Interview mit Juri Primakow

Von Clara Weiss
21. November 2014

JuriPrimakow wurde 1927 geboren und ist der einzige Sohn von Witali Markowitsch Primakow (1897-1937). Witali Primakow trat 1914 der bolschewistischen Partei bei und zählte schon als Zwanzigjähriger zu den Helden der Oktoberrevolution und des Bürgerkriegs. Später war er ein wichtiges Mitglied der Linken Opposition. 

Witali Markowitsch Primakow

Im Alter von nur 19 Jahren wurde Primakow zum Mitglied des revolutionären Militärkomitees gewählt, das den Oktoberaufstand organisierte. Er war bei der Eroberung des Winterpalastes in Petersburg im Oktober 1917 Kommandeur von Fabrikarbeitern. Im Jahr 1918 gründete er die legendären Roten Kosaken. Wie viele andere führende Bolschewiki gehörte er in den frühen 1920er Jahren zur Linken Opposition. 1928 kapitulierte er vor Stalin.

In den folgenden Jahren blieb Primakow weiterhin in der Führung der Roten Armee, bis er 1936 gemeinsam mit anderen Sowjetgenerälen verhaftet wurde. Im so genannten Fall Tuchatschewski wurden Primakow und andere Generäle beschuldigt, eine Trotzkistische Anti-Sowjetische Organisation gebildet zu haben. Er wurde 1937 erschossen und 1955 rehabilitiert.

Können Sie bitte von Ihrem Vater erzählen?

Juri Primakow

Ich habe meinen Vater gekannt, ihn aber nur selten gesehen. Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich noch ein kleines Kind war. Mit zwei Monaten hatte ich eine Blutvergiftung, die nicht richtig behandelt wurde. So schwebte ich bis zu meinem 8. Lebensjahr immer zwischen Leben und Tod, und mein Vater konnte mich nicht mit nach Afghanistan oder Japan mitnehmen, wo er sich in dieser Zeit größtenteils aufhielt. Als ich neun war, wurde er schon verhaftet und schließlich erschossen.

Im September 1917 ist mein Vater im Alter von neunzehn Jahren mit zwei Mandaten in der Tasche nach Petrograd gekommen: eines vom Zweiten Sowjetkongress der Soldaten des Dreizehnten Infanterieregiments und eines der Verfassungsgebenden Versammlung der Stadt Tschernigow (im Norden der Ukraine). Er wurde dann in das revolutionäre Militärkomitee gewählt, das den Oktoberaufstand organisierte, und führte die Truppen der Retschkinski-Fabrik bei der Eroberung des Winterpalastes an.

Beim Zweiten Sowjetkongress in Petrograd (7.-9. November 1917) wurde er in das Zentralkomitee der bolschewistischen Partei gewählt. Man schickte ihn in die Ukraine, um dort eine Armee aufzubauen, die die Truppen von Petljura [1] schlagen kann. In Charkow gründete er die Roten Kosaken, die nicht nur Petljuras Truppen, sondern auch mehrere Weiße Generäle, darunter Denikin [2] und Piłsudski [3], besiegten.

Später habe ich viele der Roten Kosaken kennen gelernt, die im Bürgerkrieg unter Primakow gekämpft haben. Sie lebten während des Bürgerkriegs und auch danach sehr bescheiden. Geld war ihnen egal, und sie glaubten wirklich an den Kommunismus. Sie waren davon überzeugt, dass man für das Wohl der Menschheit kämpfen muss und nicht nur für die Verbesserung der eigenen materiellen Situation.

Boris Primakow im Jahr 1935

Wenn man das mit den Eliten von heute vergleicht, die einen Dreck auf das Volk geben und sich nur für die Entwicklung ihrer Aktienkurse an den Börsen interessieren, kann man deutlich sehen, was für eine Degeneration stattgefunden hat.

Hinzu kommt, dass in der Roten Armee keine Einheit so viele internationale Verbindungen hatte wie die Roten Kosaken. Es war eine richtige internationale Armee, in der viele Soldaten aus der Ukraine, Russland, Litauen, Deutschland und anderen Ländern kamen. Auf diese Weise ist sie im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Schule im Internationalismus geworden. Man darf nicht vergessen, dass Stalin, als er die Führer der Roten Armee umbrachte, die im Bürgerkrieg gekämpft hatten, nicht nur diese Menschen tötete – er zerstörte ein gesamtes System, eine ganze Kultur.

