New York Times unterstützt das neo-faschistische Regime in Kiew mit Lügen und Geschichtsfälschung

Von Barry Grey
12. Mai 2015

Ein am 30. April in der New York Times veröffentlichter Artikel des Moskau-Korrespondenten Andrew E. Kramer, steckt voller Halbwahrheiten, Lügen und Geschichtsfälschungen. Er soll die pro-faschistische Haltung und die politischen Verbrechen des US-gestützten Regimes in Kiew vertuschen.

Kramers Propagandaartikel trägt den Titel „Separatisten revidieren Geschichte der Hungersnot in der Ukraine“. Er wird als Nachrichtenartikel ausgegeben, ist jedoch selbst eine plumpe Geschichtsfälschung. Der ukrainische Nationalist und Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera soll reingewaschen werden. Das derzeitige Regime in Kiew ehrt ihn als Nationalhelden und revidiert die Geschichte des 20. Jahrhunderts, indem es Nazi-Deutschland der Verantwortung für den Tod von fünf Millionen Ukrainern und für die Judenvernichtung enthebt. Stattdessen schiebt sie die Verantwortung der Sowjetunion zu.

Ebenso deutet Kramer an, dass für die Verwüstung der prorussischen Regionen in den ostukrainischen Gebieten die Separatisten selbst und ihre Hintermänner in Moskau verantwortlich seien. Diese Gebiete werden seit über einem Jahr von Kiew militärisch belagert. Tausende Bewohner wurden getötet und 1,5 Millionen vertrieben.

Anscheinend waren zwei zusammenhängende Ereignisse Anlass für den Artikel. Zum einen verabschiedete das Kiewer Regime Anfang April Gesetze, die die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die mit den Nazis kollaborierte, und die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) rehabilitieren und kommunistische Symbole der ehemaligen Sowjetrepublik verbieten. Diese Gesetze erheben jegliche öffentliche Kritik an den genannten und weiteren Nationalistengruppen zu einem Straftatbestand.

Das zweite Ereignis ist die Feier des 70. Jahrestags des Siegs der Roten Armee über Nazideutschland.

Vermutlich verspürte man bei der New York Times, die als verlängerter Arm des Staates fungiert, nach den pro-faschistischen Parlamentsbeschlüssen in Kiew, dass Schadensbegrenzung nötig war. Diese Gesetze widerlegen die Behauptung, dass es sich beim Maidan-Putsch im Februar 2014 um eine demokratische Revolution handelte. Sie zeigen eindeutig, dass die Einsetzung des Regimes das Werk Washingtons und Berlins war, und von neo-faschistischen Organisationen wie dem Rechten Sektor und der Partei Swoboda ausgeführt wurde.

Kramers Artikel gehört zu einer breit angelegten ideologischen und politischen Kampagne historischer Fälschungen, zu denen Bücher wie „Blutland: Europa zwischen Hitler und Stalinvon Timothy Snyder gehören. In dem Buch werden die Russische Revolution von 1917 und der Kampf für den Sozialismus als Ursprung der Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts dargestellt.

Der Moskau-Korrespondent der Times bezeichnet das Einstampfen von Schulbüchern durch die Volksrepublik Donetzk als historischen Revisionismus. Diese Bücher beschrieben die schreckliche Hungersnot von 1932-33 in der Ukraine als Völkermord. Kramer schreibt: „Traditionell haben ukrainische Historiker die furchtbare Hungersnot als Genozid eingeschätzt, als direktes Ergebnis von Stalins Zwangskollektivierung und der Getreiderequirierung für Exportzwecke durch die Sowjetregierung.“

Anstatt dieser angeblich korrekten Einschätzung bekämen seit diesem Jahr Schüler und Studenten in der südöstlichen Ukraine: „eine zensierte Version vorgesetzt, nach der die Hungersnot eine unvermeidbare Tragödie war, unter der die ganze Sowjetunion zu leiden hatte.“

Zwar war die Hungersnot in der Ukraine, die Millionen das Leben kostete, ein monströses Verbrechen, für das das stalinistische Regime politisch verantwortlich war. Unter Historikern besteht jedoch absolut kein Konsens, dass es sich dabei um einen „Genozid“ handelte. Mit diesem Begriff wird die gezielte Ausrottung bestimmter ethnischer, religiöser oder nationaler Gruppen bezeichnet, so der Holocaust der Nazis an den Juden.

Stalins kriminelle Politik in der Ukraine war Ergebnis der Zurückweisung des Programms der sozialistischen Weltrevolution durch die Kreml-Bürokratie und des Übergangs zu einer Politik nationaler Autarkie unter der Parole des „Sozialismus in einem Land“. Dies hing eng mit der Umwandlung der Bürokratie in eine konterrevolutionäre Kraft zusammen, nicht nur in der Sowjetunion, sondern weltweit.

Die Bezeichnung der ukrainischen Hungersnot als Genozid durch antikommunistische, nationalistische ukrainische Historiker und Journalisten, soll es erleichtern, die Schuld für die Verbrechen Deutschlands und des Weltimperialismus der russischen Revolution und dem von ihr geschaffenen Arbeiterstaat zuzuschieben.

Dass Kramer dies beabsichtigt, zeigt sich in der folgenden Passage: „Nach der Hungersnot bekam das Land die Wucht der stalinistischen Unterdrückung und die Grausamkeiten der Ostfront im Zweiten Weltkrieg zu spüren, wobei mehr als fünf Millionen ukrainische Zivilisten starben.

