Mehring Verlag auf der Frankfurter Buchmesse

Von unserem Korrespondenten
12. Oktober 2012

Der Mehring Verlag ist auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse mit einem eigenen Stand (Halle 4.1, Stand E 168) präsent. Er zeigt viele Neuerscheinungen, darunter wunderschöne Bildbände. Thematisch im Mittelpunkt steht die Oktoberrevolution 1917, ihre historische Aufarbeitung, ihre Dokumentation in Schrift, Bild und Film, sowie der Kampf ihrer Protagonisten gegen die stalinistische Reaktion und ihre Bedeutung für die heutige Zeit.

Am Stand des Mehring-Verlags Am Stand des Mehring-Verlags

Einen wichtigen Platz nimmt das Buch „Verteidigung Leo Trotzkis“ von David North ein; es liegt bereits in einer zweiten, erweiterten Auflage vor. Leo Trotzki (1879-1940), Führer der Revolutionen von 1905 und 1917 und der Roten Armee, Gründer der Linken Opposition und der Vierten Internationale und Verteidiger des Marxismus, war schon während seines Lebens Zielobjekt bösartiger Lügen und Verleumdungen. Siebzig Jahre nach seiner Ermordung durch einen stalinistischen Agenten finden längst ausgeräumte stalinistische Geschichtsfälschungen ihren Weg in neue Trotzki-Biografien.

David North, „Verteidigung Leo Trotzkis“, Zweite, erweiterte Auflage, 342 Seiten, Paperback, Preis: € 17,90 [D], € 18,40 [A], ISBN: 978-3-88634-129-0 David North,
„Verteidigung Leo Trotzkis“

David North, „Verteidigung Leo Trotzkis“, Zweite, erweiterte Auflage, 342 Seiten, Paperback, Preis: € 17,90 [D], € 18,40 [A], ISBN: 978-3-88634-129-0

Die umfassende Analyse von David North widerlegt detailliert und kenntnisreich die jüngst veröffentlichten Biografien der Historiker Robert Service, Ian Thatcher und Geoffrey Swain und unternimmt es, dem Leser Trotzkis Persönlichkeit nahe zu bringen. Norths „Verteidigung Leo Trotzkis“ hat Unterstützung bei namhaften Historikern in den USA, in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefunden.

Kurz vor der Buchmesse hat der Mehring Verlag die zweite Auflage von „Verteidigung Leo Trotzkis“ im Rahmen des Historikertags in Mainz einer Podiumsdiskussion vorgestellt, an welcher der Autor David North (USA) und Prof. Mario Kessler (ZZF Potsdam) teilnahmen. (Siehe: „’Verteidigung Leo Trotzkis’ stößt auf großes Interesse“)

David King, „Ganz normale Bürger. Die Opfer Stalins“, Übersetzt von Christine Nemeth, 192 Seiten mit 166 Abbildungen, gebunden, Preis: € 29,90 [D], € 30,80 [A], ISBN: 978-3-88634-128-3 David King,
„Ganz normale Bürger.
Die Opfer Stalins“

David King, „Ganz normale Bürger. Die Opfer Stalins“, Übersetzt von Christine Nemeth, 192 Seiten mit 166 Abbildungen, gebunden, Preis: € 29,90 [D], € 30,80 [A], ISBN: 978-3-88634-128-3

Einen besonderen Platz auf dem Stand des Mehring Verlags nimmt der neue Fotoband „Ganz normale Bürger. Die Opfer Stalins“ von David King ein. Der Verfasser besitzt in Großbritannien eine der größten Sammlungen russischer revolutionärer Kunst und sowjetischer Geschichtsdokumente. Sein neuer Band enthält Fotografien jener Menschen, die während der Stalin-Herrschaft aufgrund falscher Anklagen verhaftet, verurteilt und erschossen wurden. Die Polizeifotos aus den offiziellen Vernehmungsakten, die jahrzehntelang in den Tiefen der Lubjanka (geheimpolizeiliches Hauptquartier in Moskau) verschollen waren, widerspiegeln Furcht, Wut, Trotz, Verzweiflung oder einfach nur grenzenlose Traurigkeit der Opfer.

Außerdem sind am Stand des Mehring Verlags die Bildbände „Russische revolutionäre Plakate“ und „Roter Stern über Russland“, beide ebenfalls von David King, zu sehen. „Roter Stern über Russland“ ist eine fesselnde visuelle Geschichte der UdSSR von 1917 bis zum Tode Stalins. Der Betrachter wird mitten in die umwälzenden Ereignisse hineinversetzt, die für die Bürger des ersten Arbeiterstaates der Welt mit Hoffnungen, Chaos, Heroismus und Schrecken verbunden waren. „Russische Revolutionäre Plakate“ ist ein umfangreicher Sammelband von 150 Plakaten zu politischen und kulturellen Themen jener Zeit, von denen einige zu den besten Werken der Plakatkunst überhaupt zählen.