Primakow war ein linker Kommunist, sowohl während des Bürgerkriegs als auch anschließend. Er war ein Mitglied der Linken Opposition, die er 1928 verließ. Seinen Bruch erklärte er in einem Brief, der in der Prawda veröffentlicht wurde. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich in Afghanistan, und ich glaube, seine Erfahrungen in China und anderen Ländern des Ostens haben ihn in dieser Entscheidung beeinflusst.[4] Er kam zur Überzeugung, dass die Völker des Ostens noch nicht für die Weltrevolution bereit seien.

Witali Primakow

Soweit ich weiß, haben die meisten Mitglieder der Linken Opposition im Bürgerkrieg gekämpft. Sie kämpften in vorderster Front, kannten den Hunger und das Elend des Volkes und wollten den Bauern wirklich Land geben und die Situation für die Arbeiter verbessern. Aber als der Bürgerkrieg zu Ende war, erlebten sie, wie eine privilegierte Bürokratie entstand. Sie stellten sich gegen sie, weil es nicht das war, wofür sie gekämpft hatten.

Meine Mutter (Maria Dowschik) [5], die ein Mitglied des Moskauer Stadtsowjets gewesen war, trat 1922 aus der Partei aus, weil sie schon seit 1919 die Entstehung dieser Bürokratie beobachtete. Sie war eine talentierte Geigerin, und man lud sie ins Orchester des Bolschoi Theater in Moskau ein. Später erzählte sie mir, wie die Parteielite während der NÖP-Ära [6] in den Logen saß, elegant gekleidet wie unter dem Zaren. Es war praktisch eine neue Klasse. Die Linke Opposition war gegen diese Privilegien.

Wie erinnern Sie sich an die 1930er Jahre?

Weder ich noch meine Mutter litten unter Repressionen. Der Bruder meines Vaters, Wladimir Markowitsch, wurde aus der Partei ausgeschlossen. Er ist 1941 im Zweiten Weltkrieg gefallen. Sein anderer Bruder Boris, der auch Bolschewik gewesen war, wurde verhaftet und ins Lager verbannt. Er meldete sich freiwillig für den Krieg und fiel 1944. Ihre Mutter, Warwara Nikolajewna, wurde ins Exil im Uralgebirge geschickt, wo sie mit ihrem jüngsten Sohn Jewgeni lebte.

Das Massengrab auf dem Donskoi Friedhof in Moskau, wo Primakow und andere führende Bolschewiken, Intellektuelle, Komintern-Mitglieder und Führer der Roten Armee begraben sind.

Die 1930er waren eine sehr schwierige Zeit. Für jemanden, der sie nicht erlebt hat, ist sie wahrscheinlich schwer zu verstehen. Einerseits gab es ein Aufblühen der Kultur, des Kinos und der Literatur in der Sowjetunion. Die Propagandamaschine des Kremls im Westen machte ihre Arbeit sehr gut, sodass jeder dort dachte, in der Sowjetunion laufe alles bestens. Auf der anderen Seite gab es nicht nur den Hitler-Stalin-Pakt, die Arbeitslager, Repressionen und Massenhinrichtungen. Es herrschte auch – und das war das Schlimmste dabei – eine absolute Unsicherheit. Es gab keinerlei Regeln oder Gesetzmäßigkeit, die Menschen wussten einfach nicht, was heute Abend oder morgen geschehen würde.

Man darf nicht vergessen, dass neben den Millionen, die während der Repressionen umgebracht wurden, weitere Millionen – ihre Familien und Freunde – betroffen waren. Es wurden nicht nur die Führer des Bürgerkriegs ermordet. Etwa die Hälfte des Landes war in der Roten Armee gewesen und jeder, der mit den Führern die geringsten Verbindungen gehabt hatte, wurde schon allein deswegen zum „Volksfeind“ erklärt.

Michail Tuchatschewski

Primakow wurde zusammen mit rund 250 anderen Menschen in einem Massengrab begraben. Man hat sie einfach alle in die Erde geworfen und Sand darüber geschüttet. Dazu gehörten 100 bis 150 Mitglieder der Komintern. Stalin hat fast die gesamte Führung der Komintern umgebracht.

