Zum 600. Geburtstag von Johannes Gutenberg

Eine Würdigung des Erfinders des Buchdrucks

Von Daniel Woreck und Parwini Zora
4. Januar 2001

"Die ganze Welt anerkennt ohne Zögern, und wer könnte es bezweifeln, dass Gutenbergs Erfindung das weitaus größte Ereignis in der Weltgeschichte darstellt."- Mark Twain

Eine Gruppe amerikanischer Historiker erklärte Johannes Gutenberg kürzlich zum Mann des Jahrtausends. Sie begründeten ihre Wahl damit, dass durch seine Erfindung des Druckes mit beweglichen Lettern die grundlegenden Voraussetzungen für die umwälzenden sozioökonomischen, politischen und kulturellen Veränderungen der kommenden Jahrhunderte geschaffen wurden.

Viele Details aus Gutenbergs Leben sind ungeklärt, einige sind Gegenstand von Spekulationen, andere werden noch erforscht. Dennoch muss die Frage gestellt werden: Wer war dieser Mann und warum war seine Erfindung von solcher Tragweite?

Die internationale Presse maß Gutenbergs 600. Geburtstag, der mit der Jahrtausendwende zusammenfiel, große Bedeutung zu. Würdigung und Übertreibung lagen oft nahe beieinander. Selbst wenn er vielleicht nicht der Mann des zweiten Jahrtausends war, war Johannes Gutenberg dennoch einer unter vielen großen Erfindern, die den menschlichen Fortschritt nachhaltig prägten. Ohne Zweifel beeinflusste und inspirierte die Erfindung der Druckmaschine die Entwicklung der Kommunikation enorm und wurde somit auch zum Meilenstein in der menschliche Geschichte insgesamt.

Der Druck war in seinen Anfangsstadien als "Deutsche" oder "Schwarze Kunst" bekannt. Es wäre jedoch nicht richtig, Johannes Gutenberg als alleinigen Erfinder des Drucks anzusehen. In China, Japan, Korea und anderen fernöstlichen Ländern war der Druck mit geschnitzten Holzklötzen schon ab dem achten und neunten Jahrhundert bekannt, im vierzehnten Jahrhundert trat diese Technik erstmals in Europa auf. Sie war aufwendig und zeitraubend, da jeder einzelne Klotz von Hand angefertigt werden musste. Gutenbergs technische Revolution bestand darin, dass er bewegliche, wiederverwendbare Lettern einführte - ein Grundprinzip, das bis ins zwanzigste Jahrhundert überlebte. In dieser Hinsicht verdient er den Titel "Vater der Druckkunst" zu Recht.

Eine neue Epoche

Entdeckungen und Erfindungen haben die Menschen stets fasziniert, aber die umwälzenden Auswirkungen, die durch die Erfindung des Druckes mit beweglichen Lettern vorbereitet wurden, können nur im Zusammenhang mit der Epoche, in der Gutenberg lebte, verstanden werden. Gutenberg lebte im 15. Jahrhundert - einer Periode, die vom ausgehenden Mittelalter in die Renaissance überleitete, einer Periode der sozialen Umgestaltung. Diese Phase des Verfalls der alten, feudalen Ordnung und die Entwicklung der frühen, auf Handelsstrukturen beruhenden bürgerlichen Gesellschaft prägte sein Leben unverkennbar.

Die lange Stagnation war überwunden, moderne Technologien bahnten sich ihren Weg, mal aus fremden Ländern eingeführt, ein anderes Mal handelte es sich um bloße Neuentdeckung und Aufbereitung des in Vergessenheit geratenen Wissens längst untergegangener Kulturen und Zivilisationen. Im dreizehnten Jahrhundert zum Beispiel kehrten die Kreuzfahrer mit antiken griechischen oder römischen Schriften heim, die seit dem Untergang des römischen Reiches in Europa verschollen gewesen waren. Mit der Erfindung des Schwarzpulvers, des Kompasses, des wasserbetriebenen Mühlrades, der Papierherstellung, der Uhr sowie den Fortschritten auf den Gebieten der Mathematik, der Astronomie und der Medizin schlugen die Menschen ein neues Kapitel im Buch der Geschichte auf.

