Der Erste Weltkrieg: Zusammenbruch des Kapitalismus

Teil 2

Von Nick Beams
4. November 2005

Dies ist der zweite Teil des Vortrags "Der Erste Weltkrieg: Zusammenbruch des Kapitalismus" von Nick Beams. Beams ist der nationale Sekretär der Socialist Equality Party in Australien und Mitglied der WSWS-Redaktion und hielt seinen Vortrag im Rahmen der Sommerschule der Socialist Equality Party/WSWS, die vom 14. bis 20. August in Ann Arbor stattfand. Wir veröffentlichen den Vortrag als fünfteilige Serie.

Die Ursprünge des Krieges

Der Krieg von 1914 und die Revolution von 1917 waren die beiden großen Ereignisse, die die gegenwärtige geschichtliche Epoche eröffneten und sie in bedeutendem Ausmaß noch heute prägen. Obwohl sie den Marxismus nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schon neunundneunzig Mal für tot erklärt haben, sehen sich die Verteidiger der gegenwärtigen Ordnung eben darum gezwungen, dies bei ihrer Analyse des Ersten Weltkrieges zum Hundersten Male zu tun.

In seinem Buch über den Ersten Weltkrieg erinnert der britische Historiker Niall Ferguson an die Resolution des Stuttgarter Kongresses der Zweiten Internationale von 1907. "Kriege zwischen Staaten, die auf der kapitalistischen Wirtschaftsordnung beruhen", erklärte diese, "sind in der Regel Folgen ihres Konkurrenzkampfes auf dem Weltmarkt; denn jeder Staat ist bestrebt, seine Absatzgebiete nicht nur zu sichern, sondern auch neue zu erobern. [...] Kriege liegen also im Wesen des Kapitalismus; sie werden erst aufhören, wenn die kapitalistische Wirtschaftsordnung beseitigt ist [...]." [8]

Laut Ferguson widerlegten jedoch die Ereignisse selbst die Analyse des Marxismus. "Zum Missfallen der marxistischen Theoretiker", schreibt er, gebe es keinen stichhaltigen Beweis dafür, dass die Aussicht auf ökonomischen Nutzen "Geschäftsleute veranlassen konnte, einen großen europäischen Krieg zu wünschen ". Im Gegenteil: "In London war die überwiegende Mehrheit der Bankiers entsetzt über derartige Aussichten, und dies nicht zuletzt deshalb, weil der Krieg eine Bankrottdrohung für die meisten, wenn nicht alle wichtigen Wechselbanken bedeutete, die sich mit der Finanzierung des internationalen Handels beschäftigten." [9]

Nach einigen Zitaten von Geschäftsleuten und Bankiers, die sich gegen den Krieg ausgesprochen hatten, spielt Ferguson dann seine vermeintliche Trumpfkarte aus, um die Analyse der marxistischen Bewegung zu widerlegen. "Den Schwerindustriellen Hugo Stinnes", so erklärt er, " interessierte der Gedanke an einen Krieg so wenig, daß er im Jahre 1914 im britischen Doncaster die Union Mining Company in der Absicht gründete, deutsche Techniken im britischen Kohlebergbau anzuwenden . Die marxistische Interpretation der Ursachen des Krieges gehört gemeinsam mit den politischen Regimes, die sie am eifrigsten hegten und pflegten, auf den Schutthaufen der Geschichte. " [10]

Ferguson übernimmt die unbeholfene Methode, derer sich in der Vergangenheit so viele bedient haben. Sollte die Analyse des Marxismus gültig sein, so müssten wir seiner Ansicht nach zeigen können, dass die politischen Führer ihre Entscheidungen auf Grundlage einer Art Gewinn- und Verlustrechnung von Wirtschaftsinteressen trafen oder dass es eine geheime Verschwörung der Finanziers und Geschäftsleute gab, die im Hintergrund agierten und die Fäden der Regierungspolitik zogen. Ist keines von beiden zu finden, so nimmt er an, entzieht dies der marxistischen Argumentation jegliche Basis.

Zunächst muss man feststellen, dass Fergusons Wahl von Hugo Stinnes als Beispiel für die friedliebende Natur der deutschen Großindustrie ziemlich unglücklich getroffen ist. Nur wenige Monate nach den von Ferguson angeführten Unternehmungen, als der Krieg ausgebrochen war und seine anfänglichen Ergebnisse für einen schnellen deutschen Sieg zu sprechen schienen, war Stinnes führend in den Diskussionen deutscher Geschäfts- und Regierungskreise über die Pläne zur Aufteilung Frankreichs nach dem Krieg - besonders in Bezug auf die Abtrennung von Eisenerzvorkommen in der Normandie, an denen er ein beträchtliches finanzielles Interesse hatte.

