Historische und internationale Grundlagen der Socialist Equality Party (Großbritannien)

Von der Socialist Equality Party (Großbritannien)
13. April 2011

Dies ist der neunte Teil der Historischen und Internationalen Grundlagen der Socialist Equality Party (Großbritannien). Das Dokument wurde auf dem Gründungskongress der Socialist Equality Party (SEP) in Manchester vom 22. bis 25. Oktober 2010 einstimmig verabschiedet. Es untersucht die wichtigsten politischen Erfahrungen der britischen Arbeiterklasse und konzentriert sich insbesondere auf die Nachkriegsgeschichte der trotzkistischen Bewegung.

Es wird in elf Teilen auf der WSWS veröffentlicht.

Teil 9
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Die Kritik der Workers League an der WRP

212. Die ausdrückliche Veränderung in der politischen Orientierung der WRP hatte zu immer stärkeren Differenzen mit der Workers League in den USA geführt. Die Workers League hatte auf Wohlforths Fahnenflucht reagiert, indem sie den Kampf gegen den Pablismus vertiefte und die Aufarbeitung der historischen Erfahrungen der trotzkistischen Bewegung ins Zentrum ihrer Arbeit rückte. Dies zeigte sich in der zentralen Rolle, die die Workers League in der Untersuchung „Sicherheit und die Vierte Internationale“ spielte, wie auch in ihrer beständigen Orientierung hin zur Arbeiterklasse, die sich auf den Kampf zur Entwicklung sozialistischen Bewusstseins und marxistischer Führung stützte.

213. Besorgt über das politische Abdriften der WRP, setzte der nationale Sekretär der Workers League, David North, eine Diskussion mit dem Internationalen Komitee in Gang. 1982 legte er eine detaillierte Kritik von Healys Studien in dialektischem Materialismus vor. Er wies nach, wie sich in diesen Studien auch das Abrücken der Partei von ihrer trotzkistischen Orientierung ausdrückte. North schrieb:

„Seit mehreren Jahren (meiner Ansicht nach begann dies 1976 und fing erst 1978 zu dominieren an) hat sich das Internationale Komitee im Namen des Kampfes für den dialektischen Materialismus und gegen Propagandismus immer mehr von einem Kampf für den Trotzkismus abgewandt.“69

214. Mit Blick auf die Beziehungen der WRP zu bürgerlich nationalistischen Regimes im Nahen Osten fuhr er fort:

“Eine Vulgarisierung des Marxismus, die uns als “Kampf für die Dialektik” angedreht worden ist, wurde von einer unmissverständlichen Abweichung zum Opportunismus innerhalb des Internationalen Komitees, besonders innerhalb der WRP begleitet… Marxistische Verteidigung von nationalen Befreiungsbewegungen und der Kampf gegen den Imperialismus wurden auf opportunistische Weise ausgelegt, nämlich als unkritische Unterstützung verschiedener bürgerlicher nationalistischer Regime.“70

215. Später sollten Slaughter und Banda behaupten, dass Healy allein die Revisionen der marxistischen Philosophie und den sie begleitenden Opportunismus zu verantworten hätte. Aber als Sekretär des Internationalen Komitees und als Generalsekretär der WRP und Teil einer Clique innerhalb der WRP-Führung spielten Slaughter und Banda bei der Unterdrückung von Norths Kritik eine entscheidende Rolle. Sie drohten, die Beziehungen mit der Workers League sofort abzubrechen, wenn die Kritik nicht zurückgezogen würde. Der Klasseninhalt ihrer Handlungen wurde in einem Brief Slaughters an die Workers League vom Dezember 1983 enthüllt, in dem er die US- Trotzkisten wegen ihrer „starken Betonung der ‚politischen Unabhängigkeit‘ der Arbeiterklasse“ angriff.