Gemeinsam mit der Fortentwicklung der Navigation durchbrachen die genannten Errungenschaften die geographische Beschränkung der damaligen Zeit. Europäische Seefahrer machten sich auf, die Welt zu umschiffen, Henry von Portugal oder Kolumbus bildeten hierbei nur die Vorhut. Ausgehend von Portugal, Spanien und Westeuropa drang man in die Neue Welt vor. Der Handel dehnte sich über den Ozean aus, die Entdeckung neuer Welten, neuer Völker war das Gebot der Stunde. Die neue Verfügbarkeit von Informationen in Form von Karten oder gedruckten Büchern, die Möglichkeiten zur Vervielfältigung und zum Vergleich eröffnete den Menschen die Perspektive, die Erde als Rohstoff zu begreifen, den man nutzen konnte.

Im Spätmittelalter war die römisch-katholische Kirche der größte Grundeigentümer innerhalb der europäischen Grenzen. Im Bündnis mit der Feudalaristokratie widersetzte sie sich jedem Wandel. Ihrem Dogma war jeder Bereich des öffentlichen Lebens unterworfen. Ganz besonders das Gebiet Bildung und Wissenschaften wurde von der Kirche vereinnahmt. So stammten Studenten zumeist aus dem Adel und der größte Teil von ihnen studierte um Priester zu werden. Die Macht der Kirche beruhte nicht zuletzt darauf, dass es ihr gelungen war, Latein als Sprache der Religion und der Wissenschaft durchzusetzen.

Die Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern, die den massenhaften Druck der Bibel erlaubte, erschütterte das Fundament der Kirche. Zum ersten Mal in der Geschichte des christlichen Glaubens war eine immer größere Masse in der Lage, die Bibel zu studieren und zum Beispiel nachzulesen, dass die Figur Jesus Christus dort keineswegs als wohlhabend, sondern im Gegenteil als einfacher, schlichter Mensch geschildert wird. Neuinterpretationen der Bibel wurden in der Regel von der Klasse der Händler und Kaufleute, der heranreifenden Bourgeoisie, vereinnahmt, der ein Angriff auf die starre Feudalgesellschaft sehr gelegen kam. Die mittelalterliche Ständegesellschaft wurde zementiert durch die Aufteilung des Landes, durch das Beharren auf alten Grenzen und durch die Installation von regionalen, mächtigen Fürsten. Eben diese Institutionen, die den Fortbestand der feudalen Ordnung sicherten, stellten für die Bourgeoisie Hemmschuhe dar, die sie abzuschütteln trachteten. Eine Neuinterpretation der Bibel war ein machtvolles Instrument, Kirche und Adel entgegenzutreten, ihre unangefochtene Vormachtstellung zu brechen und die Errichtung eines geeinten Staates an Stelle Dutzender Fürstentümer durchzusetzen.

Wachsende Unruhen und brodelnde Opposition zwangen die Kirche, ihre Inhalte zu reformieren und ihre Kräfte zu sammeln, um auch nach der bevorstehenden Epoche grundlegender Veränderungen weiterbestehen zu können. Eine Initiative, die sie gemeinsam mit ihren adligen Verbündeten ergriff, war, ihrer Interpretation der Bibel den Passus: "Es ist eine Sünde, mehr Geld zu besitzen, als ein einzelner Mensch verbrauchen kann," hinzuzufügen. Damit griff sie offen und direkt die Schicht der Kaufleute an, deren Gedankengut zunehmend Eingang in die Bevölkerung gefunden hatte.

In diesem Zusammenhang stand auch das Verbot, die Bibel in die weltlichen Sprachen zu übertragen. "1521 begann William Tyndale die Bibel ins Englische zu übersetzen, nachdem ihm bewusst wurde, dass der weitaus größte Teil der Bevölkerung nicht in der Lage war, das Buch überhaupt zu lesen. Er druckte seine Arbeit in Antwerpen, schmuggelte sie dann nach England. Als ihn ein englischer Freund 1535 verriet, wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Seine letzten überlieferten Worte lauteten: ‚Oh Herr, öffne dem König von England die Augen!'" (Jay Rogers, The Book that changed History)

Die weitaus größte Herausforderung des Glaubensmonopols der katholischen Kirche ging im frühen 16. Jahrhundert von Martin Luther in Deutschland aus. Dessen Veröffentlichung der Bibel in deutscher Sprache leitete die protestantische Reformation ein. Im Mittelalter war Analphabetismus in Europa die Regel. Religiöse Propaganda fand durch Predigten und durch Bilder Eingang in die breite Bevölkerung. Luther bediente sich des gedruckten Worts, um seiner Kampfeserklärung Gewicht zu verleihen - insbesondere Gebetsbüchern und der Bibel, die in die Volkssprachen übersetzt wurden.