Wie ein deutscher Historiker bemerkte: "So hatte die Schwerindustrie seit der Jahrhundertwende begonnen, sich im Zuge der vertikalen Konzentration von Bergbau und Stahlproduktion über die Grenzen des Deutschen Reiches nach Belgien und Nordfrankreich hinein auszudehnen. Nach und nach hatte sie in diesen Regionen eine beträchtliche Zahl von Mehrheitsbeteiligungen in Eisen- und Kohlebergwerken erworben. Wenn man sich den Umfang und die Intensität des Engagements der deutschen Schwerindustrie in Belgien und Nordfrankreich anschaut, so liegt der Schluss nahe, dass dies gleichsam die formelle territoriale Annexion dieser Gebiete, wie sie in den Kriegszielplänen des Ersten Weltkriegs auftauchte, antizipierte." [11]

Ferguson glaubt den Marxismus und seine Analyse, die den Krieg als unvermeidliches Resultat der kapitalistischen Produktionsweise - als Kampf um Märkte, Profite und Ressourcen - betrachtet, erledigt zu haben, wenn er beweisen kann, dass Geschäftsleute und Finanziers den Krieg nicht wünschten und dass er deren Interessen bedrohte.

Doch selbst, wenn man dies nachweisen könnte, würde es nichts beweisen. Der Marxismus behauptet nicht, dass sich die Kapitalistenklasse einfach subjektiv für Krieg entscheidet. Vielmehr entspringt dieser letztlich der objektiven Logik und den Widersprüche des kapitalistischen Profitsystems, die hinter dem Rücken von Geschäftsleuten und Politikern wirken. An einem gewissen Punkt bringen diese Widersprüche Bedingungen hervor, unter denen die politischen Führer keine andere Wahl mehr sehen, als zum Krieg zu schreiten, wenn sie die Interessen ihrer jeweiligen Staaten verteidigen wollen.

Schließt man sich Fergusons Logik an, dann könnte man genauso gut behaupten, die Fluktuationen des Wirtschaftskreislaufes und insbesondere die Rezessionen seien ebenfalls keine Resultate von Widersprüchen im kapitalistischen System. Schließlich will kein Geschäftsmann, Bankier oder kapitalistischer Politiker eine Rezession - sie schadet sowohl dem Geschäft, als auch der Politik - und sie strengen sich wirklich an, diese zu vermeiden. Doch Rezessionen und noch ernstere Einbrüche entwickeln sich nichtsdestotrotz. Manchmal werden sie gerade durch die Bemühungen von Geschäftsleuten und Politikern, sie zu verhindern, schlimmer gemacht, als sie sonst gewesen wären.

Ein anderes kürzlich erschienenes Buch zum Ersten Weltkrieg beschäftigt sich ebenfalls, wenn auch aus etwas anderer Sicht, mit den Wurzeln des Kriegs und der marxistischen Analyse zu dieser Frage. Der britischer Historiker Hew Strachan verweist auf die kritische Rolle des Bündnissystems, das nicht nur den Krieg nicht verhinderte, sondern ihn sogar voranzutreiben half. Beim Ausbruch der Krise im Juli 1914, schreibt er, "war sich jede Macht ihrer eigenen potenziellen Schwäche bewusst und fühlte sich gleichzeitig auf ihrem Höhepunkt angelangt, so dass sie sich zum Handeln gezwungen sahen, wenn sie nicht ihren Status als Großmacht verwirken wollten."

Strachan weist zu Recht darauf hin, dass man die Julikrise nicht für sich allein betrachten kann. Die Positionen, die die Großmächte einnahmen, waren selbst das Ergebnis früherer Krisen und der Entscheidungen, die getroffen worden waren, um diese zu lösen. "Russland musste Serbien unterstützen, da es dies schon 1909 getan hatte; Deutschland musste Österreich unterstützen, da es 1913 klein beigegeben hatte; Frankreich musste die Verpflichtungen Russland gegenüber einhalten, die Poincaré seit 1912 wiederholt bestätigt hatte; Großbritanniens augenscheinliche Vermittlungserfolge ermutigten es 1914 zu einem wiederholten Versuch." Die "Veränderlichkeit", die die internationalen Beziehungen beim Ausbruch der Marokkokrise von 1905 gekennzeichnet hatten, waren aber einer gewissen Inflexibilität des internationalen Systems gewichen.

