Streik der Ölarbeiter in Oman

Von Barry Grey
19. März 2011

Die Arbeiter der staatlichen Ölindustrie von Oman sind für höhere Löhne in den Streik getreten. Sie schließen sich damit anderen Sektionen der Arbeiterklasse an, die mit Streiks begonnen haben, und reihen sich in die andauernden Proteste des Volks gegen das Regime von Sultan Qaboos bin Said ein.

Die Arbeitsniederlegung der Beschäftigten bei Petroleum Development Oman (PDO) ist der erste Streik bei einer nationalen Ölgesellschaft in den Ländern des Persischen Golfs, seit die Volksproteste im Januar ausgebrochen und über das arabische Nordafrika und den Nahen Osten hinweggefegt sind.

Der Streik begann am Donnerstag, als 400 Arbeiter vor dem Hauptsitz von PDO in der Hauptstadt Muscat protestierten und die Arbeit im Ölfeld Marmul und in den Gasfeldern von Karn Al Alam für mehrere Stunden niederlegten.

In Marmal befinden sich zwölf der 400 Ölfelder Omans, und Karn Al Alam ist das größte Gasfeld des Landes. Es gibt nur einige Hundert Arbeiter an jedem dieser Standorte. Die Proteste und Arbeitsniederlegungen wurden am Mittwoch fortgesetzt.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen der protestierenden PDO-Beschäftigten, Suleiman Al-Harthy, mit den Worten: „Wir sind die Ölarbeiter mit der niedrigsten Bezahlung am Golf. Wir wollen denselben Lohn wie die anderen Ölarbeiter in den anderen Golfländern.“

Oman produziert pro Tag 800.000 Barrel Erdöl, was über 70 Prozent der Einkünfte des Landes ausmacht. PDO produziert mehr als 80 Prozent des Rohöls und des Erdgases des Landes. Die Regierung besitzt einen Anteil von 60 Prozent an der Firma und Shell von 30 Prozent.

Anfang des Monats streikten die Arbeiter bei Oman Air für höhere Löhne. Eine Woche vorher hatte die Monarchie Arbeiterproteste wegen Arbeitsplätzen und Löhnen im Norden des Landes mit tödlicher Gewalt beantwortet. Der Ausstand bei Oman Air war der erste Streik nach dem Ausbruch von Protesten Ende Februar in der nordöstlichen Industriestadt Sohar, bei denen sechs Menschen getötet und mindestens 20 verwundet worden waren.

Die Demonstrationen breiteten sich dann nach Muskat, der östlich gelegenen Küstenstadt Sur, der südlichen Stadt Salalah und der an der Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gelegenen Grenzstadt Al Buraimi aus. Sultan Qaboos, der das kleine Öl produzierende Land 40 Jahre lang mit eiserner Hand und mit der Unterstützung der USA regiert hat, begann wirtschaftliche Zugeständnisse zu machen, um die Proteste zum Schweigen zu bringen.

Er versprach 50.000 neue Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst zu schaffen und 150 Rial (390 Dollar) im Monat an Arbeitslose zu zahlen. Das ermutigte die Gegner des Regimes jedoch nur, ihre Proteste zu verstärken; dabei stellte sich die Arbeiterklasse immer mehr an die Spitze einer Bewegung, die höhere Löhne, mehr Arbeitsplätze, ein gewähltes Parlament und eine neue Verfassung fordert.

Der Streik bei Oman Air und die Arbeitsniederlegung bei der Bank Muscat wurden beigelegt, aber Streiks in anderen Betrieben gehen weiter, darunter auch bei der Internationalen Bank von Oman, der Oman Investment Finance Company und dem Intercontinental Hotel, das der Regierung gehört.

Die Regierung erklärte vor kurzem, sie werde die monatlichen Sozialleistungen verdoppeln und die Renten anheben. Am Dienstag berichtete die staatliche Nachrichtenagentur, der Sultan habe eine Erhöhung von bis zu 100 Rial (260 Dollar) für die öffentlich Bediensteten, einschließlich der Sicherheitskräfte, vom 1. April an angeordnet. Außerdem hat Qaboos bislang zwölf Minister gefeuert.

Zusätzlich zu den Streiks kampieren Demonstranten jede Nacht in Zelten vor dem Parlament in Muscat, vor dem Sitz des Gouverneurs in Salalah im Süden und in Sohar.

Inzwischen sind in einer Reihe von arabischen Ländern Proteste gegen das brutale Vorgehen in Bahrain ausgebrochen; angeführt wurden diese Angriffe von 1.000 Soldaten aus Saudi-Arabien und von Sicherheitskräften der Vereinigten Arabischen Emirate. Bei den Demonstrationen dominieren schiitische Arbeiter und Jugendliche, die sich solidarisch erklären mit der mehrheitlich schiitischen Bevölkerung Bahrains, die von einer sunnitischen Monarchie beherrscht wird.

Am Mittwoch protestierten 2.000 Menschen im Zentrum Beiruts mit einer Kundgebung, zu der die Hisbollah aufgerufen hatte. An der Demonstration nahmen religiöse Persönlichkeiten sowohl der Sunniten, wie der Schiiten teil.

Auch in Sadr City, dem schiitischen Elendsviertel von Bagdad, gab es eine Kundgebung von 2.000 Menschen. Zu der Demonstration hatte Muqtada al-Sadr aufgerufen. Kleinere Demonstrationen wurden aus der zentralen südlichen Stadt Ad Diwaniyah und aus Basra und Nadschaf im Süden des Iraks gemeldet.

Etwa 1.000 Menschen in der im Osten gelegenen mehrheitlich schiitischen Stadt al-Qatif in Saudi-Arabien widersetzten sich am Dienstag einem Demonstrationsverbot, demonstrierten und forderten den Rückzug der saudischen Truppen aus Bahrain. Eine weitere Demonstration gab es in der Stadt Awwamiya.

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