Die vormals rein religiöse Weltsicht wurde um einige grundlegende Aspekte des irdischen Lebens bereichert. Das förderte das Verlangen nach Büchern, nicht nur geistlichen Inhaltes sondern auch säkularer Natur. Die Menschen wurden zunehmenden des Lesens und des Schreibens kundig, Wissenschaft und Forschung wurden vermehrt betrieben. Mit dem Aufstieg der Wissenschaft erklang das Totengeläut für die Vorherrschaft der Kirche.

Zwar verlieh die Entstehung von Universitäten dem Wissensdurst Ausdruck, aber die notwendige Technologie, die die Forschung hätte beflügeln können, steckte noch in den Kinderschuhen. Die auf das Mittelalter und die Druckkunst spezialisierte Historikerin Elizabeth Eisenstein argumentiert, dass dies der Grund für den Niedergang der frühen italienischen Renaissance war. Obwohl die Universitäten bestehen blieben, konnte "ein echter Durchbruch auf dem Gebiet der Wissenschaft und der Bildung noch nicht vollzogen werden, da die bisherigen Kommunikationsformen den bevorstehenden Anforderungen und Aufgaben nicht gewachsen waren."

Stellt man Gutenbergs Erfindung in diesen Zusammenhang, so kann man ihre Relevanz ermessen. Das Fundament für die immense Verbreiterung und Ausdehnung der Bildung im sogenannten "Goldenen Zeitalter der Renaissance" war gelegt. Das Buch schuf die notwendigen Voraussetzungen für die Entwicklung der Volkssprachen. Es wurde zum Medium für die Erschließung literarischer Texte, die dann ihrerseits den Weg für die großen bürgerlichen Revolutionen späterer Jahrhunderte ebneten.

Das Leben von Johannes Gutenberg

Man nimmt an, dass Gutenberg etwa im Jahre 1400 geboren wurde, das exakte Geburtsdatum steht bisher noch nicht fest. Als Sohn eines Kaufmannes wuchs er in der Stadt Mainz auf, die zu dieser Zeit mit 6000 Einwohnern zu den größten Städten Deutschlands zählte und für ihren Wein berühmt war. Mainz war die Residenz eines Kurfürsten, der zu den einflussreichen Würdenträgern der deutschen Kirche zählte.

Johannes war das jüngste von drei Kindern. Sein eigentliche Nachname war Gensfleisch, er änderte ihn aber in die Bezeichnung, die das Gebiet trug, indem er mit seiner Familie lebte, nämlich "Zum Gutenberg". Als Jugendlicher wurde er durch die Kirche in Latein unterrichtet. Ohne diese Kenntnisse wäre sein späteres Werk wahrscheinlich unmöglich gewesen.

Am Rhein gelegen war Mainz ein bedeutendes Handelszentrum, besaß 40 imposante Kirchen, die in den Himmel aufragten und die beinahe hämisch auf die Sterblichen herab zu grinsen schienen , die auf den Straßen ums nackte Überleben kämpften. In Mainz lebte Gutenberg bis etwa 1428. Er erlernte das Goldschmiedehandwerk und arbeitete für seinen Vater. Sein Wohnort in den Jahren 1428-1434 ist unbekannt, ab 1434 belegen Dokumente, dass er in Straßburg lebte, möglicherweise in einer Art Exil aufgrund von Steuerschulden. In Straßburg begann er sich dem Druck der Bibel zu widmen, er leitete die notwendigen Voraussetzungen ein.