"Solche Erklärungen", fährt Strachan fort, "sind in unmodischer Weise politisch und diplomatisch. Wirtschaftliche und imperiale Rivalitäten als langfristige Faktoren helfen zwar, das Anwachsen der internationalen Spannungen im Jahrzehnt vor 1914 zu erklären. Die wirtschaftliche Depression trug dazu bei, den Nationalismus im ökonomischen Wettbewerb zu fördern. Doch seiner Orientierung nach war der Handel international; die wirtschaftliche Verflechtung war ein mächtiges kommerzielles Argument gegen den Krieg. Der Imperialismus konnte, wie Bethmann Hollweg in seinen Bemühungen um Entspannung deutlich zu machen versuchte, dazu verwendet werden, die Blöcke der Allianzen aufzubrechen. Auch wenn ökonomischen Faktoren hilfreich bei der Erklärung längerfristiger Ursachen sind, ist es darüber hinaus schwer auszumachen, wie sie in den genauen Abläufen der Julikrise selbst wirkten. Handelskreise waren im Juli entsetzt über die Aussicht auf einen Krieg und fürchteten den Zusammenbruch des Kreditwesens; Bethmann Hollweg, der Zar und Grey sahen vor ihrem geistigen Auge wirtschaftliches Durcheinander und gesellschaftlichen Zusammenbruch. Kurz: Lenins Erklärung des Krieges als letztes Stadium im Niedergang von Kapitalismus und Imperialismus, als eines Krieges zur Regulierung äußeren ökonomischen Ungleichgewichts und zur Lösung innerer Krisen ist keine angemessene Erklärung für die Ursachen des Ersten Weltkrieges. Was tatsächlich an der Julikrise auffällt, ist gerade nicht die Rolle kollektiver Kräfte oder langfristiger Faktoren, sondern die des Individuums." [12]

Strachan versucht die marxistische Analyse zu widerlegen, indem er den langfristigen ökonomischen Prozessen - die, wie er zugibt, ihre Wirkung entfalteten - individuelle politische und diplomatische Entscheidungen gegenüberstellt, die kurzfristig von Politikern getroffen wurden. Auf diese Weise kann man natürlich leicht zeigen, dass die marxistische Analyse eines jeglichen historischen Ereignisses falsch sei, denn Entscheidungen werden immer kurzfristig getroffen - der Tag des langfristigen Prozess bricht nie an, da die Geschichte immerzu eine Reihe von Ereignissen ist, die an und für sich kurzfristig stattfinden.

Das Problem liegt hier nicht im Marxismus, sondern darin, dass man Vorgänge einander gegenüberstellt - das Langfristige und das Kurzfristige, Ökonomie und Politik - die in Wahrheit Teil eines einheitlichen Ganzen sind. Die marxistische Analyse des historischen Prozesses bestreitet nicht die Rolle des Individuums und der politischen Entscheidungen. Tatsächlich betont sie, dass die ökonomischen Vorgänge, die die Triebkräfte geschichtlicher Entwicklungen ausmachen, sich nur in Form bewusster Entscheidungen manifestieren können. Genauso wenig bedeutet das, dass die Taten der Politik ganz einfach automatische oder vorprogrammierte Antworten auf ökonomische Prozesse sind. In keinem Fall kann eine gegebene Kombination äußerer Umstände nur zu einem einzigen Ergebnis führen. Tatsächlich können an einem bestimmten Punkt gefällte Entscheidungen ausschlaggebend für den Verlauf der weiteren Entwicklung sein. Doch dieser Verlauf wird selbst wieder durch das Ergebnis langfristiger ökonomischer Prozesse bestimmt, und nicht durch die Wünsche oder Absichten des Entscheidungsträgers.

Der Mensch, erklärte Marx, fällt Entscheidungen, aber nicht unter den Bedingungen, die er selbst gewählt hat, sondern vielmehr unter Umständen, die ihm überliefert worden sind - das gilt auch für kapitalistische Politiker und Diplomaten.

Strachan räumt selbst ein, dass die Entscheidungen der Julikrise, die zum Kriegsausbruch führen sollten, unter Bedingungen gefällt wurden, die durch frühere Entscheidungen in früheren Krisen geformt waren. Doch darf man an diesem Punkt nicht stehen bleiben. Es muss vielmehr untersucht werden, warum es immer wieder zu diesen Krisen kam. Was an den Gegebenheiten der internationalen Politik sorgte dafür, dass sich die Großmächte ständig am Rande eines Krieges befanden? Diese Frage erfordert eine Untersuchung der langfristigen ökonomischen Vorgänge und ihrer Beziehung zur historischen Entwicklung der kapitalistischen Weltwirtschaft.

Für Österreich-Ungarn beinhalteten die Fragen, die die Ermordung des Erbfürsten Franz Ferdinand aufwarf, nichts weniger als den Fortbestand des Reiches. Es herrschte die klare Einsicht, dass die Gelegenheit genutzt werden musste, um sich Serbiens anzunehmen. Man musste die serbischen Ambitionen niedrig halten - oder wenn möglich ganz vereiteln - die Rolle zu übernehmen, die Piemont in der italienischen Einigung gespielt hatte, und die nationale Einigung der Südslawen zu vollenden. Eine Wiederholung der italienischen Erfahrung hätte das Ende des Imperiums eingeläutet, das sich schon jetzt mit einer wachsenden Welle der Opposition von unterdrückten Nationen innerhalb seiner Grenzen konfrontiert sah.

Das Aufkommen dieser nationalistischen Opposition war im Gegensatz zu den Schlussfolgerungen, zu denen das obrigkeitsstaatliche Denken gelangt war, nicht einfach das Werk von Agitatoren und Demagogen. Es war vielmehr das Ergebnis eines stetigen Anwachsens kapitalistischer Wirtschaftsbeziehungen in Ost- und Südeuropa während der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts.