216. In einem Brief an Banda vom 23. Januar 1984 stellte North noch einmal fest, die Workers League sei

“äußerst besorgt über wachsende Anzeichen eines politischen Abdriftens auf Positionen …, die sowohl in ihren Schlussfolgerungen wie in ihrer Methode – sehr denen ähneln, die wir historisch dem Pablismus zugeschrieben haben… Anstatt auf die Perspektive des Aufbaus von Sektionen des Internationalen Komitees in jedem Land konzentrierte sich die Arbeit des IKs seit einer Reihe von Jahren auf die Entwicklung von Bündnissen mit verschiedenen bürgerlich nationalistischen Regimes und Befreiungsbewegungen. Der Inhalt dieser Bündnisse hat immer weniger eine klare Orientierung auf die Entwicklung unserer eigenen Kräfte widergespiegelt, den zentralen Punkt für den Kampf, die Führungsrolle des Proletariats im antiimperialistischen Kampf in den halbkolonialen Ländern durchzusetzen. Die gleichen Auffassungen, die wir bei der SWP in Bezug auf Algerien und Kuba Anfang der sechziger Jahre so heftig angriffen, erscheinen immer häufiger in unserer eigenen Presse.“71

217. North kam noch einmal auf diese Fragen in einem Bericht vom 11. Februar 1984 zurück, in dem er „ernsthafte und ehrliche Diskussionen“ forderte, um die politischen Differenzen beizulegen. Die WRP-Führung drohte erneut mit Spaltung. In einem Brief an Healy vom 16. Februar 1984 begrüßte Slaughter die „Niederschlagung“ des „Angriffs der US-Sektion“ und versprach, „wenn nötig, auch kompromisslos“ (auf dem eingeschlagenen Weg) fortzufahren.

Die WRP fliegt auseinander

218. Die Weigerung der WRP-Führung, eine Diskussion innerhalb des Internationalen Komitees zu dulden, bereitete den Weg für einen explosionsartigen Ausbruch von Fraktionskriegen innerhalb der Organisation. Während des Bergarbeiterstreiks hatte Healy erklärt, dass Thatcher sich in einen bonapartistischen Diktator verwandelt habe und dass die Auseinandersetzung entweder in sozialistischer Revolution oder faschistischer Diktatur enden würde. Die Niederlage der Bergarbeiter entfesselte eine heftige Reaktion der WRP-Führer. Sie widerspiegelten die Rechtsentwicklung breiter Teile der Mittelklasse und kamen zu dem Ergebnis, dass sie ihr Leben verschwendet hätten und einem Hirngespinst nachgelaufen wären. North schrieb später:

“Ohne je die Veränderung in der Wirtschaftskonjunktur oder die konkrete Entwicklung des Klassenkampfs ernsthaft zu analysieren, hatten sie jahrelang immer und immer wieder wiederholt, dass die soziale Revolution in England unmittelbar bevorstehe. Jetzt – und das ist der Kern ihrer Perspektive – haben sie die Möglichkeit einer Revolution, nicht nur für dieses, sondern auch für die ersten Jahrzehnte des kommenden Jahrhunderts abgeschrieben.“72

219. Eine geheime Fraktion in der Zentrale der Partei startete eine Operation “schmutziger Tricks” und nutzte eine Finanzkrise, die sie selber mit herbeigeführt hatte, und Enthüllungen über sexuellen Missbrauch durch Healy, um die Partei zu destabilisieren. Wichtigstes Anliegen der Verschwörer war es, jegliche Diskussion zu vermeiden, die die Politik der Führung hätte in Frage stellen können. Indem sie Healy erpressten, hofften sie, ihn zum Rücktritt zu bewegen und so die Kontrolle über Partei und Parteivermögen zu erlangen. Healy war für eine organisatorische Regelung offen, denn er hatte sich nachhaltig von seinen früheren Kämpfen abgewandt.

220. Auf dieser Grundlage schaffte es die Führung der WRP, noch als vereinte Front aufzutreten. Am 17. August 1985 riefen Healy, Banda und Slaughter zusammen mit der stellvertretenden nationalen Sekretärin Sheila Torrence das Internationale Komitee nach London, wo sie über die Ursachen der Finanzkrise der Partei logen und den IK-Sektionen Zehntausende von Pfund in Form von Verpflichtungen abnötigten. Als die Führungskrise der WRP jedoch außer Kontrolle geriet, blieb der interne Konflikt den Sektionen des Internationalen Komitees nicht verborgen und sie waren in der Lage einzugreifen.

