Frankfurt: Kundgebung gegen Schließung der deutschen Grenze

Von unserem Korrespondenten
15. September 2015

Am Sonntagabend schloss Deutschland seine Grenzen nach Österreich für Flüchtlinge. Vor dem Frankfurter Hauptbahnhof organisierten Helfer eine Protestkundgebung dagegen. Sie schrieben auf mehrere Kartons Forderungen wie: „Nieder mit der Festung Europa!“, „Flüchtlinge aufnehmen!“ und „Stoppt Frontex!“ 

„Nieder mit der Festung Europa!“ fordern diese Helfer vor dem Frankfurter Hauptbahnhof

Ein Helfer rief über Megaphon: „Wir fordern, dass die Grenze zu Österreich sofort wieder geöffnet und jeder Ankommende menschenwürdig versorgt wird!“

Den Reisenden, die im Umkreis stehen blieben, erklärte der junge Mann namens Philipp: „Soeben wurden die Grenzen zu Österreich geschlossen, und es finden wieder Grenzkontrollen statt. Auch die Grenze zu Ungarn wird gerade geschlossen. Diese Maßnahmen verstoßen gegen die Menschenrechte, und viele Menschen, die schon große Strapazen erlitten haben, geraten in eine hochproblematische Situation, speziell für Kinder.

Das ist die Politik der Bundesregierung: Auf diese Weise reagiert sie auf die Solidarität der Bevölkerung mit den Flüchtlingen. Seit einer Woche heißen wir die Flüchtlinge hier willkommen, und nun schließt die Regierung die Grenzen.“

Die Helfer schilderten, dass viele ankommende Menschen wirklich hilfsbedürftig seien. Schwangere Frauen, erschöpfte kleine Kinder, viele mit Durchfall, seien in der vergangenen Woche angekommen, ohne dass der Frankfurter Magistrat oder die schwarz-grüne Landesregierung irgendwelche offizielle Vorsorge getroffen hätten. In Gießen hätten Flüchtlinge zuletzt unter freiem Himmel vor der Erstaufnahmestelle übernachtet.

„Auch hier am Hauptbahnhof war niemand“, sagte Philipp. Freiwillige hätten sich organisiert, um mit Getränken, Lebensmitteln und Gesundheitsversorgung zu helfen. Dies sei eine ganze Woche lang so gegangen, bis am vergangenen Samstagnachmittag erstmals auch die Freiwillige Feuerwehr und das Rote Kreuz aufgeboten wurden. Viele ihrer Mitglieder hätten gesagt, sie hätten schon längst auf einen Einsatzbefehl gewartet.

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