Kampagne der WSWS gegen Todesdrohungen der LTTE gewinnt auf der ganzen Welt Unterstützung

Von Wije Dias
15. Oktober 2002

Die Kampagne der World Socialist Web Site, die zur Verurteilung von Todesdrohungen der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gegen Mitglieder der Socialist Equality Party (SEP) aufruft, erfährt weltweit große Unterstützung. Aus Europa, Nordamerika, Australien, Asien und Afrika erhielt die WSWS Kopien von Briefen und Faxen an die LTTE-Führung in Jaffna. Die Schreiben setzen sich für die demokratischen Rechte der SEP ein und fordern, dass sich sie LTTE öffentlich von den Drohungen distanziert und sie zurückzieht.

Am 8. Oktober, drei Tage nach Veröffentlichung des WSWS -Aufrufs, steigerte die LTTE ihre Terrorkampagne auf der Insel Kayts im Norden Sri Lankas. Einer ihrer Killer versuchte ein führendes SEP-Mitglied mit einem Messer zu ermorden. Die WSWS berichtete am Freitag (heute in deutscher Übersetzung) über den Anschlag. Die Polizei kennt den Namen des Angreifers, hat ihn aber bisher nicht festgenommen. Seither hat er weitere Drohungen gegen SEP-Mitglieder und deren Familien geäußert.

Angesichts der fortdauernden Drohungen und gewalttätigen Angriffe der LTTE auf ihre politischen Gegner in Kayts müssen wir die Kampagne der WSWS verstärken, um das demokratische Recht der SEP auf politische Betätigung zu verteidigen.

Der Aufruf der WSWS -Redaktion vom 5. Oktober (in deutscher Übersetzung am 8. Oktober erschienen) hat im Internet eine starke Verbreitung erfahren, und auch die Medien in Sri Lanka selbst haben recht ausführlich über die Drohungen der LTTE gegenüber der SEP berichtet.

Am Abend des 5. Oktober brachte die singhalesisch-sprachige Abteilung des BBC World Service, die nicht nur in Sri Lanka ein großes Publikum hat, ein Interview mit Wije Dias, dem Vorsitzenden der SEP in Sri Lanka.

Dias hatte sechs Minuten Zeit, um den Hintergrund der Todesdrohungen in Kayts zu erläutern und die verantwortlichen LTTE-Vertreter vor Ort namentlich zu nennen. Er verwies darauf, dass die SEP seit langem konsequent die demokratischen Rechte der tamilischen Bevölkerung verteidigt und für den Abzug der srilankischen Armee aus dem Norden und Osten eintritt, "im Rahmen unseres politischen Programms, das die Gründung einer Sozialistischen Republik von Sri Lanka und Eelam vorsieht".

Dias fuhr fort: "Wir wissen, dass unsere Politik dem bürgerlich-nationalistischen Programm der LTTE entgegen steht. Doch die LTTE-Führung muss erklären, wie sie zu dem demokratischen Recht der Sozialisten steht, frei von Einschüchterung und Gewalt zu arbeiten... Dies ist besonders jetzt wichtig, da sie mit der Regierung in Colombo Gespräche über eine Konfliktlösung führt, denn diese Regierung ist dafür bekannt, dass sie die demokratischen Rechte sowohl der tamilischen als auch der singhalesischen Arbeiter missachtet."

Am nächsten Tag, dem 6. Oktober, veröffentlichte die Asian Tribune den vollen Wortlaut des WSWS -Aufrufs auf ihrer Website. Die Zeitung Island brachte einen kurzen Bericht in ihrer englisch-sprachigen und in ihrer singhalesisch-sprachigen Ausgabe.

Am 8. Oktober veröffentlichte die Organisation University Teachers for Human Rights (Jaffna) in ihrem regelmäßig erscheinenden Organ einen großen Ausschnitt aus dem WSWS -Aufruf.

In einem Protestbrief an die LTTE-Führung erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Zentralbankangestellten in Sri Lanka, M. G. Kiribanda: "Das feige Verhalten Ihrer Mitglieder ist ein offener Angriff auf die demokratischen Grundrechte einer sozialistischen Organisation... Die Schwere dieser Drohung ist bezeichnend. In Sri Lanka und bei politisch bewussten Teilen der internationalen Arbeiterklasse ist bekannt, dass die SEP und ihre Vorgängerin, die Revolutionary Communist League, Ihre Organisation gegen den rassistischen Krieg der Regierung in Colombo verteidigt haben...

Wir stellen klar, dass unsere Gewerkschaft, die CBEU, es nicht hinnehmen wird, wenn Ihre Mitglieder die SEP an ihrer legitimen politischen Betätigung zu hindern versuchen. Wir unterstützen die Kampagne der SEP zur Verteidigung der demokratischen Rechte ihrer Mitglieder..."

Leser der WSWS aus aller Welt haben sich hinter diese Kampagne gestellt. R.K. bezeichnete die Todesdrohungen in einem Brief an die LTTE als "Kampfansage an die internationale Arbeiterklasse" und forderte eine klare Stellungnahme der LTTE-Führung, ob sie diese Drohungen unterstütze oder nicht.