Dieses Eingreifen sollte sich als entscheidend erweisen, als die streitenden Fraktionen der WRP sich auf eine organisatorische Spaltung zu bewegten. Auf einer Versammlung des Internationalen Komitees am 23. Oktober 1985 in London, wiesen die Delegierten die Bemühungen der WRP-Führer zurück, die internationale Bewegung für ihre opportunistischen Ziele zu benutzen. Das IK beharrte darauf, dass die Krise in der WRP ihre Ursache in dem langfristigen Abrücken vom Programm und den Perspektiven des Trotzkismus hatte.

Das Internationale Komitee schließt Gerry Healy aus

221. Nachdem es die Vorwürfe gegen Healy am 25. Oktober 1985 untersucht hatte, stimmte das Internationale Komitee für seinen Ausschluss. In einer Resolution vom selben Tag heißt es:

“Mit dem Ausschluss von Healy verfolgt das IKVI keineswegs die Absicht, die politischen Beiträge zu leugnen, die er in der Vergangenheit vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren im Kampf gegen den pablistischen Revisionismus geleistet hat. In Wirklichkeit ist der Ausschluss das Endergebnis seiner Zurückweisung trotzkistischer Prinzipien, die die Grundlage dieser vergangenen Kämpfe bildeten und seines Abstiegs in die vulgärsten Formen des Opportunismus.

Die politische und persönliche Degeneration von Healy kann eindeutig darauf zurückgeführt werden, dass er die praktischen und organisatorischen Fortschritte der trotzkistischen Bewegung in Großbritannien immer ausdrücklicher von den historischen und international begründeten Kämpfen gegen den Stalinismus und den Revisionismus trennte, denen diese Errungenschaften entsprangen…

Sein Interesse an den komplexen Problemen der Entwicklung der Kader der internationalen trotzkistischen Bewegung wurde durch eine Praxis abgelöst, die fast vollständig von der Entwicklung prinzipienloser Beziehungen mit bürgerlichen nationalistischen Führern und Reformisten in den Gewerkschaften und der Labour Party in Großbritannien beherrscht war.“73

222. Die objektive Haltung des IK gegenüber Healys historischer Rolle und die Tatsache, dass es die Wurzeln für seine persönliche Degeneration im Aufgeben des Kampfes der WRP gegen den pablistischen Revisionismus sah, widersprach Slaughters Behauptung, es gehe um die Wiederherstellung „revolutionärer Moral“ durch einen Kampf gegen den „Healyismus“. Der Gebrauch dieses Begriffes war kalkuliert. Er öffnete die Türen für einen direkten Appell an andere „anti-Healyistische“ Kräfte – die Stalinisten und die pablistischen Gruppierungen.

223. Der Ausschluss Healys markierte das endgültig Ende seiner Karriere als Berufsrevolutionär, die ein halbes Jahrhundert umspannt hatte. Es war ein beschämendes Ende für jemanden, der eine führende Rolle in der Verteidigung der Vierten Internationale, ihres Programms und ihres Kaders gespielt hatte und jetzt zu denen zählte, die sich ihrer Zerstörung verschrieben hatten. Aber eine revolutionäre Orientierung ist kein in Stein gemeißelter Pfad, der, wenn er einmal betreten wird, nicht wieder verlassen werden kann. Dieser Weg kann nur weiter verfolgt werden durch einen beständigen Prozess des politischen Kampfes, der an der Seite von Gleichgesinnten innerhalb einer internationalen Bewegung geführt wird.

Dies allein liefert die Mittel zur Überwindung des immensen Drucks, den der Imperialismus und seine Unzahl politischer Agenturen ausüben. Healys Tragödie bestand darin, dass er seiner Perspektive den Rücken kehrte und eine Abkürzung auf dem Weg zu seinem leidenschaftlich erhofften Ziel der sozialen Revolution suchte. Indem er das tat, vergaß er die von ihm selbst oft zitierte Warnung, dass opportunistische Praxis zur Erreichung kurzfristiger politischer Vorteile eine „Hypothek auf die Zukunft“ der sozialistischen Arbeiterbewegung bedeutet.