Der "unabwendbare Gang der Entwicklung", schrieb Trotzki, "hob die nationalstaatliche Selbstbestimmung der Balkanvölker, die die Bahn der kapitalistischen Entwicklung betreten haben, zur geschichtlichen Tagesordnung." [13]

Doch der Weg zur nationalen Selbstbestimmung war versperrt durch den Bestand des österreichisch-ungarischen Reiches. Darüber hinaus war das Fortbestehen dieses Reiches nicht nur für die Habsburger entscheidend - von keiner geringeren Bedeutung war es für die herrschenden Klassen Deutschlands. Tatsächlich zeigt sich, dass die Reihe von Forderungen und Ultimaten, die letztlich zum Kriegsausbruch führten, auf das Berliner Drängen zurückzuführen sind, nach dem Österreich die nötigen Schritte unternehmen sollte, um mit Serbien fertig zu werden.

Eine offizielle Regierungspublikation aus jener Zeit, die zunächst auf die Frage der Propaganda für ein Großserbien und die Aktivitäten des zaristischen Regimes auf dem Balkan eingeht, erklärt hierauf sehr deutlich die langfristigen strategischen Interessen des Deutschen Reiches. Diese bildeten den Grund, warum Berlin darauf bestand, dass Österreich-Ungarn selbst auf die Gefahr hin, einen Krieg zu provozieren, entschlossen handeln solle.

"Unter diesen Umständen", erklärt das Dokument, "mußte Österreich sich sagen, daß es weder mit der Würde noch mit der Selbsterhaltung der Monarchie vereinbar wäre, dem Treiben jenseits der Grenze noch länger tatenlos zuzusehen. Die k.k. Regierung benachrichtigte uns von dieser Auffassung und erbat unsere Ansicht. Aus vollem Herzen konnten wir unseren Bundesgenossen unser Einverständnis mit seiner Einschätzung der Sachlage geben und ihm versichern, dass eine Aktion, die er für notwendig hielte, um der gegen den Bestand der Monarchie gerichteten Bewegung in Serbien ein Ende zu machen, unsere Billigung finden würde. Wir waren uns hierbei wohl bewußt, dass ein etwaiges kriegerisches Vorgehen Österreich-Ungarns gegen Serbien Rußland auf den Plan bringen und uns hiermit unserer Bundespflicht entsprechend in einen Krieg verwickeln könnte.

Wir konnten aber in der Erkenntnis der vitalen Interessen Österreich-Ungarns, die auf dem Spiele standen, unserem Bundesgenossen weder zu einer mit seiner Würde nicht zu vereinbarenden Nachgiebigkeit raten, noch auch ihm unsern Beistand in diesem schweren Moment versagen. Wir konnten dies um so weniger, als auch unsere Interessen durch die andauernde serbische Wühlarbeit auf das empfindlichste bedroht waren. Wenn es den Serben mit Rußlands und Frankreichs Hilfe noch länger gestattet geblieben wäre, den Bestand der Nachbarmonarchie zu gefährden, so würde dies den allmählichen Zusammenbruch Osterreichs und eine Unterwerfung des gesamten Slawentums unter russischem Zepter zur Folge haben, wodurch die Stellung der germanischen Rasse in Mitteleuropa unhaltbar würde. Ein moralisch geschwächtes, durch das Vordringen des russischen Panslawismus zusammenbrechendes Österreich wäre für uns kein Bundesgenosse mehr, mit dem wir rechnen könnten und auf den wir uns verlassen könnten, wie wir es angesichts der immer drohender werdenden Haltung unserer östlichen und westliche Nachbarn müssen. Wir ließen daher Österreich völlig freie Hand in seiner Aktion gegen Serbien." [14]

Die Gründe, aus denen Deutschland selbst auf die Gefahr eines Krieges hin auf das entschlossene Handeln Österreich-Ungarns drängte, liegen in der Entwicklung des deutschen Kapitalismus während der vorangegangenen vier Jahrzehnte.

Nach der Schaffung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 erklärte der neue Reichskanzler Bismarck, Deutschland sei nun eine "saturierte", eine gesättigte Macht, die nach keinen weiteren Eroberungen oder Kolonien strebe. Bismarcks Politik zielte auf die Verteidigung der deutschen Stellung innerhalb Europas ab. Doch die Gründung des Reiches und die dadurch in Gang gesetzte gewaltige ökonomische Entwicklung bedeuteten, dass das seit dem Ende der Napoleonischen Befreiungskriege herrschende Mächtegleichgewicht schnell zerstört wurde.

