Die Partei für Soziale Gleichheit (PSG) veröffentlicht im Rahmen ihrer Europawahlkampagne in unregelmäßigen Abständen Statements ihrer Kandidaten zu aktuellen politischen Entwicklungen als Video-Podcast. Wir veröffentlichen an dieser Stelle die dritte Episode als Video und geschriebenen Text.
Viele Arbeiter wissen, dass die Verteidigung der Arbeitsplätze und der Löhne eine enge internationale Zusammenarbeit erfordert.
Als vor einigen Wochen 3.000 Beschäftigte des Reifen-Multis Continental mit einem Sonderzug nach Hannover kamen, wurden sie von ihren deutschen Kollegen begeistert begrüßt.
Doch die Gewerkschaften tun alles, um einen wirkungsvollen internationalen Kampf zur Verteidigung aller Arbeitsplätze und Löhne an allen Standorten zu verhindern.
Stattdessen arbeiten sie eng mit der Konzernleitung und der jeweiligen Regierung zusammen. Sie beteiligen sich aktiv an der Spaltung und Erpressung der Arbeiter.
Sie behaupten Massenentlassungen seien unvermeidbar und nutzen sie, um Lohnsenkung und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in allen anderen Werken durchzusetzen.
Als dieselben Conti-Arbeiter aus Nord-Frankreich eine gemeinsame Protestaktion mit ihren Kollegen im Conti-Werk Aachen durchführen wollten, rief der Betriebsratsvorsitzende in Aachen die Polizei, die das Werk mit Wasserwerfern und berittenen Polizeieinheiten abriegelten.
Der Widerstand gegen Massenentlassungen nimmt immer deutlicher die Form einer Rebellion gegen die rechte, nationalistische Politik der Gewerkschaften an. Wir begrüßen das!
Als Stahlarbeiter Mitte Mai vor der Konzernzentrale von Arcelor-Mittal in Luxemburg gegen die geplante Entlassung von 9.000 Beschäftigen demonstrierten, waren sie nicht bereit die feige Anpassung der Gewerkschaften länger hinzunehmen. Einig Arbeiter ergriffen die Metall-Absperrgitter und versuchten den Eingang der Firmenzentrale zu stürmen, in der der Aufsichtsrat tagte.
Solange der Kampf gegen Massenentlassungen und Lohnsenkung unter der Kontrolle der Gewerkschaften und Betriebsräte bleibt, ist er zum Scheitern verteilt.
Wir kämpfen deshalb für den Aufbau von Fabrikkomitees, die an die Tradition der Arbeiterräte anknüpfen und unabhängig von den Gewerkschaften die Zusammenarbeit mit Arbeitern an den anderen Standorten und in andern Ländern aufbauen.
Der Bruch mit der nationalistischen Politik der Gewerkschaften erfordert vor allem ein internationales sozialistisches Programm.
Darin besteht die Bedeutung der Kandidatur der PSG.