Wie die Resolution des Internationalen Komitees klar machte, hatte der Kader der Vierten Internationale trotz Healys politischem Verrat nicht vor, den historischen Beitrag, den er einst geleistet hatte, zu vergessen. Vielmehr versuchte er, sowohl aus seinen politischen Errungenschaften, wie auch aus den Fehlern, die zu seinem Fall geführt hatten, zu lernen.

Die Bildung der Workers Revolutionary Party (Internationalists)

224. In einer zweiten Resolution machte das Internationale Komitee als grundlegende Charakteristik der Degeneration der WRP ihre Weigerung aus, sich der Disziplin der internationalen Bewegung zu unterwerfen. Um die bestmöglichen Bedingungen für eine politische Klärung zu erwirken, forderte die Resolution:

“Die Neuregistrierung der Mitgliedschaft der WRP auf der Grundlage einer ausdrücklichen Anerkennung der politischen Autorität des IKVI und der Unterordnung der britischen Sektion unter seine Beschlüsse.

Vollständige Zusammenarbeit jedes Mitglieds der WRP mit einer internationalen Kontrollkommission, die folgende Punkte zu untersuchen hat, ohne auf diese Punkte beschränkt zu sein: Die Korruption von G. Healy, ihre Abdeckung durch das Politische Komitee und die finanzielle Krise der WRP.

Alle Anklagen gegen die Mitglieder der Minderheits- wie der Mehrheitsfraktion, die ein Ergebnis des Ausbruchs der Parteikrise sind, werden an die Internationale Kontrollkommission weitergereicht.” 74

225. Drei Jahre lang hatten die WRP-Führer zusammengehalten, um die Kritik der Workers League zu unterdrücken. Sie hatten die ganze Zeit über gefürchtet, dass diese Kritik innerhalb der britischen Sektion Unterstützung finden würde. Ihre Furcht war wohlbegründet. Es hatte in der Vergangenheit eine Reihe von Anlässen gegeben, bei denen oppositionelle Stimmen gegen verschiedene Aspekte der Politik der WRP laut geworden waren, aber keiner dieser Kritiker hatte ein Interesse daran gezeigt, einen Kampf innerhalb der Weltbewegung zu führen. In der Tat sahen die meisten sich nicht als Mitglieder einer Weltpartei, sondern als Mitglieder einer nationalen linken Gruppierung.

226. Im Verlauf des Kampfes von 1985 ereignete sich eine politische Wende, die die Reorientierung einer bedeutenden Sektion der britischen Mitgliedschaft als bewusste Internationalisten ermöglichte. Anerkennung hierfür gebührt David Hyland, dem Mitglied des Zentralkomitees für Yorkshire. Nachdem er auf Healys Verfehlungen aufmerksam gemacht worden war, hatte er als erster eine Untersuchung durch die Kontrollkommission der Partei gefordert. Trotz Drohungen von Seiten Slaughters und Bandas hatte er sich geweigert nachzugeben.

227. Anfang Oktober erhielt Hyland eine Kopie von Norths Kritik. Er reagierte, indem er die Fragen neu einschätzte, um die es in dem Konflikt innerhalb der WRP ging. Hyland begriff nun, dass es um mehr ging als eine bürokratische Degeneration des Parteiapparates und dass sich innerhalb des Internationalen Komitees ein prinzipieller Widerstand gegen die WRP-Führung gebildet hatte.

Seine Entscheidung, die Workers League zu kontaktieren, um eine politische Diskussion zu verlangen, gab dem Internationalen Komitee die erste Gelegenheit, direkt mit Mitgliedern der WRP in Kontakt zu treten. In den folgenden Diskussionen zwischen Hyland und North wurde schnell klar, dass der Kampf zur Rettung der WRP als trotzkistische Partei nur durch eine Wiederaufnahme des Kampfs der Vierten Internationale gegen den pablistischen Revisionismus vorangetrieben werden konnte.

228. Hyland und zwei andere Mitglieder des Zentralkomitees bildeten als WRP (Internationalists) eine Minderheitsgruppierung auf der Grundlage der Anerkennung der politischen Autorität des Internationalen Komitee. Ihr Antrag wurde am 9. November 1985 angenommen. Die WRP (I) genoss beträchtliche Unterstützung innerhalb des Arbeiterkaders der WRP und unter der Mehrheit der Young Socialists und ihrer Führung.

