Vor 75 Jahren: Nazi-Regime ermordet Mitglieder der Weißen Rose

24. Februar 2018

Am 22. Februar 1943 wurden Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst vom NS-Regime zum Tod verurteilt und hingerichtet. Die drei Studierenden waren führende Mitglieder der Weißen Rose, einer antifaschistischen Widerstandsgruppe.

Vor dem Volksgerichtshof trotzten sie den Schmähungen des berüchtigten Nazirichters Roland Freisler und blicktem dem Tod mutig ins Auge. Weitere Todesurteile folgten, als die Gestapo gnadenlos Jagd auf sämtliche Mitglieder und Unterstützer der Gruppe machten.

Sophie Scholl

Der Kern der Weißen Rose bestand aus Studierenden der Universität München und ihrem Professor, Kurt Huber. Vom Juni 1942 an verteilte die Gruppe bis zu ihrer Verhaftung am 18. Februar im Ganzen sechs Flugblätter. Außerdem malten sie Graffitis gegen das Nazi-Regime, um das deutsche Volk zum Widerstand aufzurütteln.

Ihre Taten waren Ausdruck einer wachsenden Opposition gegen den Faschismus. In der Jugend, der Arbeiterklasse und in Teilen der Intelligenz wuchs die Abscheu über den Horror des Zweiten Weltkriegs und der faschistischen Diktatur.

Die ersten Flugblätter der Gruppe waren noch im Ton eines christlich geprägten Humanismus‘ abgefasst. Sie prangerten die grausame Behandlung und Ermordung von Juden und Polen an und wiesen auf die verheerende Kriegslage an der Ostfront und in Nordafrika hin. Spätere Handzettel enthielten ausdrücklich linksgerichtete und sozialistische Argumente.

So heißt es im fünften Flugblatt: „Die Arbeiterschaft muss durch einen vernünftigen Sozialismus aus ihrem Zustand niedrigster Sklaverei befreit werden. Das Truggebilde der autarken Wirtschaft muss in Europa verschwinden. Jedes Volk, jeder einzelne hat ein Recht auf die Güter der Welt!“

Die Geschwister Scholl und Christoph Probst fielen der Gestapo am 18. Februar in die Hände, nachdem sie beobachtet worden waren, wie sie ihr sechstes Flugblatt an der Universität austeilten. Alle drei wurden des Hochverrats beschuldigt und in einem Schauprozess im Münchner Justizpalast zum Tod durch das Schafott verurteilt.

„Es lebe die Freiheit!“ rief Hans Scholl, ehe das Fallbeil sein Leben beendete. Seine Schwester hatte den Richtern im Justizpalast ins Gesicht gesagt, dass sie doch wüssten, dass der Krieg verloren sei. Warum sie dann nicht den Mut hätten, dieser Tatsache ins Gesicht zu sehen. Sie sagte: „Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagten sie nicht, es auszusprechen.“

Ein Zeuge, der sie kurz vor ihrer Ermordung sah, bezeichnete sie als „dieses Mädchen, das ebenso lieblich wie tapfer war“. Sie war gerade 21 Jahre alt, als sie ermordet wurde. Ihr Bruder Hans war 24, wie Christoph Probst, der wenige Tage vor seiner Ermordung zum dritten Mal Vater geworden war.

Siehe auch:
Ein anderes Bild vom deutschen Antifaschismus
zum Film „Sophie Scholl – die letzten Tage“ von Marc Rothemund
(55. Berlinale, Teil 3)

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