"Gutenberg erlernte die Bearbeitung von Metallen und perfektionierte in Straßburg seine Fähigkeit in der Verarbeitung von Edelsteinen, der Juwelenschleiferei und in einer Vielzahl von anderen Handwerken. Mit der Herstellung von Souvenirs und Pilgerandenken erzielte er wenig Gewinn. Nur eines seiner Produkte hatte Erfolg und trug mit zur Idee des Drucks bei. Gutenberg gravierte einen metallenen Stempel, mit dem Ablassbriefe verfertigt wurden (die kirchlichen Verträge, die Luther so verhasst waren). Er tat dies aus reinem Gewinnstreben und nicht aus religiöser Überzeugung. Wenn man aber mit dem Abstempeln kleiner Papierfetzen Geld machen konnte, was dann mit dem ‚großen Job' - der Bibel selbst? Bereits seit den frühen 30er Jahren des fünfzehnten Jahrhunderts trug Gutenberg sich mit dem Gedanken, eine Druckerpresse zu bauen." (Frank Grangar, Gutenberg- the most important man of the millenium)

Gutenberg hatte einen Geschäftspartner namens Fust, der Geld in sein Projekt steckte und im Gegenzug die Hälfte der Rechte an Gutenbergs Druckerei erhielt. Mit ihm kam es bald zu heftigen Konflikten. Der wohlhabende Kaufmann Fust war wie alle Kaufleute in erster Linie an einem schnellen Gewinn auf sein eingesetztes Kapital interessiert. Gutenberg ging es jedoch darum, eine effektivere, schnellere Druckpresse zu entwickeln. Fust kam zu dem Schluss, sein Geld in das falsche Geschäft gesteckt zu haben. Obwohl Gutenberg und Fust aus dem gleichen Milieu moderner Kaufleute und Händler stammten, kam es zwischen ihnen zum Bruch. Gutenberg war im Gegensatz zu seinem Partner durch die eigene Kreativität und den Ansporn motiviert, etwas Neues zu konstruieren (und dann daraus möglicherweise Geld zu machen).

1448 lieh Johannes Fust Gutenberg nach dessen Rückkehr nach Mainz 150 Gulden, was nahezu dem Verdienst eines durchschnittlichen Bauern in fünf Jahre entsprach. 1450 lieh sich Gutenberg 800 Gulden, genug um zehn steinerne Bauernhäuser zu errichten. Nun verfügte er über die ausreichende Geldmenge, seine Pläne für die Konstruktion einer völlig neuartigen Druckmaschine in die Tat umzusetzen. Er begann die Lettern für die Presse anzufertigen. Diese Jahre andauernde Phase war den Versuchen und Experimenten gewidmet, der finanzielle Ertrag blieb aus, Fust wurde immer unruhiger. Zu allem Überdruss war der Erfinder genötigt, seinen Geschäftspartner 1452 erneut um Kredit, weitere 800 Gulden, zu bitten.

Erst vier Jahre später druckte Gutenberg das erste Exemplar der Bibel. Noch ehe er in der Lage war sie zu verkaufen, forderten Fust und sein Schwiegersohn Peter Schöfer, der dritte Geschäftspartner, ihn auf, seine Schulden zu begleichen. Zusätzlich erhoben sie, abweichend von den ursprünglichen Vereinbarungen, 6% Zinsen, der Gesamtbetrag belief sich auf 2026 Gulden, eine Summe, die ausreichte, in Mainz einen ganzen Straßenzug zu bauen. Der Fall ging vor Gericht, Gutenberg entschied sich selbst zu verteidigen, verlor aber den Prozess. Um seine Schulden abzugelten, musste er seine Druckerei, einschließlich der Erfindung, an Fust abtreten. Während Fust der Verkauf der Bibel ein einträgliches Geschäft bescherte, sah Gutenberg keinen Pfennig.

Danach lebte Gutenberg in Armut, bis er ab 1465 von der Stadt Mainz ein jährliches Deputat, 2180 Kilo Getreide, 2000 Liter Wein und einige Bahnen Stoff, zum persönlichen Gebrauch erhielt. Er überlebte seine Geschwister, Historiker vermuten, dass er im recht hohen Alter von 68 Jahren starb. Seine sterblichen Überreste liegen unter der Franziskus-Kirche in Mainz begraben.

