Abgehörtes Telefonat: Opposition für Todesschüsse auf dem Maidan verantwortlich

Von Alex Lantier
7. März 2014

Neue Details kommen über die Kräfte ans Licht, auf die sich die imperialistischen Mächte stützten, um Janukowitsch zu vertreiben. Gestern veröffentlichten russische Medien den Inhalt einer telefonischen Unterredung zwischen der Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, und dem estnischen Außenminister Urmas Paet über die ukrainischen Proteste. Gegenüber dem französischen TV-Sender Euronews bestätigte Estlands Außenministerium die Authentizität des aufgezeichneten Telefonats.

Der Anruf zeigt, dass führende Vertreter der EU das neue Regime, das sie in der Öffentlichkeit als Beispiel für Demokratie preisen, privat als kriminell ansehen. Er weist auch darauf hin, dass vom Westen unterstützte Kräfte zur Herbeiführung eines Regimewechsels tödliche Provokationen begingen, Demonstranten ermordeten und die Schuld für ihren Tod Janukowitsch anlasteten.

Paet berichtete Ashton über seine letzte Reise in die Ukraine, wo er zu Gesprächen mit verschiedenen Aktivisten aus der “Zivilgesellschaft” zusammengetroffen war, die an den Demonstrationen auf dem Maidan beteiligt waren. Er erklärte der EU-Außenbeauftragten: “Es gibt kein Vertrauen in die Politiker, die jetzt in die Koalition eintreten. Menschen vom Maidan und aus der Zivilgesellschaft sagen, dass sie alle kennen, die der neuen Regierung angehören werden, und dass alle diese Kerle eine schmutzige Vergangenheit haben.” Ashton widersprach dem nicht und sagte schlicht “Ja”. Später schlug sie vor, Finanzberater zu entsenden, um dem ukrainischen Regime zu zeigen, wie eine Sparpolitik aussehen könnte.

Paet berichtete auch darüber, dass Mitglieder der Rada, des ukrainischen Parlaments, auf dem Maidan von bewaffneten Schlägern der Opposition angegriffen wurden. Darauf reagierte Ashton gar nicht. Sie zeigte kein Interesse daran, die Rada gegen rechtsextreme Kräfte zu beschützen. Sie sagte, sie habe Gespräche mit Mitgliedern der Partei der Regionen Janukowitschs geführt und sie im Hinblick auf die Tötung von Demonstranten aufgefordert, sich reuevoll zu zeigen, um den Volkszorn zu besänftigen.

Paet gab Informationen weiter, die er von Ärzten der Demonstranten erhalten hatte: “Es waren dieselben Scharfschützen, die Menschen auf beiden Seiten erschossen.… Es ist wirklich verstörend, dass die neue Koalition keine Untersuchung darüber haben möchte, was genau passiert ist. Die Erkenntnis, dass nicht Janukowitsch, sondern Mitglieder der neuen Koalition hinter den Scharfschützen stehen, setzt sich immer mehr durch.”

Paet betonte gegenüber Ashton, er befürchte, dass dies “die neue Koalition von Anfang an in Misskredit bringen“ könne. Ashton bestand darauf, man dürfe nicht zulassen, dass die Untersuchungen das neue Regime untergraben.

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