Dazu gehörten auch einige Genossen, die Jahrzehnte des Kampfes für den Trotzkismus in Großbritannien repräsentierten, wie Barbara Slaughter, Chris Talbot und Vicky Short. Die Unterstützung für die WRP (I) bestätigte die Korrektheit von Norths Weigerung, sich von der Healy/Banda/Slaughter-Gruppe 1982 und 1984 zu einer voreiligen Abspaltung drängen zu lassen. Ungeachtet der Jahre zentristischen Abgleitens zeigte es sich, dass es noch eine beträchtliche Gefolgschaft für den Trotzkismus innerhalb der WRP gab.

Die WRP bricht mit dem Internationalen Komitee

229. Healy reagierte auf die Intervention des Internationalen Komitees, indem er eine Spaltung der internationalen Bewegung herbeiführte. Das Treffen vom 25. Oktober 1985 wurde von der spanischen und der griechischen Sektion boykottiert, die beide erklärten, das Internationale Komitee habe keine Autorität außerhalb derer von Healy als „seinem historischen Gründer“. Ihre Erklärung bestätigte, dass das Internationale Komitee für Healy nur als Erfüllungsgehilfe für seine nationalen organisatorischen Interessen diente. Einen Tag später spaltete sich die pro-Healy-Minderheit ab.

230. Banda und Slaughter unterstützten anfänglich die Resolution des Internationalen Komitees zur Frage der Registrierung, und zwar als Teil ihrer eigenen fraktionellen Manöver gegen Healy. Aber gleich nach der Abspaltung der Healy-Fraktion begannen sie mit Macht, kleinbürgerliche Hysterie gegen das Internationale Komitee zu entfachen und erklärten, das einzige Problem in der Krise der WRP sei die Frage der „revolutionären Moral“.

In der Hoffnung, die Unkenntnis der Geschichte der trotzkistischen Bewegung innerhalb des Kaders ausnutzen zu können, argumentierten Banda und Slaughter, alle Sektionen des Internationalen Komitees seien “gleichermaßen degeneriert.” Diese Position wurde benutzt, um eine Annäherung an die Pablisten und die Stalinisten zu rechtfertigen, was auf einem Treffen im Londoner Friends Meeting House am 26. November 1985 begann, wo Slaughter öffentlich die Untersuchung „Sicherheit und die Vierte Internationale“ und die Spaltung mit Pablo von 1953 anzweifelte und vor aller Augen dem führenden Stalinisten Monty Johnstone die Hand reichte.

231. Am 16. Dezember 1985 präsentierte die Internationale Kontrollkommission ihren Zwischenbericht. Er stellte fest, „dass die WRP einen historischen Verrat am IKVI und der internationalen Arbeiterklasse begangen hat. Dieser Verrat bestand in einer vollständigen Preisgabe der Theorie der permanenten Revolution, was zu prinzipienlosen Beziehungen mit Teilen der kolonialen Bourgeoisie mit dem Ziel, Geld zu erhalten, geführt hat.“

In der Resolution heißt es: “Der Hauptarchitekt dieser verräterischen Aktionen war G. Healy, unterstützt von A. Mitchell und V. Redgrave. Aber die politische Verantwortung für die nationalistische Degeneration, die diese Praktiken zuließ, liegt bei der gesamten Führung der WRP“. Weiter heißt es in der Resolution:

“Um seine Prinzipien und seine Integrität zu bewahren, suspendiert das IK die Mitgliedschaft der WRP als britische Sektion bis zu einem Sonderkongress des IKVI, der nach dem 8. Parteitag der WRP, spätestens am 1. März stattfinden wird.“75

232. Die Verabschiedung der Resolution war von entscheidender Bedeutung. Sie bekräftigte die Autorität des Internationalen Komitees über die nationalen Sektionen. Die Suspendierung der Mitgliedschaft unterstrich, dass es innerhalb des Internationalen Komitees keinen Platz für den durch die WRP-Führung geübten Verrat politischer Prinzipen gab und diese für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen würde.