Innerhalb von weniger als vier Jahrzehnten stieg Deutschland von einer Position relativer Rückständigkeit innerhalb Westeuropas zur zweitmächtigsten Industrienation der Welt auf. Schon zum Ende des Jahrhunderts hatte es Frankreich überholt und war in wichtigen Bereichen zu einem ernsten Konkurrenten Großbritanniens geworden. Die Expansion der deutschen Wirtschaft stellte das Land vor neue Probleme, so den Zugang zu Rohstoffen, besonders Eisenerz für die wachsende Stahlindustrie, und den Bedarf nach Sicherung neuer Märkte. Weiterhin führte der Industrialisierungsprozess selbst zur sozialen und politischen Spannungen innerhalb Deutschlands: Zwischen den aufstrebenden Industrieunternehmen und der landbesitzenden Junkern einerseits, und andererseits zwischen der rasch wachsenden Arbeiterklasse und den besitzenden Klassen insgesamt.

Gegen Ende des Jahrhunderts erwies sich das Reich mehr und mehr als zu klein für die schnelle Expansion des deutschen Kapitalismus, dessen Entstehung es befördert hatte. Rufe nach neuer Orientierung und einer neuen Politik wurden laut. Sie kam in Form der "Weltpolitik", die Kaiser Wilhelm II im Jahre 1897 ankündigte. Die Kontinentalpolitik Bismarcks erwies sich in der Epoche des Imperialismus zunehmend als veraltet, da Frankreich und Großbritannien Kolonien gewannen und neue Rohstoffquellen unter ihre Kontrolle brachten. Dies barg die Gefahr des Ausschlusses deutscher Interessen.

Im März erklärte der deutsche Kanzler von Bülow im Laufe einer Debatte, was unter "Weltpolitik" verstanden würde sei "lediglich die Pflege und Entwicklung der uns durch die Ausdehnung unserer Industrie, unseres Handels und unserer Schifffahrt erwachsenen Aufgaben [...]. Das Anschwellen der deutschen überseeischen Interessen könnten wir nicht hemmen. Unseren Handel, unsere Industrie, die Arbeitskraft, Regsamkeit und Intelligenz unseres Volkes könnten wir nicht kappen. Wir dächten nicht daran, aggressive Expansionspolitik zu treiben. Wir wollten nur die schwerwiegenden Interessen schützen, die wir durch die natürliche Entwicklung der Dinge in allen Weltteilen erworben hätten." [15]

Die Ansicht, Deutschlands Agieren als Weltmacht sei die natürliche Folge der Reichsgründung, war unter Politikern, Geschäftsleuten und Intellektuellen weit verbreitet. Sehr deutlich stellte dies Max Weber während seiner Amtseinführungsrede in Freiburg dar: "Wir müssen begreifen, dass die Einigung Deutschlands ein Jugendstreich war, den die Nation auf ihre alten Tage beging, und seiner Kostspieligkeit halber besser unterlassen hätte, wenn sie der Abschluss und nicht der Ausgangspunkt einer deutschen Weltmachtpolitik sein sollte." In einer Rede vom 22. Oktober 1916, auf dem Höhepunkt des Krieges, wies Weber erneut auf die Verbindung zwischen der Gründung des Reiches und der nun in Europa stattfindenden Auseinandersetzung hin: "Wollten wir diesen Krieg nicht riskieren, nun, dann hätten wir die Reichsgründung ja unterlassen und als ein Volk von Kleinstaaten weiter existieren können."[16]

Die Verfolgung der Weltpolitik in den ersten zehn Jahren des Jahrhunderts führte zu einer Reihe von internationalen Krisen, in denen die Großmächte ihre jeweiligen Interessen zu verteidigen suchten. Für Deutschland ging es darum, wirtschaftlich Fuß zu fassen und sich auf Weltebene zu etablieren. Dagegen ging es für die älteren imperialistischen Mächte Großbritannien und Frankreich zunehmend darum, diesen neuen und gefährlichen Rivalen zurückzudrängen.

Doch wenig mehr als ein Jahrzehnt nachdem man sie aufgenommen hatte, gerieten die Weltpolitik und ihr massives Flottenprogramm in eine gewisse Krise. In den beiden Konflikten mit Frankreich um Marokko war Deutschland unterlegen und hatte beim zweiten Male nicht einmal die Unterstützung seines Verbündeten Österreich-Ungarn erhalten. Auch die Probleme im Inneren wuchsen.

Ein Motiv der Weltpolitik und des Flottenbaus bestand darin, das Augenmerk auf die Festigung der nationalen Einheit zu lenken - oder zumindest der Einheit aller besitzenden und mittleren Klassen gegen die wachsende Bedrohung durch das organisierte Proletariat. Doch die riesigen Kosten der Flottenpolitik hatten zu Finanzierungsproblemen geführt. Auch wurde die Stabilität des Regimes durch das Wachstum der Arbeiterklasse bedroht, was sich in der Zunahme der Wählerstimmen für die SPD zeigte. In den Wahlen von 1912 war diese zur stärksten Partei im Reichstag geworden.

Der Führer des Alldeutschen Verbandes beschreibt die vorherrschende Stimmung wie folgt: "Die Besitzenden und Gebildeten fühlen sich politisch enteignet und durch das Votum der Massen zum Schweigen verdammt. Die Unternehmer, die infolge der Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zu den Stützpfeilern unserer Volkswirtschaft geworden sind, sehen sich der Willkür der Arbeiterklasse ausgeliefert, die der Sozialismus treibt." [17]

Der Historiker Volker Berghahn verweist auf einen "Lähmungszustand", der sich nach 1912 entwickelte und die gesamte Ordnung des Reiches bedrohte.

