Widerrufswahl in Kalifornien:

Sozialistischer Kandidat John Burton lehnt Teilnahme an Talkshow ab

Von John Christopher Burton
26. August 2003

Wir veröffentlichen hier die Antwort von John Christopher Burton auf eine Einladung des Talkmasters Jay Leno, als Zuschauer an der Fernsehsendung "The Tonight Show" teilzunehmen. Burton kandidiert bei den Gouverneurswahlen in Kalifornien und wird von der Socialist Equality Party unterstützt. Die Einladung, die Burton am 18. August erhielt, ging an alle 135 Kandidaten der Widerrufswahl. Sie sollten am 22. September anwesend sein, die "Tonight Show" biete ihnen aber "keine Plattform zum Sprechen an". Stattdessen, so hieß es in dem Brief, "wird Jay Sie als Gruppe betrachten".

Sehr geehrter Mr. Leno

Ich habe eine Einladung für die Teilnahme an einer Aufzeichnung Ihrer Fernsehsendung "The Tonight Show" erhalten. Ich lehne hiermit eine Teilnahme an diesem Ereignis ab, denn unabhängig von Ihren möglichen persönlichen Motiven verrät die Art und Weise, wie sie mich und andere Kandidaten der kalifornischen Widerrufswahl zu präsentieren gedenken, eine unernsthafte Haltung gegenüber der Wahl. Sie behandelt Dutzende einfacher Leute mit Verachtung, die an einer Wahl teilnehmen, von der sie normalerweise aufgrund der äußerst restriktiven Wahlgesetze Kaliforniens ausgeschlossen sind.

In Ihrer Einladung, die an alle Kandidaten der Widerrufswahl ging, weisen sie die Empfänger darauf hin, dass sie nicht die Möglichkeit haben werden zu sprechen. Stattdessen sollen sie von Ihnen "als Gruppe" betrachtet werden.

Ganz offensichtlich verfolgt Ihre Einladung nicht das Ziel, den Kandidaten ein Forum für eine ernsthafte Präsentation ihrer Ansichten zu bieten oder eine echte politische Diskussion zu ermutigen. Stattdessen zielt sie darauf ab, den Medien eine weitere Möglichkeit zu geben, die Wahl wegen der ungewöhnlich hohen Zahl an Kandidaten als einen "Zirkus" zu porträtieren, und die Mehrheit der Kandidaten als Exzentriker und als Leute abzuqualifizieren, die nur Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen.

Während das Format Ihrer Sendung die einfachen Bürger, die am politischen Leben teilnehmen wollen, lediglich als Objekte der Belustigung behandelt, nehmen Sie gegenüber Arnold Schwarzenegger eine völlig andere Haltung ein. Sie haben diesen Herrn, der über keinerlei Qualifikation für die Bekleidung eines hohen politischen Amtes verfügt, eingeladen, ihre Show als Bühne für die Bekanntgabe seiner Kandidatur zu nutzen.

Schwarzenegger ist ein Body Builder, der zum Film ging, und ein Grundstücksspekulant, dessen Rolle darin besteht, auf die Abwahlkampagne der Rechten gegen einen amtierenden Gouverneur den Glamour der Berühmtheit abfärben zu lassen. Er ist durch Filme berühmt geworden, die im Großen und Ganzen Gewalt und Rückständigkeit glorifizieren. Er hat kein Programm zur Lösung der Haushaltskrise, kein Verständnis der drängenden sozialen und ökonomischen Probleme, die Millionen Kalifornier plagen, und kaum eine Ahnung von Politik.

Im Vergleich zu Schwarzenegger macht mich mein beruflicher Hintergrund zu einem Kandidaten mit wesentlich mehr Substanz. Aufgrund meiner 25-jährigen Tätigkeit als Bürgerrechtsanwalt habe ich ein grundlegendes Verständnis der Probleme und Bedürfnisse der Menschen in Kalifornien und genaue Kenntnis des politischen und Rechtssystems. Ich habe in vielen kritischen Fällen in Kalifornien gegen Polizeibrutalität und Diskriminierung gekämpft. Ich bin sicher, dass es andere Kandidaten mit ähnlich relevanten Erfahrungen gibt.

Die Entscheidung, Schwarzenegger eine Plattform zum Sprechen zugeben, während alle anderen Kandidaten zu einem Zuschauerstatus verdammt sind, hat nichts mit den jeweiligen politischen Verdiensten der Kandidaten zu tun. Eine ernsthafte Diskussion politischer Fragen soll gerade verhindert werden.

Ich werde an keiner Veranstaltung teilnehmen, die von der Bedeutung der politischen Fragen ablenkt, mit denen die Menschen in Kalifornien konfrontiert sind.

Hochachtungsvoll,

John Christopher Burton

21. August 2003

Siehe auch:
Der Sozialist und Bürgerrechtsanwalt John Christopher Burton tritt bei den kalifornischen Gouverneurswahlen an
(14. August 2003)
John Christopher Burton, der sozialistische Kandidat für das Gouverneursamt in Kalifornien, fordert lückenlose Aufklärung des Stromausfalls im Osten der USA
( 22. August 2003)

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