Von den WRP-Delegierten bei dem Treffen stimmte nur Hyland zugunsten der Suspendierung der Mitgliedschaft der WRP. Ihr Zentralkomitee reagierte mit einer gehässigen Verurteilung der "unschuldigen Reinheit“ des Internationalen Komitees; das sei „offen gesagt ekelerregend“. Von da an unternahmen Banda und Slaughter alles, um einen Bruch herbeizuführen.

233. Am 26. Januar 1986 verabschiedete das Zentralkomitee der WRP zwei Resolutionen. Die erste erklärte, dass das IK „weder die Weltpartei, noch der Kern der Weltpartei” sei und „nicht die politische Autorität einer internationalen Führung erheben kann. Ebenso können Sektionen nicht einer Disziplin unterworfen werden, die vom IK bestimmt wird.“ Eine zweite Resolution lehnte die Registrierung von WRP-Mitgliedern auf der Grundlage ihrer Anerkennung der politischen Autorität des Internationalen Komitees ab, die zuvor auf der Sonderkonferenz am 27. Oktober beschlossen worden war.

Der politische und praktische Inhalt dieser Resolutionen bestand darin, die Spaltung zu erklären. Ihre Absicht war es, den Prozess der Delegiertenauswahl für den achten Kongress zu manipulieren, der für den 8. Februar angesetzt war. Ein erheblicher Teil der Anhänger der Mehrheit des Zentralkomitees hatte sich geweigert, die Registrierungsformulare auszufüllen. Die Slaughter-Fraktion erkannte, dass sie ihre Mehrheit im Zentralkomitee verlieren würde, wenn die Wahl der Delegierten von Parteimitgliedern vorgenommen wurde, die den Kriterien des Sonderkongresses entsprachen. Sie ordnete an, die Registrierungsformulare zurückzuziehen und die Delegierten auf der Grundlage nicht bestätigter Mitgliederlisten zu wählen, die von den Ortsgruppen zur Verfügung gestellt wurden. Dies schloss Dutzende von Leuten ein, die – wenn überhaupt je – schon jahrelang nicht mehr Mitglieder der WRP waren.

234. Die politische Basis für die Spaltung war ein Dokument, das heimlich von Banda vorbereitet worden war und den Titel trug: “27 Gründe, warum das Internationale Komitee unverzüglich beerdigt und die Vierte Internationale aufgebaut werden sollte“. Das Dokument wurde am Vorabend des achten Kongresses als spezielle Ergänzung zur Ausgabe der Workers Press vom 7. Februar 1986 veröffentlicht, und zwar von seinem nicht gewählten „Herausgeber“ Dave Good – einem Stalinisten, der gleich nach der Spaltung in die Reihen der Kommunistischen Partei zurückkehrte.

235. Am folgenden Tag schloss die Führung der WRP die Mitglieder der WRP (I) von der Teilnahme am Kongress aus und rief die Polizei zu Hilfe, um ihren Entschluss durchzusetzen. 25 Polizeibeamte erschienen und geleiteten Slaughter zu dem angeblichen Kongress, wo seine Fraktion ihren Bruch mit dem Internationalen Komitee endgültig besiegelte. Die WRP (I) versammelte sich an einem anderen Ort, um den legitimen achten Kongress der britischen Sektion abzuhalten. Das Nationalkomitee der Young Socialists (YS) gab ein Mehrheitsvotum zur Unterstützung der WRP (I) ab und zollte dem Internationalen Komitee Beifall „für seine entscheidende Rolle in dem historischen Kampf zur Verteidigung und Entwicklung der Prinzipien des Trotzkismus“, der „von der Mehrheit der WRP- und YS-Mitglieder unterstützt worden war.“ Einen Monat später gründeten die WRP (I) und die YS die International Communist Party (ICP), die Vorgängerin der Socialist Equality Party.

Wird fortgesetzt 

Anmerkungen:

69 Vierte Internationale, Jg. 13, Nr. 2, Herbst 1986, S. 23

70 ibid. S. 24

71 ibid. S. 35

72 David North, Das Erbe, das wir verteidigen, Essen 1988, S.23

73 Vierte Internationale, Jg. 13, Nr. 2, Herbst 1986, S. 50f

74 ibid. S. 50

75 ibid. S. 101

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