Die ermordeten Führer des Bürgerkriegs – Primakow, Tuchatschewski [7], Jakir [8] und all die anderen – hatten nicht einmal Gräber auf dem Friedhof, bis ich ihnen 2003 auf dem Donskoi-Friedhof in Moskau welche einrichtete. Generäle der Weißen Armee sind ebenfalls beim Donskoi-Kloster begraben. Als ich mit meiner Familie das Grab meines Vaters besucht habe, zeigte meine Enkeltochter auf das königliche Grab von Denikin und fragte: „Warum haben die solche großen Gräber und unsere nicht?“ Und ich hatte keine Antwort.

Durch ihre Ermordung im Jahr 1937 wurde die Rote Armee ihrer wichtigsten Führer beraubt. Wo sonst hat in der Geschichte eine Regierung ihre eigene Militärführung am Vorabend eines Krieges umgebracht? Hitler wusste das alles natürlich, als er den Pakt unterschrieb und war ganz hingerissen. Für ihn war das alles wie ein Märchen.

Iona Jakir

Ich bin absolut überzeugt davon, dass Hitler ohne Stalin nie an die Macht gekommen wäre. Schließlich waren die Kommunisten, Sozialdemokraten und die Trotzkisten alle gegen die Nazipartei. Wenn sie eine Einheitsfront gebildet hätten, wäre Hitler nicht an die Macht gekommen. Aber Stalin hat das verhindert.

Und dann schloss er mit „Genosse Hitler“ den Hitler-Stalin-Pakt (im August 1939). Während dieser ganzen Periode kamen in der Sowjetunion Filme wie „Alexander Newski“ [9] und Bücher mit extrem nationalistischer Färbung heraus. Zaristische Generäle wie Kutusow [10] oder Suworow [11] wurden verherrlicht, während die Helden des Bürgerkriegs kaum noch erwähnt wurden.

Als ich zur Schule ging, lernten wir noch revolutionäre Lieder; viele davon waren auf Deutsch, weil ja alle auf eine Revolution in Deutschland hofften. Wir sind immer noch im Geiste des Internationalismus erzogen worden. Ich habe auch Deutsch in der Schule gelernt und weiß noch, wie schockiert ich war, als unsere Lehrerin im Herbst 1939 sagte: „Der deutsche Führer ist Adolf Hitler, und unser Führer ist Genosse Stalin.“

Während der Schlacht um Stalingrad 1941-1943 verteilte ein Sowjetisches Anti-Faschistisches Komitee Propaganda unter deutschen Soldaten. Das war sehr wichtig. Aber kaum hatte die Rote Armee bei Stalingrad gesiegt und begonnen weiter fortzurücken, wurde diese Politik aufgegeben. Bis 1943 wurde die nationalistische Propaganda etwas gedämpft, weil die Regierung jeden in der Roten Armee zur Verteidigung der Sowjetunion brauchte. Kaum war unmittelbare Gefahr vorüber, gab es einen Umschwung in der Propaganda und man sprach nur noch vom Krieg „der Russen gegen die Deutschen.“

Wie haben Sie den Krieg erlebt?

Ich ging mit meiner Mutter 1941 nach Baschkirien (zur damaligen Zeit eine autonome Republik im Süd-Osten der Sowjetunion). 1942 reisten wir zurück nach Moskau. Ich habe dann in einer Sanitätsstation gearbeitet. Soldaten, die an der Front verwundet worden waren, erzählten mir dort, wie schlecht sie ausgerüstet waren. Ich traf auch eine Partisanin aus Weißrussland, eine Bäuerin. Ich fragte sie, warum sie sich den Partisanen angeschlossen hatte, und sie antwortete, mit Tränen in den Augen: „Was hätte ich sonst tun sollen? Die Deutschen haben meine gesamte Familie vor meinen Augen getötet. Ich selbst bin nur knapp mit dem Leben davon gekommen.“

Die Partisanen spielten bei der Verteidigung der Sowjetunion eine sehr wichtige Rolle. Aber auch sie wurden kaum vorbereitet und ausgerüstet. Mitte der 30er Jahre leitete Primakow eine Partisanenschule. Dort gab es ausgezeichnete Kurse, um die Menschen auf Partisanenkämpfe vorzubereiten. Nach dem „Fall Tuchatschewski“ 1937 wurde diese Akademie aufgelöst, sodass niemand diese Menschen auf den Krieg vorbereitete.