"Die innere Paralyse war kein geeignetes Mittel zur Bewahrung des Status Quo. [...] Konnte vielleicht ein Krieg nach außen als Katalysator für die erneute innenpolitische und internationale Stabilisierung der preußisch-deutschen Monarchie dienen? [...] Diese Idee war einflussreichen Kreisen in Politik und Militär nicht fremd, und die Ereignisse von 1913 hatten viel dazu beigetragen, diese Denkweise zu stärken. Angesichts ihres Gefühls, dass die Zeit davonlaufe, aber auch ihres Bewusstseins, den äußeren und inneren Rivalen gegenüber noch immer im Vorteil zu sein, fühlten sich die konservativen Eliten zunehmend versucht, Gebrauch von ihrer überlegenen Schlagkraft zu machen, bevor es zu spät sein würde." [18]

Ob sie bewusst einen Krieg anstrebten oder nicht - um 1912 war großen Teilen der herrschenden Klassen Deutschlands klar geworden, dass der Versuch, sich durch die Flottenstärke einen "Platz an der Sonne" zu sichern und die älteren imperialistischen Mächte zu Zugeständnissen zu zwingen, in eine Sackgasse geraten war. In Bezug auf Marokko hatte sich Deutschland zweimal zu sichern versucht, was es als sein berechtigtes Wirtschaftsinteresse betrachtete, und zweimal hatten Großbritannien und Frankreich ihm eine Abfuhr erteilt. Man musste einen neuen Weg finden.

Dies bildete 1912 den Hintergrund für den Vorschlag des Industriellen Walther Rathenau, der leitenden Figur des Elektro- und Maschinenbaukombinats AEG, einen zentraleuropäischen Wirtschaftsblock unter Vorherrschaft Deutschlands zu schaffen. Rathenau legte dem Kaiser und Bethmann Hollweg den Plan eines Mitteleuropas vor.

Das Handelsvolumen Deutschlands war das größte der Welt, seine wachsende Wirtschaft war in zunehmendem Maße von der Einfuhr importierter Rohstoffe abhängig. Doch anders als seine Rivalen USA und Großbritannien musste Deutschland sich erst noch seinen Bereich wirtschaftlicher Vorherrschaft abstecken, wie diese es auf dem amerikanischen Kontinent und mit dem britischen Weltreich getan hatten. Deutschland musste einen zentraleuropäischen Wirtschaftsblock bilden, der als Grundlage für den weiteren Aufstieg der deutschen Wirtschaftsmacht dienen sollte.

Südosteuropa erlangte zunehmende wirtschaftliche Bedeutung. Um 1913 konzentrierte sich die Hälfte von Deutschlands Auslandsinvestitionen in Europa auf das Gebiet zwischen Wien und Bagdad. Dies entsprach 40 Prozent aller weltweiten Investitionen Deutschlands.

Das Mitteleuropa-Programm sollte nicht die Weltpolitik ersetzen. Vielmehr sollte es zur Verwirklichung ihrer Ziele dienen - unter Bedingungen, da der jahrzehntelange Versuch, sich der Seemacht zu bedienen, nur wenig eingebracht hatte.

Wie Rathenau im Dezember 1913 erklärte: "Die Zeit der großen Erwerbungen für Deutschland ist verpaßt. Wehe uns, daß wir nichts genommen und nichts bekommen haben." Deutschland hatte seiner Auffassung nach als das "volkreichste, heereskräftigste, reichste, industriellste Land Europas" berechtigten Anspruch auf weitere Territorien. Weil jedoch "direkte Erwerbungen nicht mehr in Frage kommen", lag nach Rathenau die "letzte Möglichkeit" in der "Erstrebung eines mitteleuropäischen Zollvereins, dem sich wohl oder übel, über lang oder kurz, die westlichen Staaten anschließen würden". "Das Ziel würde eine wirtschaftliche Einheit schaffen, die der amerikanischen ebenbürtig, vielleicht überlegen wäre." [19]

Rückblickend fasste Gustav Stresemann, ein führendes Mitglied der nationalliberalen Partei und Sprecher mächtiger Wirtschaftsinteressen, im Jahr 1917 die Sorgen immer größerer Teile der deutschen Industriellen wie folgt zusammen:

"Wir haben gesehen, wie die anderen [...] Welten eroberten, während wir, deren ganze wirtschaftliche und Volkslage darauf hindrängte, größer zu werden, wir, die wir eine wachsendes Volk mit wachsender Wirtschaft, wachsendem Welthandel waren, die Welt immer mehr in Interessensphären geteilt sahen, die Welt unter dem Szepter anderer sahen, so dass für uns der Wettbewerb, den wir zum wirtschaftlichen Ausatmen brauchten, sich verengte." [20] Diese Bemerkung Stresemanns bringt die Gefühle auf den Punkt, die in der deutschen Politik und Wirtschaft vorherrschten. Deutschland befand sich in einer Art Gefangenschaft, militärisch, politisch und wirtschaftlich. An irgendeinem Punkt würde es aus ihr ausbrechen müssen.

