Zum Gedenken an Halil Celik (1961-2018)

Internationales Komitee der Vierten Internationale
2. Januar 2019

Halil Celik, der Gründer und Leiter der Gruppe Sosyalist Eşitlik, die in der Türkei das Internationale Komitee der Vierten Internationale unterstützt, starb am 31. Dezember 2018 nach schwerer Krankheit im Alter von 57 Jahren. Die folgende Botschaft sandte das IKVI zur Beisetzung des unnachgiebigen Revolutionärs und Kämpfers für den Trotzkismus, die am Dienstag in Istanbul stattfand.

Halil Celik (1961-2018)

An die Familie von Halil Celik und seine Genossen in Sosyalist Eşitlik,

mit großem Respekt und tief betroffen übermittle ich Euch das Beileid des Internationalen Komitees der Vierten Internationale zum Tod von Genossen Halil.

Halil war persönlich und politisch eine außergewöhnliche Person. Ende 1977, im Alter von 16 Jahren, engagierte er sich als Sozialist und blieb bis zu seinem Lebensende ein revolutionärer Kämpfer. Er verfolgte einen politischen Kurs, der politische Weitsicht, persönlichen Mut und unerschöpfliche Energie erforderte.

Er brach nach kurzer Zeit mit dem stalinistischen Milieu, in dem er seine politischen Aktivitäten begonnen hatte, und entwickelte ein intensives Interesse am Trotzkismus. In den frühen achtziger Jahren, noch als junger Mann in den Zwanzigern, las Halil Trotzkis Schriften über den Kampf gegen den Faschismus in Deutschland. „Ich begann, Marx, Engels und Lenin neu zu lesen und erkannte, dass Stalin der Feind des Marxismus war“, schrieb er darüber später.

In einem Land, in dem Trotzkis Schriften schwer zugänglich waren und die politische Linke von einer Vielzahl nationalistischer und kleinbürgerlicher Tendenzen dominiert wurde, erwies sich der Weg zum echten marxistischen Internationalismus als langwierig und beschwerlich. Doch Halil war ein aufrichtiger Kämpfer, der entschlossen war, eine revolutionäre Bewegung in der Arbeiterklasse aufzubauen. Er ließ sich weder durch Gefängnis und Unterdrückung noch durch seine Erfahrungen mit zahlreichen politischen Scharlatanen entmutigen.

2005 trat Halil in Berlin erstmals mit dem Internationalen Komitee in Kontakt. Es wurde schnell deutlich, dass er ein mutiger und prinzipientreuer Mensch war. Er hatte die Geschichte des IKVI studiert und erklärte seine Übereinstimmung mit den trotzkistischen Grundsätzen, die es verteidigt hatte. Nach seiner Rückkehr in die Türkei im Jahr 2007 arbeitete er systematisch daran, seine Arbeit neu auszurichten und seine Genossen politisch zu erziehen. Mit unermüdlicher Energie schrieb er Artikel, führte Schulungen durch, übersetze sowohl aus dem Englischen ins Türkische wie umgekehrt und leitete gleichzeitig die praktische Arbeit von Sosyalist Eşitlik.

Der lange Kampf des Internationalen Komitees zur Verteidigung des Trotzkismus begeisterte Halil. Wie er später schrieb, war seine Hinwendung zum Internationalen Komitee das Ergebnis der bitteren Erfahrungen, die er mit der prinzipienlosen, nationalistischen und opportunistischen Politik der pablistischen Organisationen gemacht hatte.

Er verstand, dass die Entwicklung der trotzkistischen Bewegung in der Türkei nur auf der Grundlage des revolutionären Internationalismus erfolgen konnte. Das erforderte die Ausbildung junger Revolutionäre in der Geschichte des Internationalen Komitees. Aus diesem Grund übersetzte er „Das Erbe, das wir verteidigen“ von Genosse David North, eine Geschichte des Internationalen Komitees, ins Türkische. Er drängte darauf, dass Genosse North eine eigene Einführung für die türkische Ausgabe dieses Werks schrieb, das 2017 veröffentlicht wurde.

Obwohl sich die Krankheit bereits abzeichnete, die schließlich sein Leben fordern sollte, reiste Genosse Halil häufig nach Europa, um sich mit dem Internationalen Komitee zu beraten und an seinen Sitzungen teilzunehmen. Die letzten Jahre seines Lebens widmete er der Errichtung einer Sektion des Internationalen Komitees in der Türkei. Die Gründung von Sosyalist Eşitlik war ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung der Arbeit des IKVI in der Türkei.

Der Tod von Genosse Halil im Alter von 57 Jahren ist ein großer Verlust für seine Genossen in der Türkei, bei deren politischer Ausbildung er eine derart wichtige Rolle spielte, und für seine Genossen auf der ganzen Welt. Aber Halils Lebenswerk wird weitergehen. Entschlossen, seine unvollendete Arbeit fortzusetzen, wird der Kampf, die trotzkistische Bewegung in der Türkei aufzubauen, weitergehen. Der größte Tribut zum Gedenken an Genosse Halil besteht darin, sein Ziel zu verwirklichen, Sosyalist Eşitlik als türkische Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale zu etablieren.

Lang lebe die Erinnerung an Genosse Halil Celik!

Lang lebe Sosyalist Eşitlik!

Vorwärts mit der Gründung der türkischen Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale!

Peter Schwarz, Sekretär des IKVI

Berlin, 31. Dezember 2018

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