Die Gutenberg-Bibel

Die sogenannte Gutenberg-Bibel, auch unter der Bezeichnung 42-zeilige Bibel bekannt, umfasste 1282 Seiten. Es war das erste Buch, dessen Druck nach Gutenbergs System mit beweglichen Lettern erfolgte. Dabei wurde eine Reihe von Quadern, von denen jeder ein Zeichen oder einen Buchstaben trug, verwendet, die durch ein hölzernes Verbindungsstück zusammengehalten wurden. Die Quader konnten in beliebiger Reihenfolge angeordnet werden, dadurch war es möglich geworden, verschiedene Texte mit denselben Materialien zu drucken. Gedruckt wurde, indem man eine mit Tinte bestrichene Presse per Hand über die gesetzten Lettern rollte, die Lettern dann auf einen Bogen Papier presste und darauf, so die vorangegangenen Arbeitsschritten geglückt waren, den gesamten Vorgang auf der Rückseite des Bogens wiederholte.

Als die gedruckte Bibel schließlich 1456 erschien, war die überwiegende Mehrheit der europäischen Bevölkerung des Lesens unkundig. Ende des 14. Jahrhunderts konnten gerade 5% der norddeutschen Bevölkerung lesen. Aber das neue Medium hatte unmittelbare Folgen. Im Jahr 1500 war die Bibel in Europa bereits in einer Auflage von 40.000 Exemplaren erschienen. Innerhalb dieser kurzen Zeitspanne hatte die neue Technologie im großem Maßstab Eingang ins öffentliche Leben gefunden, wie sonst nur eine Handvoll andere Neuerungen in der Geschichte.

Die lateinische Gutenberg-Bibel wurde mit einer sehr hochwertigen, dickflüssigen Tinte gedruckt, die selbst heute, 550 Jahre später leserlich ist. Gutenberg druckte nahezu 180 Exemplare dieser Bibel, die ein regelrechter Verkaufsschlager wurde. Heute sind nur noch 49 Stück erhalten, die unter anderem in der British Library in London, der Bibliothèque Nationale in Paris, der Library of Congress in Washington, im Gutenberg-Museum in Mainz, sowie als Eigentum des Bundeslandes Niedersachsen besichtigt werden können. Erst kürzlich wechselte auf einer Auktion eine Gutenberg-Bibel für $2,4 Millionen den Besitzer. Die Gutenberg-Bibel ist ebenfalls im Internet unter http://gutenbergdigital.de vertreten.

500 Jahre nach der Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern entwickelt sich die Drucktechnologie in atemberaubenden Tempo fort. Auf der diesjährigen "Drupa", der größten Messe zu Druck und Papier, wurden neue computergesteuerte oder digitale Druckmaschinen, die sich durch große Kapazitäten, enorme Geschwindigkeit und hervorragende Qualität auszeichnen, dem staunenden Besucher vorgestellt.

Vor kurzem stellte der kanadische Kommunikationsforscher Marshal McLuhan die These auf, dass "Gutenbergs Galaxie", also der Buchdruck, durch das Internet ersetzt werden würde. Die Epoche, in der Informationen in gedruckter Form vertrieben wurden, klänge aus, so McLuhan. Aktuelle Untersuchungen zeichnen jedoch ein etwas anderes Szenario: Die Entwicklung derjenigen Technologien, die beispielsweise das "Online-Buch" ermöglichen, fungieren viel eher als eine wichtige Ergänzung zum gedrucktem Buch, als dass sie es verdrängen. Die Welt wird noch viele Gelegenheiten haben, Gutenbergs Geburtstag zu begehen.

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Hintergrundliteratur

1. Georg Hermanowski, Johannes Gutenberg, sein Leben und sein Werk,München 1970
2. Albert Kapr, Johannes Gutenberg, Persönlichkeit und Leistung,Leipzig 1986
3.
Christopher Keep, Tim McLaughlin, Johannes Gutenberg and the Printed Book
4. Jay Rogers, The Book That Changed History
5. Manfred Aull, Herbert Bühler, Willi Huth, W. Westlinning, Lehr- und Arbeitsbuch- Grundstufe der Druckindustrie, Technologie für Auszubildende, Itzehoe 1996
6.
Helmut Teschner, Offset Druck Technik, Fellbach 1989

Gutenberg Museum
Liebfrauenplatz 5
55116 Mainz
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag: 09-17 Uhr
Sonntags: 10-17 Uhr
Montags geschlossen

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