Mit dem Ausdruck „die Grausamkeiten der Ostfront im Zweiten Weltkrieg“ wird absichtlich die Identität der Gewalttäter vernebelt. Er ermöglicht Kramer, die Tatsache zu unterschlagen, dass der Massenmord an Russen und Ukrainern ein Ergebnis des geplanten Vernichtungskrieges des deutschen Imperialismus gegen die Sowjetunion war. Zynisch kalkuliert der Autor, dass die Leser annehmen, dass dasselbe Sowjetregime, das für die ukrainische Hungersnot verantwortlich war, auch das Blutbad im Krieg an der Ostfront zu verantworten hatte.

Kramer wendet dieselben sprachlichen Tricks an, um die Verantwortung des gegenwärtigen Regimes in Kiew für Massenmord und Zerstörung in den pro-russischen Gebieten der Ostukraine zu verschleiern. Er schreibt: „Russland und die von ihm unterstützten Gruppen in der Ostukraine, rechtfertigen ihren Aufstand, der zum Tod von mehr als 6.000 Menschen und zur Vertreibung von etwa 1,5 Millionen geführt hat...“ (Hervorhebung hinzugefügt)

Anders ausgedrückt, schuld an der mörderischen Unterdrückung durch Kiew, die mit voller Rückendeckung Washingtons und der Nato durchgeführt wurde, sind die separatistischen Rebellen und nicht die ukrainische Regierung und ihre Armee.

Der oben zitierte Satz lautet weiter: „...indem sie die Revolution, die den ehemaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch vertrieb, als neo-faschistischen Putsch bezeichnen.“

Dies führt uns zum Kern des Kramerschen Artikels. Er schreibt weiter: „Als Beweis nennen sie die Verehrung der ukrainischen Nationalisten für den führenden Unabhängigkeitskämpfer Stepan Bandera, den Russland als Nazi-Kollaborateur bezeichnet, der schuld an der Ermordung von Russen, Polen und Juden im Zweiten Weltkrieg war. Nach Ansicht vieler Historiker und sicherlich vieler Westukrainer wird dieser Vorwurf gewiss zu Unrecht erhoben“.

Die Behauptung, Banderas Verhalten als Nazi-Kollaborateur sei fraglich, ist schlicht eine Lüge. Als der damalige scheidende ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko Bandera 2010 posthum den Titel eines Helden der Ukraine verlieh, wurde die Ehrung unter anderem vom Europäischen Parlament verurteilt. Im Jahr darauf annullierte das ukrainische Parlament die Ehrung offiziell.

Am 30. Juni 1941 erklärten Bandera und seine Fraktion der OUN die Unabhängigkeit des ukrainischen Staates. Als sie den ukrainischen Staat proklamierten, erklärten sie, er werde „eng mit dem nationalsozialistischen Großdeutschland, unter seinem Führer Adolf Hitler zusammenarbeiten, der eine neue Ordnung in Europa und der Welt aufbaut und dem ukrainischen Volk hilft, sich von der Moskowiter Besatzung zu befreien.“

Die OUN unterstützte 1942 das Nazi-Massacker an mehr als 200.000 Juden in Wolhynien. 1943 führte sie in eigener Regie einen Massenmord in polnischen Dörfern in Wolhynien und Galizien durch und tötete dabei zwischen 60.000 und 100.000 Polen.

Dass Kramer und die Times das Kiewer Regime und seine faschistische Basis schönreden, ist nichts Neues. Das geschieht seit 2013, als die CIA und die europäischen Geheimdienste damit anfingen, den Sturz der pro-russischen Janukowitsch-Regierung zu forcieren, was dann in den faschistisch geführten Putsch im Februar 2014 mündete. Absichtliche Provokationen sollten eine Konfrontation mit Moskau vom Zaun brechen und Osteuropa und die baltischen Staaten in Stützpunkte der USA und der Nato im Krieg gegen die Atommacht Russland verwandeln.

Vor etwa einem Jahr, am 21. April 2014, schrieb Kramer zusammen mit Andrew Higgins und Michael R. Gordon einen Artikel auf der Titelseite. Er war mit undeutlichen Photographien bestückt, die angeblich beweisen sollten, dass russische Truppen in die Rebellengebiete der Ostukraine entsandt worden waren und die Widerstandsgruppen dort kontrollierten.

Innerhalb eines Tages wurde enthüllt, dass es sich bei den Fotos um zusammengeschusterte Fälschungen handelte. Noch einen Tag später, am 23. April, veröffentlichten Kramer und Gordon einen im Innenteil der Times versteckten Widerruf ihrer vorherigen Geschichte.

Soweit zur Qualifikation des Autors des Artikels vom Donnerstag, einer Propagandaschrift ganz im Sinne der amerikanischen Regierung. Dass so ein Mann überhaupt von der Times weiter beschäftigt, und von den übrigen Medien toleriert wird, zeugt nur noch von dem korrupten und heruntergekommenen Zustand, in dem sich der amerikanische Journalismus befindet.

Den Lügen und Fälschungen, die die Leitmedien verbreiten, und ihrer Unterstützung der Kriegstreiberei des US-Imperialismus wird kein Einhalt geboten, vor allem nicht von der so genannten „führenden Zeitung“.