Die Perspektive des Mitteleuropa unter deutscher Vorherrschaft stand im Zentrum der Kriegsziele, wie Kanzler Bethmann Hollweg sie Anfang September 1914 formulierte, als ein rascher Sieg über Frankreich in Sichtweite schien.

Zum Ziel des Krieges erklärte er die "Sicherung des Deutschen Reiches nach Ost und West auf erdenkliche Zeit. Zu diesem Zweck", fuhr er fort, "muß Frankreich so geschwächt werden, daß es als Großmacht nicht neu entstehen kann, Rußland von der deutschen Grenze nach Möglichkeit abgedrängt und seine Herrschaft über die nichtrussischen Vasallenvölker gebrochen werden."

Frankreich sollte die Erzvorkommen von Briey abtreten, die "für die Erzgewinnung unserer Industrie nötig" seien, und außerdem zur Zahlung einer "Kriegsentschädigung" verpflichtet werden: "[S]ie muss so hoch sein, daß Frankreich nicht imstande ist, in den nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahren erhebliche Mittel für Rüstung anzuwenden."

Zu den weiteren Forderungen von Bethmann Hollweg zählten: "[E]in Handelsvertrag, der Frankreich in wirtschaftliche Abhängigkeit von Deutschland bringt, es zu unserem Exportland macht, und es ermöglicht, den englischen Handel in Frankreich auszuschalten. Dieser Handelsvertrag muß uns finanzielle und industrielle Bewegungsfreiheit in Frankreich schaffen - so, daß deutsche Unternehmungen nicht mehr anders als französische behandelt werden können."

Belgien sollte, sofern ihm das Fortbestehen als eigener Staat gestattet werden würde, zu einer Art Vasallenstaat gemacht werden; dabei sollten seine Küste dem deutschen Militär zur Verfügung gestellt und das Land ökonomisch auf den Stand einer deutschen Provinz zurückgesetzt werden. Luxemburg würde man zum deutschen Bundesstaat machen und ihm Teile des belgischen Territoriums zukommen lassen.

"Es ist zu erreichen die Gründung eines mitteleuropäischen Wirtschaftsverbandes durch gemeinsame Zollabmachungen, unter Einschluss von Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark, Österreich-Ungarn, Polen und eventuell Italien, Schweden und Norwegen. Dieser Verband, wohl ohne gemeinsame konstitutionelle Spitze, unter äußerlicher Gleichberechtigung seiner Mitglieder, aber tatsächlich unter deutscher Führung, muß die wirtschaftliche Vorherrschaft Deutschlands über Mitteleuropa stabilisieren." [21]

Der britische Historiker James Joll schreibt dem Mitteleuropa-Programm bei der Aufstellung der deutschen Kriegsziele zwar eine wichtige Rolle zu, doch erst für die Zeit nach Ausbruch des Konfliktes. Dass diese Ziele ein Motiv zum Beginn des Krieges gewesen seien, kann seiner Meinung nach nicht behauptet werden.

"Doch es ist zweifelhaft, ob man Pläne, die nach Kriegsbeginn gefaßt wurden, als Erklärung für die Gründe der zwei Monate zuvor erfolgten Entscheidung zum Krieg heranziehen kann; wir werden nie erfahren, was in Bethmann und in seinen Kollegen im Juli 1914 vorging und wo sie unter den vielen Erwägungen, die es zu berücksichtigen galt, die Priorität sahen. Ob sie den Krieg erklärten, um die genannten wirtschaftlichen und geopolitischen Ziele zu erreichen, oder aus anderen, näherliegenden Gründen, können wir nur mutmaßen. Mit Gewissheit läßt sich nur sagen, daß die meisten kriegführenden Staaten sich bald auszumalen begannen, welche Vorteile sie im Fall des Sieges erlangen konnten. Die Engländer wollten die Industrie- und Handelskonkurrenz der Deutschen auf Jahre hinaus ausschalten und der Gefahr durch die deutsche Marinen ein Ende machen. Die französischen Eisen- und Stahlmagnaten im Comité des forges dachten wie ihre deutschen Gegenspieler an Gebietsgewinne, die ihre Rohstoffversorgung sichern sollten. Die Russen träumten von einem Vorstoß nach Konstantinopel, um sich die Kontrolle über den Ausgang aus dem Schwarzen Meer zu verschaffen. Man sollte vielleicht zwischen den Kriegszielen - den Gründen, aus denen ein Land in den Krieg eintritt - und den Friedenszielen unterscheiden - den Bedingungen, unter denen das Land Frieden zu schließen hofft, während Krieg ist und ein Sieg in Sicht scheint." [22]

Ziel dieser feinen und wohl eher haarspalterischen Unterscheidungen ist es, die marxistische These zu zurückzuweisen, der zufolge die Triebkräfte des Krieges in wirtschaftlichen und geopolitischen Konflikten der Großmächte wurzelten.