Der Leser J. J. aus Kanada schrieb an die von Norwegen geführte Sri Lanka Monitoring Mission (SLMM), die das Waffenstillstandsabkommen zwischen Colombo und der LTTE überwacht: "Es ist erschreckend zu erfahren, dass sich die LTTE, während sie mit der Regierung in Colombo schäkert, zugleich als bereitwillige Todesschwadron zur Verfügung stellt, wie ihre jüngsten Todesdrohungen gegen Gewerkschaftsaktivisten zeigen... Bestellen Sie ihr, dass die Menschen hier in Nordamerika dieses reaktionäre Treiben sehr genau beobachten."

Ebenfalls aus Kanada schrieb J. C., die Todesdrohungen der beiden örtlichen LTTE-Funktionäre seien "eindeutig gewissenlos, und ein Verstoß gegen die demokratischen Grundsätze der Rede-, Versammlungs- und Organisationsfreiheit. Der Erpressungsversuch dieser beiden Personen, der diesen Drohungen zeitlich unmittelbar vorausging, muss im Interesse der Fairness und Gerechtigkeit untersucht und zurückgewiesen werden."

Aus Israel schrieb D. M. an die SLMM: "Ich setze meine Unterschrift unter den Aufruf der WSWS an alle Verteidiger demokratischer Rechte, ‚von der LTTE zu fordern, die Todesdrohungen gegen die SEP-Mitglieder zu widerrufen und das Recht der SEP zu garantieren, ihre politische Arbeit frei von jeglicher Schikane und Einschüchterung durchzuführen.’"

Aus den USA schrieb D. L.: "Man sollte nicht übersehen, dass sich die LTTE auf die Übernahme von Regierungsverantwortung vorbereitet. Die Drohungen, die Schikane und die Angriffe gegen die SEP zeigen, was sie mit der Arbeiterklasse in Sri Lanka vorhat."

Ebenfalls aus den USA stellte Dr. I. W. der LTTE-Führung die Frage: "Gehören Todesdrohungen gegenüber anderen politischen Parteien zum normalen Repertoire der LTTE? Ich fordere Sie öffentlich auf, die Drohungen Ihrer Funktionäre bedingungslos zurückzuziehen. Verpflichten Sie sich, das demokratische Recht der SEP auf politische Betätigung zu achten."

Weitere Briefe erreichten die WSWS von Lesern aus Kanada, den USA, Südafrika, der Schweiz, Österreich, Deutschland, Australien und Neuseeland.

Wir rufen nochmals alle tamilischen Organisationen in Sri Lanka und weltweit auf, öffentlich gegen die Gewalttätigkeit und die Drohungen der LTTE Stellung zu beziehen und von der LTTE-Führung in Jaffna eine öffentliche Distanzierung davon zu verlangen. Wir fordern alle Arbeiter- und Menschenrechtsorganisationen und alle Verteidiger demokratischer Rechte dringend dazu auf, die Terrorkampagne der LTTE zu verurteilen und das Recht der SEP zu verteidigen, ihre politische Arbeit ohne Furcht vor Schikanen fortzusetzen.

Briefe und Erklärungen bitte an folgende Adressen schicken oder über E-Mail versenden:

Jaffna

Ilamparithi
LTTE Jaffna Office
Potpathy Road, Kokuvil
Jaffna

Colombo

LTTE
c/- Sri Lanka Monitoring Mission
PO Box 1930
Galle Road
Colombo 3
E-mail: slmm-hq@mfa.no

London

The LTTE
c/- Eelam House
202 Long Lane
London SE1 4QB
United Kingdom
Telefon: 0044 / 171 /403 4554
Fax: 0044 / 171 / 403 1653

Bitte schickt Kopien aller Erklärungen und Briefe an die WSWS :

E-Mail: editor@wsws.org

Fax:
Deutschland: (0049) 030 / 308 72 620
USA: (001) 248 967 3023
Großbritannien: (0044) 114 244 0224
Australien: (0061) 2 9790 3501

Siehe auch:
Gewaltsamer Angriff der LTTE auf einen Sozialisten in Sri Lanka
(15. Oktober 2002)
Verteidigt die demokratischen Rechte der Socialist Equality Party (Sri Lanka)!
( 8. Oktober 2002)
LTTE beugt sich dem internationalen Kapital
( 25. September 2002)
Eine sozialistische Plattform für die Wahlen in Sri Lanka 2001
( 4. Dezember 2001)
Internationale Kampagne zur Freilassung der tamilischen Sozialisten aus den Händen der LTTE
( 12. September 1998)
(Dieser Artikel ist auch in der gleichheit - November/Dezember 2002 enthalten.)

Kämpft gegen Googles Zensur!

Google blockiert die World Socialist Web Site in Suchergebnissen.

Kämpft dagegen an:

Teilt diesen Artikel mit Freunden und Kollegen