Forbes-Liste der reichsten Menschen beleuchtet soziale Ungleichheit

Von Ed Hightower
11. März 2014

Das Magazin Forbes veröffentlichte am Montag zum 28. Mal ihre jährliche Liste der reichsten Menschen und Familien der Welt. Alles in allem identifizierte das Forschungsteam, das die Forbes-Liste der Milliardäre mit Stichtag 12. Februar erstellt, weltweit 1.645 Milliardäre mit einem Gesamtvermögen von 6,4 Billionen Dollar. Das ist eine Billion mehr als vor einem Jahr. Die Zunahme der Milliardäre um 268 ist die höchste Zahl in der Geschichte der Liste.

Steigende Immobilienpreise infolge der ultralockeren Geldpolitik der Federal Reserve ließen die Zahl der amerikanischen Milliardäre auf 492 hochschießen. Das ist die höchste Zahl aller Länder. China, das größte Billiglohnland der Welt, brüstet sich mit der zweithöchsten Zahl von Milliardären, nämlich mit152. Die Russische Föderation, die politisch von einer schmalen Schicht superreicher Kompradoren dominiert wird, die 1990-91 die UdSSR liquidierten und das Staatsvermögen plünderten, rundet die Gruppe der Top-Drei Länder mit 111 Milliardären ab.

Ca. einhundert Menschen verloren ihren Status als Milliardär, darunter neunzehn in der Türkei, wo die Umkehr der Investitionsströme zu einem Einbruch der Aktienmärkte und des Währungskurses geführt hat. Ähnlich erging es aufgrund der gleichen globalen Finanzungleichgewichte, hinter denen die Politik der amerikanischen Federal Reserve steht, acht Personen in Indonesien. Algerien, Litauen, Tansania und Uganda schafften es zum ersten Mal in die Forbes-Liste und der Nigerianer Aliko Dangote ist der erste Afrikaner, der es mit 25 Mrd. Dollar unter die Top 25 geschafft hat.

Microsoft Gründer Bill Gates ist wieder der reichste Mann der Welt. Sein persönliches Vermögen wächst jedes Jahr um neun Milliarden Dollar und sein Gesamtvermögen beträgt 76 Mrd. Dollar. Das ist viermal soviel, wie die ganzen kommunalen Schulden von Detroit, oder, anders gesagt, ausreichend um für 2,1 Millionen Studenten in den ganzen USA die Studiengebühren an staatlichen Colleges zu übernehmen.

Weitere prominente Plätze auf der Forbes-Liste nehmen Personen ein, die mit der Internet-Wirtschaft zu tun haben. So war Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dessen Vermögen sich dieses Jahr von 15,2 Milliarden Dollar auf 28,5 Mrd. Dollar glatt verdoppelte, der größte Gewinner in Dollar gerechnet, weil die Facebook-Aktienen so rasant gestiegen sind. Sie haben im letzten Jahr einen Sprung um 130 Prozent gemacht. Facebooks COO, Sheryl Sandberg, schaffte es ebenso in die Liste, wie der Vizepräsident der Firma, Jeff Rothschild.

2013 erhielten die Vorstände von führenden Beteiligungsgesellschaften riesige Gehälter und machten Kasse mit Rekordaktienkursen. Sie genehmigten ihren Investoren und sich selbst großzügige Dividenden. Ein Artikel im Wall Street Journal mit dem Titel „Beute für Buy Out Tycoone explodiert“ untersuchte die Rechenschaftsberichte von Apollo Global Management LLC, Blackstone Group LP, KKR and Co., und der Carlyle Group LP. Der Artikel zeigt, dass die neun Gründer dieser Firmen 2013 2,6 Mrd. Dollar einnahmen, einhundert Prozent mehr, als ein Jahr vorher. Das macht für jeden dieser Manager mehr als 160 Millionen Dollar. Das wäre genug, um die Einstiegsgehälter von 3.500 Lehrern öffentlicher Schulen in New York City für ein Jahr zu finanzieren.

Von dieser elitären, parasitären Gruppe raffte Leon Black, der Mitbegründer und Vorstandschef von Apollo Global Management mit 546,3 Millionen Dollar das meiste an sich, gefolgt von Stephen Swarzman von der Blackstone Gruppe mit 465,4 Millionen Dollar. Die drei Mitbegründer der Washingtoner Carlyle Gruppe machten zusammen 750 Millionen Dollar, mehr als die gesamten Sachausgaben des Washingtoner Schuldistrikts für die öffentlichen Schulen in der Zeit von 2005 bis 2008. Im Unterschied zu den riesigen Konzernen der Vergangenheit, die zumindest noch Eisenbahnen, Fabriken und Infrastruktur bauten, tun sich die hochprofitablen privaten Beteiligungsgesellschaften, die heute die Räuberbarone reich machen, dadurch hervor, dass sie ganze Industrien stilllegen, Firmen oder öffentliche Unternehmen aufkaufen, zerlegen, Tausende Arbeitsplätze zerstören und dann Einzelteile als „wettbewerbsfähige“ Unternehmen wieder verscherbeln.

Die explodierenden Vermögen der reichsten Menschen der Welt in den letzten eineinhalb Jahrzehnten sind das Ergebnis eines bewussten Angriffs auf den Lebensstandard der arbeitenden Bevölkerung, der Kürzung von Sozialausgaben, sinkenden Löhnen und einer beinahe beispiellosen Entlassungswelle. Einige bemerkenswerte Zahlen zeigen das:

* Die 85 reichsten Menschen besitzen mehr Reichtum, als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Ca. 2,4 Mrd. Menschen leben von weniger als zwei Dollar am Tag.

* In den Vereinigten Staaten gingen von 2009 bis 2012 95 Prozent aller Einkommenszuwächse an das reichste Prozent der Bevölkerung. Der Anteil dieser Gesellschaftsschicht am Gesamteinkommen hat seit 1980 fast um 150 Prozent zugenommen. Arbeitslosigkeit, Ungleichheit und soziales Elend erreichen ständig neue Höchststände.

Wenn man die enorme, immer weitere Verschwendung an der Spitze der Gesellschaft der elenden, zunehmend unhaltbaren Lage des größten Teils der Weltbevölkerung gegenüberstellt, dann beweist man damit die Notwendigkeit des Sozialismus. Kurz gesagt, die Gesellschaft kann sich die Finanzaristokraten nicht mehr leisten, die die feudalen Monarchen vergangener Zeiten blass aussehen lasen.

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