Was Deutschland anbelangte, so stellt Fritz Fischer fest, wirkte der Kriegsausbruch "nicht als auslösender Faktor für Ziele überhaupt, sondern als Steigerung der Erfolgshoffnung, als Potenzierung der Chancen, jetzt die mit politisch-diplomatischen Mitteln im Vorkrieg vergeblich angestrebten Ziele zu realisieren. Als eine Befreiung von den Schranken der politischen Konstellation des Vorkriegs wurde die Kriegsschwelle empfunden, nicht nur im außenpolitischen Bereich, sondern auch wirtschaftlich und innenpolitisch". [23]

Da wir nicht wissen, was genau während der Julitage im Kopf Bethmann Hollwegs vorging (oder in den Köpfen russischer, britischer oder französischer Politiker), können wir Joll zufolge nicht behaupten, der Krieg sei aus jenen ökonomischen Kräften hervorgegangen, die dann klar zutage traten, als er einmal ausgebrochen war.

Im Gegensatz dazu ist es interessant, einen Blick auf die Herangehensweise eines anderen Historikers zu werfen, der - selbst keineswegs Marxist - es für nötig hält, die zugrunde liegenden Triebkräfte zu beleuchten: "Ich möchte Hinweise außer Acht lassen", schrieb Élie Halévy, "die im Nachhinein von einer Schar wohlmeinender Kritiker gegeben wurde: Was dieser oder jener Herrscher, Premier- oder Außenminister an einem bestimmten Tag oder zu einer bestimmten Stunde getan oder nicht getan, gesagt oder nicht gesagt haben sollte, um den Krieg zu verhindern. Gegen ein Erdbeben helfen keine Pillen! Objekt meiner Studien ist das Beben selbst." [24]

Dass Politiker ihrem Handeln zu verschiedenen Zeiten verschiedene Motive zuschreiben, bedeutet nicht, dass wir nicht die Ursachen des Krieges ausmachen können. Vielmehr ergibt sich daraus, dass im Verlauf des Krieges selbst - wie in jeder großen sozialen Krise - die zufälligen Gründe und Motive mehr und mehr in den Hintergrund treten und stattdessen die essentiellen Triebkräfte, die sogar den Entscheidungsträgern selbst verborgen bleiben können, deutlicher zutage treten. Um den Krieg zu beginnen, mussten bewusste Entscheidungen gefällt werden. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die an diesen Entscheidungen Beteiligten sich notwendigerweise der ökonomischen und historischen Vorgänge bewusst waren, durch die sie in eine Lage geraten waren, in der sie keine Alternative mehr zu ihrem Handeln sahen.

Wird fortgesetzt.

Anmerkungen:

[8] Kongreß-Protokolle der Zweiten Internationale, zit. nach: Ferguson, Der falsche Krieg, Stuttgart 1999, S. 66.

[9] Ferguson, a.a.O., S. 67.

[10] Ebd., S. 68f (Hervorhebung hinzugefügt).

[11] Wolfgang J. Mommsen, Triebkräfte und Zielsetzungen des deutschen Imperialismus, in: Der autoritäre Nationalstaat 1871-1918, Frankfurt a.M. 1990, S. 199f.

[12] Hew Strachan, The First World War , Oxford 2001, S.101 (aus dem Englischen, Hervorhebung hinzugefügt).

[13] Trotzki, Der Krieg und die Internationale, a.a.O., S. 389.

[14] Zit. nach: Trotzki, Der Krieg und die Internationale, S. 394f.

[15] Bernhard Fürst von Bülow, Denkwürdigkeiten, Bd. 1, Berlin 1930, S. 415f .

[16] Zit. nach: Fritz Fischer, Krieg der Illusionen, Düsseldorf 1969, S. 69f.

[17] Zit. nach: Volker Berghahn, Germany and the approach of war in 1914, London 1973, S. 146 (aus dem Englischen).

[18] Berghahn, a.a.O., S. 164.

[19] Zit. nach: Fritz Fischer, Weltmacht oder Niedergang. Deutschland im ersten Weltkrieg, Frankfurt/Main 1968, S. 46.

[20] Zit nach: Fritz Fischer, Krieg der Illusionen, Düsseldorf 1969, S. 649.

[21] Fritz Fischer, Griff nach der Weltmacht, Düsseldorf 1967, S. 93f.

[22] James Joll, Die Ursprünge des Ersten Weltkriegs, München 1988, S. 228.

[23] Fischer, Weltmacht oder Niedergang, a.a.O., 1968, S. 48f.

[24] Élie Halévy, The world crisis of 1914-18 in: Ders., Era of Tyrannies, New York 1965, S. 210.

Siehe auch:
Der Erste Weltkrieg: Zusammenbruch des Kapitalismus - Teil 1
(3. November 2004)
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