Nach meiner Ansicht war das Schlimmste, was Stalin getan hat, die Diskreditierung der Ideen von Sozialismus und Kommunismus. Die Menschen in anderen Ländern haben auf die Sowjetunion geblickt und gedacht: „Ist es wirklich das, worum es bei der Oktoberrevolution ging? Eine Nomenklatura an die Macht zu bringen?“ Ich fürchte, diese Erfahrung erschwert die Lösung der sozialen Ungleichheit im 21. Jahrhundert.

„Warum“ ist meiner Meinung nach die wichtigste Frage für jeden Historiker. Ich frage mich immer, warum Stalin getan hat, was er getan hat. Welche Gesetzmäßigkeiten trieben ihn? Von einem logischen Standpunkt betrachtet, machten seine Entscheidungen oft keinerlei Sinn, und er war nie bereit, Verantwortung für seine eigenen Handlungen zu übernehmen. Alles, was er getan hat, war letztlich gegen die Interessen des Volkes und die Ziele der Revolution gerichtet.

Ich glaube, dass Plechanow und Martow, die meinten, Russland sei noch nicht bereit für eine sozialistische Revolution, letzten Endes Recht hatten. [12] Die Psychologie der Menschen ist ein wichtiger Faktor, und leider verändert sie sich nur sehr, sehr langsam. Und die Zeit für die Weltrevolution, mit der Lenin und Trotzki gerechnet hatten, war offensichtlich noch nicht gekommen.

Am meisten beunruhigt mich, dass die Menschen nicht die Lehren aus dem Zwanzigsten Jahrhundert gezogen haben. Diese haben vor allem gezeigt, dass die Probleme nur durch Zusammenarbeit aller Menschen auf der Welt gelöst werden können. Die Erfahrung der UdSSR ist meiner Meinung nach die wichtigste Lehre für die Menschen auf der ganzen Welt.

Die Geschichte ernsthaft zu studieren und zu verstehen, warum alles gerade so und nicht anders geschehen ist, ist sehr, sehr schwierig. Die historische Wahrheit zu verteidigen, ist heute die wichtigste Aufgabe. Die Menschen in Russland haben ihre eigene Geschichte vergessen. Aber die Geschichte verschwindet nicht. Sie muss verstanden werden, wenn sich irgendetwas zum Guten ändern soll.

Fußnoten

(1) Symon Wassyljowytsch Petljura (1879-1926) war ein ukrainischer Nationalist. Er war führend im Kampf für die ukrainische nationale Unabhängigkeit von der Sowjetregierung in Petrograd 1918-1920 und kämpfte gleichzeitig gegen die Weiße Armee. 1920 schloss er mit Piłsudskis Polen einen Vertrag zur Gründung einer Militärallianz gegen Sowjetrussland. Im Oktober 1920 war Polen jedoch gezwungen, einen Waffenstillstand mit der Sowjetregierung zu unterzeichnen. Im späten November besiegte die Rote Armee die ukrainische Armee unter Petljura. [zurück]

(2) Anton Iwanowitsch Denikin (1867-1947) war ein zaristischer General, der an der Planung des Kornilow-Putsches gegen Kerenskis provisorische Regierung im August 1917 beteiligt war. Später war er einer der wichtigsten Offiziere der Weißen Armee im Bürgerkrieg. [zurück]

(3) Józef Piłsudski (1867-1935) ging aus der Polnischen Sozialistischen Partei hervor und war von 1918-1922 Staatschef des unabhängigen Polens und Diktator der Zweiten Polnischen Republik 1926-1935. Unter seiner politischen Führung stand Polen im Ersten Weltkrieg auf Seiten des Habsburger Reiches und Deutschlands gegen Russland. Im Bürgerkrieg stellte sich Polen auf die Seite der imperialistischen Mächte gegen die Sowjetregierung. [zurück]

(4) Primakow war 1925-1926 in China, um beim Aufbau der Chinesischen National-Revolutionären Armee zu helfen. Von 1927 bis 1929 war er in Afghanistan. [zurück]

(5) Maria Aronowna Dowschik (1897-1990) war die zweite Ehefrau von Witali Primakow. Von 1919 bis 1922 war sie Mitglied der bolschewistischen Partei. [zurück]

