vereinigten Staaten. [...] Ohne Amerika auf der Wacht wird es kein America Online geben."

Kapitalismus hat für die große Masse der Weltbevölkerung immer Elend bedeutet, aber in den vergangenen 50 Jahren haben seine Verteidiger argumentiert, dass er zumindest in den wohlhabendsten Ländern der Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung einen steigenden Lebensstandard beschert habe. Dies ist nicht länger der Fall. Die ökonomische Expansion der letzten 25 Jahre hat nicht nur zu einer stärkeren sozialen Polarisierung geführt, sondern auch zu einem Niedergang der Realeinkommen für die Mehrheit der Lohnempfänger. Nirgendwo ist diese globale Tendenz augenscheinlicher als in den Vereinigten Staaten, die als Modell für die Wirtschaft des "freien Marktes" angesehen werden.

Es wird geschätzt, dass die Reallöhne in den Vereinigten Staaten heute um sieben Prozent niedriger sind als 1973. Nicht einmal in den 25 Jahren, über die sich die große Depression der 1930-er Jahre erstreckte, schrumpften die Reallöhne über solch einen langen Zeitraum.

Das Sinken der Reallöhne für die Mehrheit der Arbeiter ist das Ergebnis einer Umverteilung des Reichtums nach oben. 1962 erhielten die unteren 90 Prozent der Bevölkerung 69 Prozent des gesamten Einkommens. 1992 entfielen auf dieselbe Gruppe nur noch 59 Prozent. Mit anderen Worten: In diesem Zeitraum sind zehn Prozent der Einkommen nach oben umverteilt worden, und das meiste davon landet bei dem reichsten Prozent der Bevölkerung. In absoluten Zahlen beläuft sich dies auf rund 700 Milliarden Dollar pro Jahr.

Es wird geschätzt, dass der Reichtum der 400 reichsten Amerikaner im Zeitraum von 1997 bis 1999 um durchschnittlich jeweils 940 Millionen Dollar gewachsen ist. Allerdings ist in den zwölf Jahren von 1983 bis 1995 das Nettovermögen der unteren 40 Prozent der Haushalte um 80 Prozent gesunken. So viel zum Effekt des "Durchsickerns", der von den Fürsprechern des freien Marktes so geliebt wird. Viel eher haben wir es hier mit einem Prozess des "Hochsaugens" zu tun.

Das addierte Nettovermögen der 400 reichsten Amerikaner lag im September 1999 bei einer Billion Dollar, gestiegen von 738 Milliarden Dollar im Vorjahr. Nur ein Fünftel der zugelegten Summe, rund 48 Milliarden Dollar, hätten ausgereicht, um alle offiziell als arm registrierten Amerikaner (etwa 15 Prozent der Bevölkerung und 25 Prozent aller Kinder) über die Armutsgrenze zu heben.

Ähnliche Statistiken können für alle großen kapitalistischen Länder angeführt werden. Zum Beispiel eine kürzlich veröffentlichte Studie über Australien: "1994 erhielten die obersten 20 Prozent der Haushalte 40 Prozent des insgesamt verfügbaren Einkommens; die unteren 20 Prozent erhielten weniger als sechs Prozent. Verglichen mit 1984 ging der Anteil der unteren drei Fünftel zurück, das vierte Fünftel konnte seinen Anteil halten und das oberste Fünftel seinen Anteil vergrößern. Das real verfügbare Einkommen war 1994 für alle außer dem obersten Fünftel niedriger, trotz der Zunahme an Haushalten mit zwei Einkommen."[1] Mit anderen Worten hat sich die Lage für die große Mehrheit der Bevölkerung nicht nur im relativen Vergleich verschlechtert, sondern auch in absoluten Zahlen; die Reallöhne sind gesunken.

Anmerkung:

[1] Bryan und Rafferty, The Global Economy in Australia, Seite 20

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