Alexander Rabinowitch, „Die Sowjetmacht. Die Revolution der Bolschewiki 1917“, ISBN 978-3-88634-097-2, 602 Seiten, gebunden, Subskriptionspreis bis 31. Oktober 2012: 29,90 Euro, danach 34,90 Euro Alexander Rabinowitch,
„Die Sowjetmacht.
Die Revolution der Bolschewiki 1917“

Alexander Rabinowitch, „Die Sowjetmacht. Die Revolution der Bolschewiki 1917“, ISBN 978-3-88634-097-2, 602 Seiten, gebunden, Subskriptionspreis bis 31. Oktober 2012: 29,90 Euro, danach 34,90 Euro

Zur Geschichte der russischen Revolution präsentiert der Mehring Verlag auf der Buchmesse als Neuerscheinung „Die Sowjetmacht – Die Revolution der Bolschewiki 1917“ in deutscher Sprache. Diese Untersuchung des amerikanischen Historikers Alexander Rabinowitchs ist wegen der kontrovers geführten Diskussion über die Oktoberrevolution und ihr Schicksal im zwanzigsten Jahrhundert besonders aktuell.

Prof. Dr. Heiko Haumann (Basel) schreibt zu diesem Werk, es habe „die Geschichtsschreibung verändert“: „Unvoreingenommen, sorgfältig auf die zugänglichen Quellen gestützt und von geradezu detektivischer Systematik, widerlegt diese Analyse die lange Zeit im Westen vorherrschende Auffassung, bei der Oktoberrevolution habe es sich um den Putsch eines kleinen Kreises bolschewistischer Fanatiker gehandelt.“

Dabei werde deutlich, dass „der Umsturz vom Oktober zwar durchaus gut geplant und durchgeführt war, aber zugleich als Ausdruck und Ergebnis der Radikalisierung großer Teile der Bevölkerung verstanden werden muss“.

Prof. Dr. Hermann Weber, Mannheim, schreibt: „Das geradezu spannend geschriebene, großartige Werk eines bedeutenden (seinerzeit in der Sowjetunion verfemten) Historikers (…) verdient viele deutsche Leser.“

Vom selben Autor (Alexander Rabinowitch) ist auf dem Buchmessestand des Mehring Verlags auch der Folgeband, „Die Sowjetmacht. Das erste Jahr“, zu sehen.

Ein weiteres Highlight zur Dokumentation der Oktoberrevolution ist der Film „Tsar to Lenin“ als DVD (in englischer Sprache). Dieser Film basiert auf Archivmaterial, das über mehr als zehn Jahre von dem legendären Herman Axelbank (1900-1979) gesammelt wurde und vom damals revolutionären amerikanischen Pionier Max Eastman (1883-1969) kommentiert wird.

„Vom Zar zu Lenin“ vermittelt auf einmalige Weise das Drama und Pathos der russischen Revolution, beginnend mit dem Aufstand der Massen und dem Sturz des zaristischen Regimes im Februar 1917, über den Aufstand im Oktober 1917 bis hin zum Sieg der neuen sowjetischen Regierung im Jahre 1921, nach einem dreijährigen Bürgerkrieg. (Der Trailer zum Film ist hier anzusehen)

Richard Pare, Maria Tsantsanoglou, Jean-Louis Cohen u.a., „Baumeister der Revolution. Sowjetische Kunst und Architektur 1915−1935“, Übersetzt von Peter Sondershausen, 270 Seiten mit ca. 250 Abbildungen, 2011, € 39,90, ISBN: 978-3-88634-096-5 Richard Pare, Maria Tsantsanoglou,
Jean-Louis Cohen u.a.,
„Baumeister der Revolution.
Sowjetische Kunst und Architektur
1915−1935“

Richard Pare, Maria Tsantsanoglou, Jean-Louis Cohen u.a., „Baumeister der Revolution. Sowjetische Kunst und Architektur 1915−1935“, Übersetzt von Peter Sondershausen, 270 Seiten mit ca. 250 Abbildungen, 2011, € 39,90, ISBN: 978-3-88634-096-5

Einen besonderen Platz verdient auch der Bildband „Baumeister der Revolution“. Das Buch zeichnet den Weg der russischen Avantgarde-Architektur von 1922−1935 nach und dokumentiert Werke von Architekten wie Konstantin Melnikow, Moisej Ginsburg und der Wesnin-Brüder, sowie zahlreiche Entwürfe und Gemälde von Künstlern des Konstruktivismus wie zum Beispiel Malewitsch, Tatlin, Popowa und El Lissitzky.

„Baumeister der Revolution“ hat es geschafft, in die Shortlist des DAM ARCHITECTURAL BOOK AWARD aufgenommen zu werden. Dieser internationale Preis wird von der Frankfurter Buchmesse und dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) für die besten Architekturbücher des Jahres vergeben. 63 Verlage weltweit haben mit insgesamt 148 Titeln an dem Wettbewerb teilgenommen. Der Architekturband des Mehring Verlags hat den Preis nur knapp verfehlt.

Der Mehring Verlag ist auf der Frankfurter Buchmesse bis zum 14. Oktober 2012 in der Halle 4.1 am Stand E 168 zu finden.