(6) Die NÖP (Neue Ökonomische Politik) wurde 1921 unter Lenin eingeführt und blieb bis 1928 in Kraft. Die wirtschaftliche Rückständigkeit Russlands zwang die Sowjetregierung unter Bedingungen nationaler Isolation, beschränkte pro-kapitalistische Maßnahmen durchzuführen, um die Industrie zu entwickeln und die große Kluft zwischen Land und Stadt zu überwinden. [zurück]

(7) Michail Nikolajewitsch Tuchatschewski (1893-1937) war einer der größten Militärführer des Bürgerkrieges. Von 1925 bis 1928 war er Oberbefehlshaber der Roten Armee; 1935 wurde er zum Marschall der Sowjetunion ernannt. Ende Mai 1937 wurde er verhaftet und als einer der Hauptangeklagten im Prozess gegen die so genannte Trotzkistische Anti-Sowjetische Militärorganisation vor Gericht gestellt. Tuchatschewski wurde im Juni 1937 erschossen und 1957 rehabilitiert. [zurück]

(8) Iona Emmanuilowitsch Jakir (1896-1937), Mitglied der bolschewistischen Partei seit 1917, wurde als einer der mutigsten Armeeführer des Bürgerkriegs bekannt. Er spielte eine wichtige Rolle bei den Reformen in der Roten Armee in den 1920ern und 30ern und leitete lange Jahre den Kiewer Militärbezirk. Er wurde im Juni 1937 unmittelbar nach dem Prozess der Generäle erschossen. Nach seiner Hinrichtung wurde auch seine Frau verhaftet und ermordet. Sein 14-jähriger Sohn wurde verhaftet und verbrachte mehrere Jahre in Haft. Jakir wurde 1957 rehabilitiert. [zurück]

(9) Der Film „Alexander Newski“ von Sergei Eisenstein handelt vom Invasionsversuch Teutonischer Ritter des Heiligen Römischen Reiches im Nowgorod des 13. Jahrhunderts und dem Sieg Alexander Newskis über sie. Der Film hat einen deutlich anti-deutschen Unterton und wurde auf Befehl der Sowjetregierung hin gedreht. Er lief 1938 an und wurde zu einem der größten Erfolge der sowjetischen Filmgeschichte. Als der Hitler-Stalin-Pakt im August 1939 geschlossen wurde, nahm man ihn vorübergehend aus den Kinos. Nach dem Überfall der Nazis auf die Sowjetunion im Juni 1941 wurde er wieder gezeigt, nun als Teil einer Kampagne, die darauf abzielte, den Konflikt zwischen der Sowjetunion und den Nazis als Krieg zwischen Russen und Deutschen darzustellen. [zurück]

(10) Michail Illarionowitsch Kutusow-Smolenski (1745-1813), Generalfeldmarschall der Russischen Zaristischen Armee im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Er ist besonders für seine Rolle in den russisch-türkischen Kriegen und dem Krieg gegen Napoleon bekannt. Kutusow befehligte die Armee in der Schlacht von Borodino, in der die französischen Truppen geschlagen wurden. Da das stalinistische Regime von Anfang an die faschistische Invasion der Sowjetunion mit dem Angriff Napoleons auf Russland verglich, wurde Kutusow schnell eine der am meisten gefeierten historischen Figuren. [zurück]

(11) Alexander Wassiljewitsch Suworow-Rymnikski (1729/30-1800) war ein Russischer General des 18. Jahrhunderts. Er war an den russisch-türkischen Kriegen und der blutigen Niederschlagung des polnischen Aufstandes 1794 beteiligt. [zurück]

(12) Georgi Walentinowitsch Plechanow (1856-1918), „Vater des russischen Marxismus“ und Autor zahlreicher bedeutender marxistischer Schriften, gehörte seit 1903 zu den Menschewiki. Er und Julius Martow (1873-1923), der ebenfalls ein bekannter Menschewik war, stellten sich gegen eine proletarische Revolution in Russland, da sie meinten, das Land sei wirtschaftlich noch nicht reif für eine sozialistische Revolution und müsse zunächst ein bürgerlich-demokratisches Stadium der kapitalistischen Entwicklung durchmachen. [zurück]

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