WSWS-Journalist als Gesprächspartner in der Fernsehsendung Democracy Now!

11. Januar 2005

Peter Symonds, Journalist der World Socialist Web Site, wurde zu der am 5. Januar in der in New York City ausgestrahlten Fernsehsendung Democracy Now! eingeladen und beantwortete Fragen zur Tsuanami-Katastrophe.

Democracy Now! ist eine unabhängige Nachrichtensendung unter Leitung von Amy Goodman. Sie wird täglich von über 300 Radio- und Fernsehstationen der nordamerikanischen Pazifikregion, in öffentlichen lokalen und nationalen Radiostationen, im kostenfreien Kabel- und im Satellitenfernsehen ausgestrahlt; außerdem ist sie über Kurzwelle und das Internet zu empfangen.

Symonds wurde als Verfasser des WSWS -Artikels "Der asiatische Tsunami: Warum es keine Warnung gab" vom 3. Januar (deutsch am 7. Januar) eingeladen.

Wie der Artikel ausführte, war die Reaktion der Regierungen in den vom Tsunami betroffenen Ländern "chaotisch und träge. Die Wenigen, die das Ausmaß der Gefahr erkannten, wurden durch mangelnde Vorbereitung, Bürokratismus und eine inadäquate Infrastruktur behindert." Außerdem zeige die Tatsache, dass im Indischen Ozean kein Tsunami-Warnsystem eingerichtet worden war, "die totale Geringschätzung von Seiten der Großmächte für das Leben der unterdrückten Massen Südasiens".

In Goodmans Sendung sprach Symonds darüber, dass im Indischen Ozean kein Tsunami-Warnsystem existiert: "Deswegen wurden die Hinweise auf die Entstehung des Tsunamis entweder falsch interpretiert oder ignoriert." Er betonte: "Wenn auch bestimmte Beamte und einzelne Meteorologen dafür verantwortlich sind, so ist doch das größte Problem, dass es dort überhaupt kein Warnsystem gibt. Die Frage lautet: Warum?"

Symonds betonte, die Hauptschuld dafür, dass eine Warnung an die Bevölkerung ausblieb, dürfe nicht den Wissenschaftlern angelastet werden. "Die eigentliche Verantwortung liegt bei den Regierungen, die nicht dafür gesorgt hatten, dass ein effektives Frühwarnsystem im Indischen Ozean eingerichtet wurde, wie es einige dieser Wissenschaftler gefordert hatten."

Frau Goodman ging auf die Berichte von thailändischen Meteorologen ein, die davor zurückgeschreckt waren, eine Tsunami-Warnung herauszugeben, weil sie befürchteten, man könnte sie der Abschreckung von Touristen beschuldigen. Symonds sagte dazu: "Meiner Meinung nach ist dies sehr bezeichnend für die Art von Druck, die auf Wissenschaftlern und anderen lastet, die in dieser Region arbeiten. Entscheidend ist nicht mehr die wissenschaftliche Erkenntnis, sondern der Profit, und wenn es darum geht, Voraussagen zu treffen, stehen sie von allen Seiten unter Druck."

Am Schluss sagte Symonds: "Die wichtigste Aussage, die ich in meinem Artikel machen wollte, ist folgende: Die Tatsache, dass das Frühwarnsystem nicht eingerichtet wurde, zeigt die Verachtung, mit der die Regierungen in der Region die Massen einfacher Menschen behandeln. Vor allem die Länder, die es finanziell verkraften könnten, ein solches System einzurichten, haben es jahrelang ignoriert."

Die Sendung und eine Abschrift des Interviews sind über folgenden Internet-Link zugänglich: http://www.democracynow.org/article.pl?sid=05/01/05/152213

Siehe auch:
Der asiatische Tsunami: Warum es keine Warnung gab
(7. Januar 2005)

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