Erste Regionalkonferenz der SEP und WSWS

Am Samstag veranstalteten die Socialist Equality Party, die World Socialist Web Site, and die International Students for Social Equality in Ann Arbor gemeinsam die erste von drei Regionalkonferenzen mit dem Thema "Die Weltwirtschaftskrise, das Scheitern des Kapitalismus und die Perspektive des Sozialismus".

Die Veranstaltung wurde von zahlreichen Studenten und Arbeitern aus Michigan, Illinois, Ohio, Indiana, Minnesota, Pennsylvania, Iowa und Missouri, sowie von internationalen Studenten besucht. Delegierte kamen aus Australien und Kanada.

Auf der Konferenz wurde eine Resolution diskutiert und einstimmig angenommen, die die Wirtschaftskrise analysiert und ein Programm zur Mobilisierung der Arbeiterklasse erläutert. Die World Socialist Web Site wird die Resolution nach der Diskussion auf den geplanten zwei weiteren Regionalkonferenzen in New York und Los Angeles vollständig veröffentlichen.

D’Artagnan Collier, Bürgermeisterkandidat der SEP in Detroit D’Artagnan Collier, Bürgermeisterkandidat der SEP in Detroit

David North, der nationale Vorsitzende der SEP und Vorsitzende der internationalen Redaktion der WSWS, hielt den einleitenden Bericht zu der Konferenz. Danach stellte der nationale Sekretär der SEP, Joseph Kishore, den Resolutionsentwurf vor.

Der nationale Sekretär der SEP Australiens, Nick Beams, gab eine ökonomische Analyse der aktuellen Wirtschaftskrise. Weiter machten D’Artagnan Collier, Bürgermeisterkandidat der SEP in Detroit, und Jerry White, Präsidentschaftskandidat der SEP 2008, Beiträge. Collier gab eine Übersicht über die politischen Lehren und die allgemeinere Bedeutung des Niedergangs von Detroit, während White die Krise der amerikanischen Autoindustrie untersuchte.

Kishore eröffnete die Konferenz, indem er feststellte, dass sie in der größten Krise der Weltwirtschaft seit den 1930er Jahren stattfände: "Wenn die Wirtschaftskrise die Bevölkerung der Welt nicht in eine Katastrophe reißen soll, dann muss die Arbeiterklasse mit ihrem eigenen Programm eingreifen", sagte er. "Das wird heute im Zentrum unserer Diskussion stehen."

North gab in seinem einleitenden Bericht einen Überblick über den Charakter und das Ausmaß der Krise. Er argumentierte überzeugend, dass es keinen "Ausschlag in die andere Richtung" geben werde. "Die Krise", erklärte er, "ist die Form, in der eine massive Umstrukturierung der globalen Wirtschaft und der sozialen und Klassenbeziehungen vor sich geht."

North stellte die Krise in den Rahmen der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklung der letzten dreißig Jahre und untersuchte die Geschichte des Klassenkampfs in Amerika. Er argumentierte, dass sich in den Vereinigten Staaten und international eine neue Periode von Klassenkämpfen andeute. Das Wichtigste sei jetzt, die politischen Grundlagen für eine sozialistische Massenbewegung zu schaffen. Das sei das Ziel dieser Konferenzen.

Nick Beams, nationaler Sekretär der SEP Australiens Nick Beams, nationaler Sekretär der SEP Australiens

Beams untersuchte in seinem Bericht die Ursachen der gegenwärtigen Krise und die Widersprüche des Weltkapitalismus. Besondere Aufmerksamkeit widmete er den Beziehungen zwischen den USA und China. Beams hob die Geschwindigkeit und das Ausmaß hervor, mit denen sich die gegenwärtige Krise entwickelt, und zeigte die Tiefe der Krise auf, indem er sie mit der Großen Depression verglich.

Alle Erklärungen der bürgerlichen Ökonomen seien unhistorisch, argumentierte Beams, weil sie für die Krise diverse externe oder oberflächliche Mängel verantworten machten, anstatt sie als Folge der inneren Widersprüche des kapitalistischen Systems selbst zu erklären.

Ein zentrales Thema der Konferenz und der Resolution war die Bedeutung des Internationalismus. Grußbotschaften von den SEP’s in Sri Lanka und Großbritannien und der PSG in Deutschland betonten die Notwendigkeit für die Arbeiter aller Länder, sich auf der Grundlage ihrer gemeinsamen Klasseninteressen zusammenzuschließen.

Chris Marsden, der Nationale Sekretär der SEP in Großbritannien, sagte, dass die Konferenzen von "politisch bewussten Arbeitern und Intellektuellen in aller Welt verfolgt werden". Er wünschte den Konferenzen Erfolg bei der Herstellung "der einzigen ‚Sonderbeziehung’, die zählt - der internationalen Einheit der Arbeiterklasse im Kampf für den Sozialismus".

Selbst in den Pausen der Konferenz fanden lebhafte Diskussionen am Büchertisch statt Selbst in den Pausen der Konferenz fanden lebhafte Diskussionen am Büchertisch statt

Die verbleibende Zeit der Konferenz wurde von Fragen und Beiträgen ausgefüllt. Darin ging es um die langfristige Rolle des US-Dollars, den Charakter der amerikanischen Gewerkschaften, die "Unterkonsumtions"-Krisentheorie, um die Strafverfolgung von Mitgliedern der amerikanischen Regierung, die für Folterbefehle verantwortlich waren und um die Rolle der Kommunistenhetze bei der Säuberung der Gewerkschaften von klassenbewussten Arbeitern nach dem Zweiten Weltkrieg.

Siehe auch:
Anmerkungen zur politischen und wirtschaftlichen Krise des kapitalistischen Weltsystems
Perspektiven und Aufgaben der Socialist Equality Party 2009

(24. Februar 2009)
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